Möglicher Skaterpark-Standort polarisiert weiterhin

An der Alten Fahrt in Olfen

Die Olfener diskutieren zurzeit intensiv das Thema Skatepark. Bei der Bürgerversammlung am Montagabend kritisierten Anwohner der Bereiche Dammweg und Lüdinghauser Straße erneut heftig einen möglichen Standort an der Alten Fahrt - dort könne ein neuer Brennpunkt entstehen.

OLFEN

, 25.04.2017, 16:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Martin Brinkmann vom Jugendzentrum glaubt nicht, dass an dem Skatepark ein Brennpunkt in Olfen entstehen könnte.

Martin Brinkmann vom Jugendzentrum glaubt nicht, dass an dem Skatepark ein Brennpunkt in Olfen entstehen könnte.

Die Begründung: Man wolle in der Natur keine Betonwüste haben, andere Standorte wie der Steversportpark oder das Naturbad seien besser geeignet. Geäußert wurde auch die Sorge, dort könne ein neuer Brennpunkt entstehen.

„In Olfen von einem Brennpunkt zu sprechen ist doch etwas weit hergeholt“, so Martin Brinkmann vom Jugendzentrum. Er sei während seiner Arbeit auch nachts unterwegs gewesen, die Gefahr eines Brennpunkts in Olfen egal an welcher Stelle sehe er nicht.

Anwohnerin kündigte Klage gegen Skatepark an der Alten Fahrt an

Anwohner des Bereichs appellierten an die Politik, ihre Entscheidung unabhängig von möglichen Fördergeldern zu treffen. Wie Bürgermeister Wilhelm Sendermann erklärte, seien Fördergelder nur für den Standort Alte Fahrt möglich.

Bei Kosten von rund 350.000 Euro wären dies rund 200.000 Euro. Eine Anwohnerin kündigte bereits eine Klage an, sollte der Standort an der Alten Fahrt sein.

Bürger erklärten, ein Skatepark gehöre in den Bereich des Sportzentrums. Auch am Naturbad wäre er besser aufgehoben.

 

Das sind die möglichen Standorte:

  Zuvor waren die verschiedenen Standorte genauer begutachtet worden. Wilhelm Sendermann erläuterte die Untersuchungsergebnisse. Nur der Standort im Bereich des Friedhofs an der Steveraue würde ohne einen Lärmschutzwall auskommen. Er habe aber Bedenken, ob eine Skateanlage neben dem Friedhof richtig sei.

Lärmschutzwälle müssten an den Standorten Naturbad, Steversportpark, Gewerbegebiet Olfen-Ost I und auch am jetzigen Standort errichtet werden. „Im Bereich des Steversportparks würden wir uns die Option, die Einfach-Sporthalle zu erweitern, verbauen.“ Und ein Standort im Bereich der Steverstraße hätte zur Folge, dass die Leichtathleten einige Disziplinen nicht mehr ausüben könnten.

Am Naturbad gibt es einen rechtskräftigen Bebauungsplan für einen Campingplatz. Dieser muss durch einen Lärmschutzwall geschützt werden. Und auch ein Standort auf der Fläche neben der Westfalen-Tankstelle kommt ohne einen Wall nicht aus.

Den Jugendlichen ist der Standort egal

Einen Standortfavoriten haben die Jugendlichen nicht. Martin Brinkmann. „Den Skatern ist es egal wo. Sie wollen nur, dass der neue Park endlich kommt.“

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War in den ersten Plänen noch eine Wetterschutzhütte an der Anlage vorgesehen, so ist diese nun gestrichen. „Dies ist auch gut so, denn so eine Hütte hätte Konfliktpotenzial“, so Martin Brinkmann. Wie Wilhelm Sendermann erneut erklärte, werde es auch kein Flutlicht geben.

Geplant ist eine neue Anlage in einer Größe von rund 800 Quadratmetern. Sie soll auch für BMX-Räder geeignet sein.

 

Redakteur Theo Wolters kommentiert:

Jetzt wird es aber endlich Zeit

Vor zweieinhalb Jahren gab es ein erstes Treffen von Skatern mit der Stadtverwaltung. Die Pläne liegen auf dem Tisch. Doch wo soll der neue Skatepark gebaut werden? Die Verwaltung schlug eine Fläche auf der Alten Fahrt vor. Anwohner kritisierten heftig den Standort, taten dies auch bei der zweiten Bürgerversammlung am Montag. Es wird aber nicht gelingen, es allen Olfenern recht zu machen. Egal wo der Standort sein wird, Bürger werden immer persönlich betroffen sein.

Nun liegt es an den Politikern, alle Gründe für und gegen die Standorte abzuwägen. Eine weitere Verschiebung der Entscheidung darf es auf keinen Fall geben. Man könnte noch Monate diskutieren, verändern an der Sachlage würde sich aber nichts. Es muss nun demokratisch abgestimmt werden.

Dies wird sicher unbeeindruckt von der Ankündigung, man werde gegen einen Standort an der Alten Fahrt klagen, erfolgen. Und egal wie die Entscheidung ausfällt, allen Olfenern wird sie nicht gefallen. Und dann schon jetzt mit einer Klage zu drohen, ist auf keinen Fall der richtige Weg.

Meine Meinung hat sich nicht geändert. Für mich ist weiterhin der Standort an der Alten Fahrt ideal für eine Anlage, die von mehreren Generationen genutzt werden kann. Man sollte den jungen Bürgern zutrauen, dass auf der Anlage dann auch alles ordnungsgemäß verläuft.

Sitzung des Bau- und Umweltausschusses:
Der Bau- und Umweltausschuss befasst sich am Donnerstag, 4. Mai, ab 18 Uhr im Bürgerhaus, Kirchstraße, mit dem Thema. Die Verwaltung hat keinen Beschlussvorschlag vorgelegt. Dieser soll gemäß Beratungsergebnis erfolgen. Abschließend entscheidet der Rat am 11. Juli. Die Anlage könnte im nächsten Jahr gebaut werden.

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