Nach dem Karnevalsumzug in Olfen: Von Disziplin, Müll und Bonbon-Alternativen

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Ist Umweltschutz zu Karneval ein Thema? „Der Plastikmüll liegt überall, wir verbannen ihn vom Karneval“ titelte eine Gruppe auf ihrem Wagen. Aber wie sieht die Bilanz wirklich aus?

von Carina Strauß

Olfen

, 26.02.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehr als 7000 Menschen feierten am Dienstag (25. Februar) den Karnevalsumzug in Olfen. Mit ihren bunten Kostümen und viel Kamelle machten sich die Zugteilnehmer auf den Weg durch die Stadt. „Der Zug wird in guter Erinnerung bleiben“, sagt K.G. Kitt-Präsident Matthias Kortenbusch.

Bekannt ist, dass dabei viel Müll entsteht. Doch ein Problem scheint in diesem Jahr überhandgenommen zu haben. „Bitte stellt das mit den kleinen Klopfern ab! Die Kinder sammelten zwischen Glasscherben Bonbons“, kommentiert eine Nutzerin bei Facebook.

Kitt-Präsident nimmt Zugteilnehmer in Schutz

„Das ist ein Gemeinschaftsproblem von Zugteilnehmern und Zuschauern“, sagt Matthias Kortenbusch. Denn auch die Zuschauer brächten ihre Getränke zum Umzug mit. Es sei aber schon besser geworden. „Die Stadt unterstützt uns. Es waren an die 100 Mülltonnen aufgestellt. Und wenn man sieht, wie voll die waren, werden die auch gut angenommen.“ Aber die Zugteilnehmer seien auch sehr diszipliniert gewesen, was das Wurfgut angeht.

Auch Thorsten Cornels von der Stadt Olfen sieht keine besonderen Probleme mit dem Müll in diesem Jahr. Zudem lege die Stadt viel Wert darauf, direkt tätig zu werden, „teilweise auch schon am Abend. Wer heute durch die Stadt geht, würde nicht denken, dass hier gestern sieben- bis achttausend Leute gefeiert haben.“

„Fortschritte erkennbar - aber noch nicht genug“

Für Elisabeth Hatebur von der BUND-Ortsgruppe Olfen ist aber nicht nur das Aufräumen danach wichtig, sondern vor allem auch die Müllvermeidung. „Man könnte viel mehr machen“, sagt die Naturschützerin.

Es habe sich aber auch schon etwas verändert, sagt Elisabeth Hatebur. Zum Beispiel sei das Kamelle werfen reduziert worden. Stattdessen „wird den Kindern etwas direkt in die Hand gegeben. Das sind dann zwar zum Beispiel Luftballons, die auch in Plastik verpackt sind, aber es bleibt nicht auf dem Boden liegen.“ Hatebur hat auch Ideen für Alternativen zu den Massen an „Billigbonbons“ zum Karnevalsumzug. „Orangen oder Möhren sind doch auch ansprechend für Kinder“, sagt die Naturschützerin. Sie selbst habe einmal Samentütchen mit Sonnenblumensamen für eine Fußgruppe besorgt. „Und das kommt auch gut an.“

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Durchweg positives Fazit beim Kitt

Kitt-Präsident Matthias Kortenbusch zieht ein durchweg positives Fazit zum Karnevalswochenende in Olfen: „Wir sind top zufrieden.“ Selbst bei dem schlechten Wetter am Sonntag hätten noch überraschend viele Zuschauer am Rand gestanden. „Ich dachte, wir fahren für uns spazieren.“

Und eines möchte Kortenbusch noch loswerden: „Ich möchte auf jeden Fall allen Zugteilnehmern und Zuschauern für ihr diszipliniertes Verhalten danken.“

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