Im Moment dürfen die Kunden vom Phoenix Spa Olfen noch nicht wieder in das Fitnessstudio zurückkehren. Das könnte aber bald anders aussehen. © Phoenix Spa Olfen
Coronavirus

Nach sieben Monaten Lockdown: Phoenix Spa in Olfen kann auf Öffnung hoffen

Die Türen im Phoenix Spa in Olfen sind noch immer geschlossen. Schon seit sieben Monaten muss das Fitnessstudio nun im Lockdown ausharren. Nun gibt es aber eine minimale Hoffnung auf Öffnung.

Sieben Monate keine Kunden, sieben Monate verschlossene Türen: Im Phoenix Spa in Olfen bleiben immer noch die Lichter aus. Niemand, der voller Anstrengung die Gewichte im Fitnessbereich hebt oder auf dem Laufband seine Einheiten absolviert. Und auch kein Reha- und Präventionssport. Lediglich die Physiotherapie, die ebenfalls in den Örtlichkeiten untergebracht ist, darf weiterhin arbeiten.

Für Betreiber Sebastian Middeke ist die Situation weiterhin dramatisch. Sie war es schon, als er im Februar über die Lage von Fitnessstudios in der Coronapandemie berichtete. Damals hatte der 37-Jährige große Sorgen, dass bald alles „zappenduster“ ist, nicht nur für sein Studio, sondern für viele andere in der Branche auch. Für den jungen Mann überwiegt im Moment Frustration und die Enttäuschung. „Gehofft habe ich die letzten zwölf Monate.“

Neue Schutzverordnung lässt hoffen

Bereits vor drei Monaten hatte Ralph Scholz vom Deutschen Industrieverband für Fitness und Gesundheit (DIFG) auf Planbarkeit und verbindliche Regularien gedrängt. Nun wird langsam Licht am Ende des Tunnels sichtbar. Denn der Kreis Coesfeld, zu dem auch der Ort Olfen gehört, ist seit Anfang Mai Modellregion und darf einzelne Lebensbereiche wieder öffnen. Darunter auch ein Fitnessstudio.

Hinzu kommt noch die neue Coronaschutzverordnung (gültig seit dem 15. Mai), die erstmals für den kontaktfreien Sport in Innenräumen klarere Vorgaben enthält. Wenn ein Kreis oder eine kreisfreie Stadt die 7-Tage-Inzidenz stabil unter dem Wert von 50 hält, ist Hallensport und der Sport in Fitnessstudios wieder erlaubt. Pflicht hierbei ist ein negativer Schnell- oder Selbsttest.

Noch nicht alle Punkte für Öffnung klar

Inwiefern es aber eine Beschränkung zur Personenanzahl gibt, wird aus der Coronaschutzverordnung nicht deutlich. Somit gibt es für die Mitglieder des Phoenix Spa in Olfen auch keine klare Sicherheit, ob sie wirklich alle wieder zurückdürfen bei entsprechender Inzidenz. Viele Kunden von Sebastian Middeke halten dem Phoenix Spa die Treue, einige haben sich in den vergangenen Monaten aber auch dazu entschlossen, dem Studio in Olfen den Rücken zu kehren. „Das läuft ja auch irgendwann ins Leere. Und je länger wir schließen, desto mehr Mitglieder verlieren wir auch“, erklärt der 37-Jährige.

Und nicht nur das, auch dem Personal im Phoenix Spa geht langsam die Puste aus. Middeke musste eine Mitarbeiterin, die schon fast zehn Jahre im Betrieb ist, gehen lassen. „Da stehen eben Existenzen auf dem Spiel und die Menschen müssen gucken, wie sie über die Runden kommen.“ Für ihn sei das „richtig hart“ und so ein notgedrungener Abgang nicht in Wort zu fassen. Der Hauptkern des Teams sei zum Glück immer noch zusammen, doch auch hier kommt eine sich wiederholende Frage auf Middeke zu: Wann geht es endlich richtig weiter? „Seine eigenen Leute ständig zu vertröstet, ist wirklich enttäuschend“, sagt er.

Kein Neid, sondern nur Freude

Ein bisschen positiver sieht es da in einem Fitnessstudio in Havixbeck aus. Es darf in der Modellregion Coesfeld als Modellprojekt wieder öffnen, wenn die Inzidenz stabil unter 100 bleibt. Neid verspürt Middeke dabei nicht, ganz im Gegensatz. Er freut sich, dass wenigstens etwas Bewegung in die Branche kommt. „Es ist toll, dass sie wieder Menschen helfen können, die vielleicht auch andere gesundheitliche Probleme haben.“ Er selbst bekommt immer wieder Zuschriften von Menschen, denen es vom Körper her ohne den Besuch im Phoenix Spa Olfen schlecht geht.

Eine gute Sache hat der Betreiber für sein Studio aber noch zu berichten: Die Soforthilfen aus den Monaten November und Dezember seien Mitte März endlich angekommen. Ein kleines Aufatmen in finanzieller Hinsicht also. So konnten wenigstens die Fixkosten gedeckt werden, die weiterhin im Phoenix Spa anfallen.

Was für ein Ausmaß die ganze Schließung haben wird, sei für den 37-Jährigen aktuell noch nicht absehbar. „Wenn es alles wieder hochgefahren wird, muss man sich die kommenden zwölf Monate anschauen. Das ist ein ganz schöner Apparat, der da zu stemmen ist.“ Bis es soweit ist, setzt Middeke alle Hoffnungen in die Impfkampagnen, sodass so die Wirtschaft wieder hochgefahren wird und endlich Normalität einkehrt. Auch im Phoenix Spa in Olfen.

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