Naturbad in Olfen will strenge Corona-Regeln lockern

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Der Besuch des Olfener Naturbads ist nichts für Warmduscher. In Zeiten von Corona sind neben Sprungtürmen und Rutsche auch die warmen Duschen gesperrt. Das könnte sich bald ändern.

Olfen

, 11.07.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ärger? Schwimmmeister Thomas Kunz schüttelt entschieden den Kopf. „Den gab es hier in unserem Naturbad kein einziges mal.“ Die Gäste des chlorfreien Freibades am Rand von Olfen hätten die Corona-Auflagen ohne Murren akzeptiert. Das kommt ihnen jetzt - einen Monat nach der Öffnung - zu Gute.

„Wir denken gerade darüber nach, die Corona-Auflagen etwas zu lockern“, sagt Daniela Damm. Die Fachgebietsleiterin aus der Stadtverwaltung ist kaufmännische Leiterin des Naturbades. Sie will den Gesprächen Anfang der Woche zwar nicht vorgreifen, ist an diesem Samstag (11. 7.) aber zuversichtlich, dass ab dem 15. Juli ein Stück mehr Normalität in den Badebetrieb zurückkehren wird. Das ließe besonders Warmduscher aufatmen.

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Das sind die Corona-Schutzmaßnahmen im Naturbad Olfen

Der Besuch im Naturbad Olfen darf - anders als in anderen Freibädern - einen ganzen Tag lang dauern. Corona-Auflagen gibt es aber auch hier.
11.07.2020
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Die Corona-Auflagen könnten ab dem 15. Juli im Olfener Naturbad gelockert werden. Dann wäre auch die Nutzung der zurzeit noch gesperrten Rutsche wieder möglich. © Sylvia vom Hofe
Im Schwimmerbereich ist die Richtung vorgegeben, damit sich die Schwimmer nicht unnötig nahe kommen. Die Gäste kommen damit gut zurecht, wie der Schwimmmeister sagt. © Sylvia vom Hofe
Einbahnstraßenregelung rund um das Becken: eine der Corona-Schutzmaßnahmen, die auf jeden Fall weiter gelten wird. © Sylvia vom Hofe
Noch ist der Sprungturm mitsamt Aussichtsplattform gesperrt. Das könnte sich ab dem 15. Juli aber ändern. © Sylvia vom Hofe
Strandkörbe wie an der Nordsee, Wetter wie an der Nordsee: Allerdings sind die Körbe in Olfen anders als an der Küste abgeschlossen. Das Naturbad-Team möchte Risiken vermeiden, erlaubt es aber, eigene Sonnenliegen und -schirme mitzubringen. © Sylvia vom Hofe
In Corona-Zeiten ist auch im Olfener Naturbad mehr Personal nötig. Nele Wolki (r. 19) und Sarah Ickerordt (16) gehören zu den Aushilfskräften im Team. © Sylvia vom Hofe

Wer ins Wasser will, muss duschen - bislang nur draußen und kalt und ohne Verwendung von Shampoo oder Seife. Denn das Wasser der Außenduschen fließt nicht in Richtung Klärwerk, sondern wird dem natürlichen Wasserkreislauf des Bads zugeführt und entsprechend gefiltert. Chemische Zusätze haben dabei nichts verloren. Wen das bislang abgehalten hat vom Freibadbesuch in Olfen, kann schon langsam die Badetasche packen.

Rutsche steht vor der Freigabe

Kunz und Damm können sich sehr gut vorstellen, die Duschbereiche innen wieder zu öffnen - so, wie es auch inzwischen im Solebad in Werne wieder der Fall ist. Auch die beiden Sprunganlagen - das Ein-Meter-Sprungbrett und der Drei-Meter-Turm - sollen wieder nutzbar werden. „Und die Rutsche“, sagt Daniela Damm. An anderer Stelle bleibt sie aber zurückhaltend.

Die Strandkörbe rund um die 1400 Quadratmeter große Wasserfläche bleiben weiter geschlossen. Auf Bequemlichkeit beim Sonnenbad brauchten die Gäste dennoch nicht zu verzichten, sagt Thomas Kunz. „Die meisten kommen mit dem Auto zu uns“, sagt er. Denen empfehle er, Liegen von Zuhause mitzubringen. Auf dem fast fünf Hektar großen Gelände könnten es sich die Besucher leicht bequem machen, ohne die Corona-Abstände zu unterschreiten: „beste Voraussetzungen für einen Urlaubstag bei uns.“

Ausnahme in der Region: Ein ganzer Tag im Freibad ist möglich

Ein ganzer Tag? Kunz nickt. Auch ohne die Gäste nach drei Stunden wieder nach Hause zu schicken wie etwa im Solebad Werne oder im Freibad Cappenberger See, führt Kunz‘ Team Reinigungsarbeiten durch. Einen eigenen Corona-Tarif gibt es in Olfen auch nicht: Die Tageskarten kosten weiter 4 Euro für Erwachsene und 3 Euro für Kinder bis 16 Jahre einschließlich, die Saisonkarten 40 beziehungsweise 25 Euro.

Die Tickets braucht niemand online zu bestellen. „Das würde ja sonst manche Gäste vom Badbesuch ausschließen“, sagt Kunz. Die bei der Einweihung des Bades 2010 noch vorgesehenen Kassenautomaten sind seit Jahren außer Betrieb. Sie hätten sein Team mehr be- als entlastet. An dem Verzicht auf Automaten hat Corona auch nichts geändert. Wer ein Ticket haben möchte, muss - mit Mundschutz - zur Kasse kommen. Allerdings auch mit Bargeld. Die in Corona-Zeiten empfohlene Kartenzahlung ist nicht möglich.

Maximal 400 Gäste im Bad und 150 im Wasser

Zwei Vorteile sieht Kunz in dem direkten Kontakt zum Badegast im Eingangsbereich: „Wir sehen, ob die Leute auch tatsächlich einen Mundschutz dabei haben.“ Der sei eine Voraussetzung, um etwa später die WC-Räume aufzusuchen. „Und wir können gleich Fragen beantworten.“

Mehr als 400 Gäste dürfen wegen Corona nicht ins Bad, davon nicht mehr als 50 gleichzeitig im Schwimmer- und 100 im Nichtschwimmerbereich: eine Zahl, die seit der Öffnung am 22. Juni erst einmal fast erreicht worden wäre mit 386 Badegästen am hochsommerlichen 26. Juni. An diesem Samstagmittag (11.7.) ist es 19 Grad warm, die Wassertemperatur beträgt 17,9 Grad, und ab und zu kämpft sich Sonnenschein durch die Wolkendecke: eigentlich wie an der Nord- oder Ostsee - nur nicht so überlaufen.

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