Der Wasserspielplatz am Naturbad Olfen. Lange war unklar, ob in der Saison 2020 überhaupt Gäste zum schwimmen kommen durften. © Arndt Brede
Freibad

Naturbad in Olfen zieht erste Bilanz der Corona-Saison 2020

Die Saison im Naturbad in Olfen lief coronabedingt, wie so vieles 2020, anders als geplant. Durch die Einschränkungen gab es viel weniger Besucher. Die Verluste halten sich dennoch in Grenzen.

Eigentlich war die Stadt Olfen guter Dinge gewesen, im Naturbad eine tolle Badesaison starten zu können. Der neu eingebaute Filter für das Wasser funktionierte gut. „Wir haben uns auf die Jubiläumssaison gefreut“, sagt Daniela Damm, kaufmännische Leiterin des Naturbades, am Donnerstag im Jugend-, Kultur und Sportausschuss der Stadt Olfen.

Dann kam Corona, lange war unklar, ob man überhaupt öffnen dürfe. Nach der Freigabe für Freibäder habe sich zusätzlich die Frage gestellt: Gilt das auch für Naturbäder? Grünes Licht gab es schließlich vom Bund. Mit Einschränkungen. Maximal 400 Gäste und Saisonkarteninhaber durften zum Schwimmen kommen.

Auf die Hygiene musste penibel geachtet werden, wer das Naturbad besuchte, musste erfasst werden und Bereiche, wie der Sprungturm, das Kleinkinderbecken, Beachvolleyballplatz und Hüpfkissen blieben gesperrt. „Das hat viele Familien nicht gefreut“, so Damm weiter.

Zum Glück seien die Gäste aber so diszipliniert gewesen, dass die Attraktionen im Laufe der Saison wieder geöffnet werden konnten. Dafür gab es positives Feedback. „Hier kann man Corona auch mal fast vergessen“, habe es von manchen geheißen.

Jährliches Defizit fällt im Coronajahr höher aus

Aus wirtschaftlicher Sicht habe das Naturbad 2020 den Rückgang allerdings gespürt erklärt Damm. Die Saison war kurz. Nach der späten Eröffnung am 22. Juni war ab 9. September auch schon wieder Schluss.

Die Bilanz: 9400 Gäste und rund 160 Saisonkarten stehen am Ende in den Büchern. „Das sind sonst auch schonmal um die 300 Saisonkarten“, sagt Damm. In einer vorsichtigen Schätzung geht sie von einem Defizit des Naturbades in Höhe von 135.000 Euro aus.

Zum Vergleich: In der Saison 2019, die ebenfalls recht kurz war, kamen 26.000 Besucher ins Naturbad, davon allein 12.000 im Juni 2019. Und das waren schon rund 5000 weniger als im Jahr 2018.

Was Finanzen angeht sind Bäderbetriebe für Städte aber ohnehin ein Minusgeschäft. Ein Zuschuss in Höhe von rund 100.000 Euro ist jährlich im Olfener Haushalt eingeplant. Und zwar seit 2010, wie Bürgermeister Wilhelm Sendermann erklärt.

Passe man diese Zahl jährlich um etwa 2 bis 2,5 Prozent an, lande man bei etwa 120.000 Euro, die die Stadt so oder so hätte zahlen müssen. „Das relativiert die Verluste im Coronajahr.“ In Bädern der Nachbarkommunen kämen durchaus Defizite von 500.000 bis hin zu 1,5 Millionen Euro vor.

Über den Autor
Beruflicher Quereinsteiger und Liebhaber von tief schwarzem Humor. Manchmal mit sehr eigenem Blick auf das Geschehen. Großer Hang zu Zahlen, Statistiken und Datenbanken, wenn sie denn aussagekräftig sind. Ein Überbleibsel aus meinem Leben als Laborant und Techniker. Immer für ein gutes und/oder kritisches Gespräch zu haben.
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Matthias Stachelhaus

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