Naturbad Olfen baut natürliches Filtersystem komplett um

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Das riesige Schilf-Feld auf dem Naturbad-Gelände ist abgeerntet. Der Kies ist ausgebaggert. Daraus bestand der natürlich Filter. Nun gibt es einen neuen Ansatz.

Olfen

, 06.02.2020, 15:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als sich 2010 mit Beginn der Badesaison die Tore zum Olfener Naturbad zum ersten Mal öffneten, war die Überraschung groß. Das Bad unterschied sich deutlich von anderen Freibädern der Region.

Keine Betonschüssel, keine gefliesten Wände - und vor allem kein Chlor. Die Steverstadt setzte bei ihrem Naturbad auf eine ökologische Reinigung des Wassers. Es floss durch Schilf-Pflanzen und Kieselsteine. Damit ist 10 Jahre später Schluss.

Neuer Filteranlage soll leistungsfähiger sein

Rund 380.000 Euro nimmt die Stadt aktuell in die Hand, um die Wasserqualität zu optimieren und gleichzeitig den Aufwand zu reduzieren. Aber nicht auf Kosten der ganz besonderen Ausrichtung als Naturbad. Vielmehr soll der neue Filter leistungsfähiger sein - obwohl er deutlich weniger Fläche benötigt.

„Der alte Filter hatte eine Größe von rund 40 mal 40 Metern“, sagt Betriebsleiter Markus Freck. Der gerade im Bau befindliche Filter - ein sogenannter Neptun-Filter - hingegen nur von rund 20 mal 20 Metern. Dabei ist das Funktionsprinzip vergleichbar mit Tropfkörperkläranlagen, die aus Klärwerken bekannt sind.

Vier Wochen Vorlaufzeit sind notwendig

Konkret handelt es um eine mit Folie ausgelegte Fläche. Auf dem Boden liegen Drainage-Rohre. Darüber ist eine dicke Schicht eines besonderen Splitts. Dieser Splitt wird über viele Düsen mit dem Wasser aus dem Bad beregnet. Auf dem Weg zum Grund des Beckens wird das Wasser ohne den Zusatz von Chemie gereinigt, um dann wieder ins Becken des Naturbads geleitet zu werden.

„Bevor der neue Filter seine volle Leistung hat, muss er vier Wochen in Betrieb sein“, sagt Markus Freck. Damit drängt die Zeit. Immer zum 1. Mai will die Stadt startklar sein für den Saisonauftakt.

Arbeiten müssen bis Ende März/Anfang April ab abgeschlossen sein

Damit müssen die Bauarbeiten am Filter bis Ende März/Anfang April abgeschlossen sein. Wer aktuell am Gelände vorbeikommt, erkennt auf einen Blick den riesigen Aufwand der Arbeiten. Schwere Geräte sind im Einsatz. Mit Folgen für die Infrastruktur.

Die Stadt setzt beim Naturbad auf Nachhaltigkeit. Das Bad wird mit Grundwasser gespeist, das vor Ort gewonnen wird. Im Gegensatz zu herkömmlichen Freibädern wird das Wasser auch im Winter nicht abgelassen. Solarplatten sichern die Stromversorgung. Im Vordergrund die Einfassung des neuen Filters.

Die Stadt setzt beim Naturbad auf Nachhaltigkeit. Das Bad wird mit Grundwasser gespeist, das vor Ort gewonnen wird. Im Gegensatz zu herkömmlichen Freibädern wird das Wasser auch im Winter nicht abgelassen. Solarplatten sichern die Stromversorgung. Im Vordergrund die Einfassung des neuen Filters. © Thomas Aschwer

Der Wanderweg ist in Mitleidenschaft gezogen - und muss wieder instand gesetzt werden. Allerdings erhofft sich die Stadt von der Maßnahme einen möglichst perfekten Kreislauf. Das Wasser im Bad wird auf dem eigenen Gelände aus nur wenigen Meter Tiefe gepumpt. Auch bei der Stromversorgung spielt Ökologie eine große Rolle. Hier setzt die Stadt auf Solarplatten.

Stadt steckt im zweiten Jahr in Folge viel Geld in Naturbad

Mit der Filteranlage investiert die Stadt im zweiten Jahr in Folge in das Naturbad. In 2019 hatte sie ein neues Wirtschaftsgebäude inclusive einer kleinen Werkstatt und einer Umkleide für die Mitarbeiter errichtet. Zudem wurden Ein- und Ausgang räumlich getrennt.

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