Naturfotograf Thomas Sbampato enführt Zuschauer in die Wildnis

zeigezeit

OLFEN Bunte Wetterleuchten schlängeln sich durch nächtliche Landschaften, Eisbären tummeln sich im Schnee, Wale lassen ihre Flossen aus dem Meer gucken - und das alles in Olfen. In der Stadthalle präsentierten zeigezeit und Thomas Sbampato einen Diavortrag, der in die Wildnis Kanadas und Alaskas entführte.

von Von Marie Rademacher

, 27.10.2009, 16:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Referent ist ein erfolgreicher und international anerkannter Naturfotograf. Seit 20 Jahren schon lässt ihn die Natur als Objekt nicht los, will er ihre Schönheit einfangen, sie anderen Menschen zeigen und so ihren Wert statuieren.

Sehr beeindruckend waren die feinfühligen Bilder, manchmal geradezu herzzerreißend schön.

Nicht minder beeindruckend waren aber auch die Informationen und Geschichten, die Thomas Sbampato zu den Bildern mitlieferte. Im Pazifischen Ozean, so erzählte er beispielsweise, hatte er einmal eine abenteuerliche Begegnung mit einer Gruppe von Buckelwalen. Direkt unter dem Boot, auf dem sich Sbampato und seine Kollegen befanden, bildeten die Wale einen Kreis. Langsam stiegen sie auf, das Boot ruckelte und schaukelte. Glücklich rutsche es schließlich aber von dem Rücken eines Buckelwales ab, ohne dabei zu kentern. Am Sonntag zeigte Sbampato Bilder dieser gefährlichen Situation - mit einer Hand an der Brüstung und der anderen am Auslöser hatte er sie geschossen.Bärin greift an

Eine solche Ruhe konnte er in einer anderen Situation nicht bewahren. Diese ereignete sich, so erläuterte Thomas Sbampato, während er ein Bild einer Braunbärin an die Wand warf, im Katmai Nationalpark in Alaska. "Nur einmal bin ich sei meiner Arbeit dort ernsthaft von einer Bärin angegriffen worden - und das war ganz allein mein Fehler", erzählte er.

Er hatte die Bärin für längere Zeit verfolgt, auf diese Weise genervt und verärgert. Sie drehte sich um und kam auf den Fotografen zu, so nahe, dass dieser ihren fischigen Atem schon riechen konnte. Das einzige, was ihm in dieser Situation einfiel war, wild zu schreien. Aus dieser Lage rettete ihn dann aber der Freund, mit dem er unterwegs gewesen war. Er kam nämlich seelenruhig auf die sich Angiftenden zu, steckte sich eine Zigarette an und vermittelte durch ruhiges Zureden zwischen den Streitenden. Die Bärin zog schließlich ab.

So lauteten nur zwei der zahlreichen Geschichten "von einem ganz normalen Tag im Büro eines Naturfotografen", wie Sbampato es formulierte. Lebendig und ungeheuer packend ließ er die Zuschauer in Olfen an seiner Reise teilhaben und hinterher war es fast so, als wäre man mit unterwegs gewesen.

 

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