Die Brücke wurde am Sonntag an Ort und Stelle geschoben. © Werner Zempelin
Bundesstraße B474n

Neue Brücke über Kanal: Ortsumgehung B474n großen Schritt weiter

Lang ersehnt: Das ist die neue Ortsumgehung für die Städte Waltrop und Datteln durch die Bundesstraße B474n. Seit dem Wochenende ist man jetzt ein gutes Stück näher am Ziel: Die neue Brücke ist da.

Straßen.NRW baut die Bundesstraße B474n als Ortsumgehung für die Städte Datteln und Waltrop. Zum ersten Bauabschnitt gehört eine neue 126 Meter lange Stabbogenbrücke, über die die Umgehungsstrecke den Dortmund-Ems-Kanal im Bereich des Dattelner Meeres queren wird. Sie hat zwei Fahrspuren und einen separat geführten Geh- und Radweg. Am vergangenen Wochenende (12./13. Dezember) wurde die imposante Brücke mit Hilfe von Schwimmpontons über den Dortmund-Ems-Kanal im Bereich des Dattelner Meeres geschoben.

Knapp 130 Meter lang und an ihrer höchsten Stelle fast 22 Meter hoch ist die neue Stabbogenbrücke und hatte während des Einschubs ein Gesamtgewicht von knapp 1350 Tonnen, „das entspricht dem Leergewicht von fünf Airbus‘ A380“, so Ahmed Karroum von Strassen.NRW. Diese riesige Masse musste äußerst vorsichtig bewegt werden, damit sie einerseits nicht beschädigt wurde und andererseits auf den Zentimeter genau an der sogenannten Vorlandbrücke aus Beton auf dem nördlichen Ufer ankam.

Knapp 130 Meter lang und an ihrer höchsten Stelle fast 22 Meter hoch ist die neue Stabbogenbrücke.
Knapp 130 Meter lang und an ihrer höchsten Stelle fast 22 Meter hoch ist die neue Stabbogenbrücke. © Werner Zempelin © Werner Zempelin

Mit mehreren sogenannten Verschubeinheiten, bestehend aus vielen Rädern, wurde die Brücke zunächst von ihrem Konstruktionsort am südlichen Ufer an den Kanal gerollt und dann auf zwei lenkbaren Pontons über den Kanal geschoben. Damit die Wasserbewegung von vorbeifahrenden Schiffen oder aus den Schiffshebewerken die Pontons nicht aus dem Gleichgewicht bringen konnten, mussten der Wesel-Datteln-Kanal und der Dortmund-Ems-Kanal sowie die umliegenden Schleusen für den Schiffsverkehr gesperrt werden.

Bereits am frühen Sonntagnachmittag war die Brücke dann an ihrem richtigen Standort angekommen. Sie muss jetzt „nur noch“ passgenau abgesenkt werden.

Lückenschluss bis zur Olfener Straße

Am zweiten Bauabschnitt, der Verbindung zwischen den beiden Städten Waltrop (L609) bis zur B235 zwischen Datteln und Olfen hat der Bau der Straßenabzweigung bereits begonnen. Und voraussichtlich im Frühjahr 2021 im dritten Dattelner Bauabschnitt erfolgt dann der Lückenschluss nördlich der neuen Brücke bis hin zur B235 (Olfener Straße) mit zwei weiteren neuen Brücken: einmal über den Dattelner Mühlenbach sowie die Überführung des Natroper Weges. „Die Gesamtkosten für die B474n im Abschnitt Datteln liegen bei circa 24,5 Millionen Euro, davon 10 Millionen für die neue Brücke“, so Sebastian Felgerhauer, Projektleiter bei Straßen.NRW.

Am Wochenende wurde die schwere Brücke an die richtige Stelle gehoben - in Zukunft wird sie zum Überqueren des Dortmund-Ems-Kanals dienen.
Am Wochenende wurde die schwere Brücke an die richtige Stelle gerollt – in Zukunft wird sie zum Überqueren des Dortmund-Ems-Kanals dienen. © Werner Zempelin © Werner Zempelin

Die seit mehr als 40 Jahren von Waltroper Anwohnern und im Stau stehenden Autofahrern herbeigesehnte Umgehung von Waltrop (Autobahnende A45 bis zur L609) befindet sich noch im Planfeststellungsverfahren. Jahrelange Prozesse – der letzte dauerte allein 9 Jahre – hatten bisher verhindert, dass die neue B474n als Nord-Südachse die B235 (Olfener Straße) in Datteln und die L609 in Waltrop vom Durchgangsverkehr entlasten kann. Sie würde das südöstliche Münsterland viel besser und vor allem umweltfreundlicher mit dem Ruhrgebiet verbinden und soll darüber hinaus geplante Vorhaben wie das Industrieareal „newPark“ an das großräumige Straßennetz (A2 und A45) anbinden.

Und damit dem Naturschutz Rechnung getragen wird, umfassen die vorgesehenen Kompensationsmaßnahmen eine Fläche von insgesamt etwa 38 Hektar. Darüber hinaus tragen Amphibienschutzmaßnahmen, die Anlage von Schutzzäunen und Überflughilfen entlang der Trasse zur Vermeidung artenschutzrechtlicher Konflikte bei.

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