Stadt treibt Projekt „Neue Stever“ weiter voran - Baubeginn in zwei bis drei Jahren

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Fische in der Stever haben ein Problem: Vor allem im Sommer stellen vier Wehre im Bereich der beiden Stauseen Haltern und Hullern ein unüberwindbares Hindernis dar. Das soll sich ändern.

Olfen

, 26.03.2020, 19:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Plan von der „Neuen Stever“ ist nicht neu. Bereits Altbürgermeister Josef Himmelmann hat die Idee von einer direkten Verbindung von Stever und Lippe entwickelt. Mittlerweile hat die Stadt Olfen eine Baugenehmigung für das Projekt. „In zwei bis drei Jahren können die Arbeiten beginnen“, sagt Himmelmanns Nachfolger Wilhelm Sendermann.

Ungeachtet der neu aufkommenden Kritik an dem Mammutprojekt durch die UWG („Mehr Probleme als Lösungen“) sieht Olfenes Bürgermeister viele Vorteile. Um den Sinn der Maßnahme zu erkennen, muss man tiefer in das Thema Wasserwirtschaft eintauchen. Ein Bereich mit gewaltigen Zahlen und teils starken Eingriffen in die Natur.

Stever fließt an der Stadtgrenze in den Hullerner Stausee

Hilfreich ist dabei ein Blick auf die Karte. Die Stever fließt von Lüdinghausen kommend zunächst im großen Bogen nördlich rund um Olfen. Später fließt sie weitgehend parallel zur Kökelsumer Straße, um dann kurz hinter der Unterführung der B58 in den Hullerner Stausee zu fließen. Damit wird sie zum wichtigen Aspekt der Wasserwirtschaft.

4,2 Kilometer lang ist die geplante Verbindung von Stever und Lippe auf Olfener Stadtgebiet.

4,2 Kilometer lang ist die geplante Verbindung von Stever und Lippe auf Olfener Stadtgebiet. © Grafik Klose

Mit 9,6 Millionen Kubikmeter Wasser ist der Stausee nach Auskunft der Gelsenwasser AG sehr gut gefüllt. „Die maximale Füllmenge beträgt 11 Millionen Kubikmeter“, sagt Pres­se­spre­cherin Heidrun Becker. Wasser für einen höheren Füllgrad wäre genug vorhanden. „Aktuell lassen wir aber Luft für möglicherweise starke Frühjahrs-Niederschläge.“

Geplanter Fluss wäre die zweite Verbindung zwischen Lippe und Stever

Mit der Mündung in den Stausee endet die Stever aber nicht. Am Stausee-Ende beginnt die sogenannte Zwischenstever - ein rund eineinhalb Kilometer langer Fluss, der in Höhe des Stockwieser-Damms (Seebad) in den Halterner Stausee fließt. Auch dieser Stausee kann nicht „überlaufen“ , dafür sorgt das letzte Stück der Stever.

Der Lippebogen in Olfen in Höhe des Aussichtsturmes - hier soll die Neue Stever in die Lippe fließen.

Der Lippebogen in Olfen in Höhe des Aussichtsturmes - hier soll die Neue Stever in die Lippe fließen. © Foto Thomas Aschwer

Nach einigen Schleifen mündet die Stever in die Lippe. Stever und Lippe sind also bereits verbunden. Die geplante „Neue Stever“ wäre also eine zweite Verbindung der beiden heimischen Flüsse. Die Gelsenwasser AG ist bei dem von der Stadt Olfen offensiv vorgetragenen Thema zurückhaltend.

Gelsenwasser befürchtet Auswirkungen auf Talsperrenbetrieb

Heidrun Becker sagt, dass sich Unternehmen und Stadt „in der Phase der Gesprächsführung befinden.“ Aus Sicht des Unternehmens hätte der in Olfen geplante Bypass „Auswirkungen auf den Talsperrenbetrieb“. Gelsenwasser befürchtet geringere Zuläufe zu den Stauseen, die eventuell durch den Dortmund-Ems-Kanal ausgeglichen werden könnten.

Die Stadt Olfen betont die ökologischen Vorteile einer Neuen Stever, sieht aber zwei Probleme - die Finanzierung und das Bodenmanagement. Für ein neues rund 4,2 Kilometer langes Flussbett sind gewaltige Erdbewegungen notwendig.

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