Notfalldienst vor Ort: Kein Honorar mehr für Ärzte

OLFEN Gesprächsbedarf sah die CDU zum Thema „Notfallversorgung in Olfen“ und lud zur offenen Fraktionssitzung in die Hansainsel Leismann ein. Seit Anfang des Jahres ist auch Olfen an den zentralen Notfalldienst in Lüdinghausen angeschlossen. Dr. Konstantin Koralewski erklärte die Hintergründe.

19.03.2009, 13:36 Uhr / Lesedauer: 1 min

Als Referenten begrüßte er Dr. Konstantin Koralewski, der die Versorgungspolitik als bürgerfern beurteilte. Die Olfener Ärzte haben sich in den letzten drei Jahren noch erfolgreich dagegen wehren können, sich dem Notfalldienst in Lüdinghausen anzuschließen. Doch jetzt gibt es kein Honorar mehr. Die Ärzte sind machtlos und Dr. Koralewski verärgert über eine Politik, die auf dem Rücken der Patienten ausgetragen wird. Ob die Patienten demnächst sogar bis nach Coesfeld fahren müssen, wie das für Kinder bereits der Fall ist, bleibt abzuwarten. 

Als schwache Argumente bewertete der erfahrene Arzt die Gründe der KV (Kassenärztliche Vereinigung), die für die neue Regelung vorgeschoben werden. Junge Ärzte würden sich nicht niederlassen, wenn der Notfalldienst nicht geregelt sei. Hausärzte hätten keine zentrale Notdienst-Nummer. Und natürlich ginge es auch um leere Kassen. Er hielt dagegen, dass mit dem Geld der Krankenversicherungsbeiträge die Renten- und Arbeitslosenversicherung finanziert wurde. 1975 habe es eine zehnprozentige Rentenerhöhung gegeben. Dieses Geld fehlt den Krankenkassen.  „Wir haben das drittteuerste Gesundheitswesen und die beste Versorgung der Welt“, so Dr. Koralewski. Einen großen Vorzug des deutschen Gesundheitswesens sah er in der hohen Facharztdichte, die nach dem Willen der Politik zu 40 Prozent abgeschafft werden soll. Selbst die Ausbildung von Assistenzärzten wird nicht mehr bezahlt.

Entsprechend verständnislos und besorgt reagierten die vielen Zuhörer und Bürgermeister Josef Himmelmann. 20 Euro bekommt ein Arzt für eine Notfallbehandlung. Agnes Himmelmann stellte die Überlegung an, ob ein Patient bereit sei, diesen Betrag aus eigener Tasche zu tragen. Eine Arbeitsgruppe mit Christoph Kötter, Christoph Pettrup, Dr. Koralewski, Agnes Himmelmann und Angelika Holz wollen das Thema weiter ausarbeiten.

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