Örtliche Christdemokraten haben einen klaren Favoriten für den Parteivorsitz der CDU

Merkel-Nachfolge

Nur noch wenige Tage, dann steht der oder die neue Parteivorsitzende für die CDU fest. Das Stimmungsbild aus den Ortsverbänden der Union ist eindeutig.

Selm, Nordkirchen, Olfen

von Mona Wellershoff

, 06.12.2018, 10:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Örtliche Christdemokraten haben einen klaren Favoriten für den Parteivorsitz der CDU

Angela Merkel gibt ihre Position an der CDU-Parteispitze ab. © picture alliance/dpa

Jetzt wird es sich entscheiden. Vom 6. bis zum 8. Dezember tagt der 31. Parteitag der CDU Deutschland in Hamburg. Die wohl wichtigste Frage, über die dort die 1001 Delegierten abstimmen werden: Wer wird Angela Merkels Nachfolger an der Spitze der Partei? Bei den Ortsverbänden in der Region kristallisiert sich eine klare Tendenz heraus.olge stehen CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer (56), Rechtsanwalt, Lobbyist und CDU-Politiker Friedrich Merz (63) und der CDU-Bundesminister für Gesundheit, Jens Spahn (38).

Bolte: Zeit für Veränderung

Rainer Bolte, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes Nordkirchen ist nach eigener Aussage bekennender Merkel-Fan: „Merkel hat große Dienste für Deutschland geleistet“, sagt er auf Anfrage.

Trotzdem sieht der Lokalpolitiker eine dringende Notwendigkeit für einen Umschwung. Und das vor allem bei Betrachtung der verehrenden Wahlergebnisse der Hessen- und Bayernwahl. „Die Wähler setzen damit ein eindeutiges Zeichen für Veränderung. Das macht den Wechsel der Parteispitze, so schwer er auch fällt, wichtig und auch richtig.“ Wer demnächst an der Spitze der CDU stehen soll, darüber lief eine Umfrage in dem Gemeindeverband. Um diese hatten die fünf Delegierten gebeten, die die Gemeinde in Hamburg vertreten werden.

Stand jetzt (3. Dezember) läge Friedrich Merz laut Rainer Bolte mit geschätzten zwei Drittel der Stimmen vorne, dicht gefolgt von Annegret Kramp-Karrenbauer. Was ihn persönlich überrasche: Dass der Kandidat Jens Spahn, der immerhin aus dem Münsterland komme, gerade einmal drei oder vier Stimmen bekommen habe.

Persönlich hin- und hergerissen

Persönlich schwanke Rainer Bolte allerdings auch zwischen den beiden Kandidaten Merz und Kramp-Karrenbauer. „Mit Herrn Merz würde uns ein großer Umschwung gelingen, Frau Kramp-Karrenbauer wäre eine super Vermittlungs-Kraft.“ Er sei unsicher, was die Partei momentan mehr brauche.

Allerdings: „Nach großer Abwägung würde ich mich für Friedrich Merz entscheiden“, sagt Rainer Bolte. Auch, weil er die Hoffnung habe, dass der Politiker die an die AfD verlorenen Wähler zurückgewinnen könnte. Dann sehe er die CDU sogar wieder bei 40 Prozent. Zudem spricht Bolte an, dass die großen Probleme momentan im sozialen Bereich lägen, beispielsweise in bezahlbaren Mieten. Er wünsche sich, dass die soziale Frage ein größeres Thema in der Politik werde. Für den Gemeindeverbands-Vorsitzenden Rainer Bolte steht allerdings fest: „Egal, wie die Wahl ausgeht, ich kann mit jedem der drei Kandidaten hervorragend leben.“

„Alles geeignete Kandidaten“

Dieser Meinung sind auch Klaus Düllmann vom Olfener Stadtverband der CDU sowie Marc Henrichmann, Mitglied des Bundestags und Vorsitzender des CDU- Kreisverbandes Coesfeld. Beide geben kein eindeutiges Statement ab, sind sich aber dennoch in einem einig: „Ich glaube, wir haben drei gute Kandidaten zur Auswahl und ich hoffe, dass alle der CDU erhalten bleiben“, so Klaus Düllmann.

Auch Henrichmanns Büro teilt mit, dass sich laut dem Bundestagsabgeordneten alle Kandidaten „hervorragend eignen“ würden.

Andreas Wißmann, Vorsitzender der CDU-Ortsunion Cappenberg positioniert sich konkreter. Er könne natürlich nicht für die gesamte Ortsunion sprechen, da man dieses Thema noch nicht in der Mitgliederversammlung geklärt habe, aber persönlich favorisiere der Lokalpolitiker Friedrich Merz. Durch eine zufällige Begegnung am Dortmunder Flughafen vor ungefähr 15 Jahren habe Wißmann die Gelegenheit gehabt, Merz persönlich kennenzulernen. „Er ist ein kritischer Mensch, der aber auch Humor hat“, so Wißmann. Außerdem sehe er einen Vorteil darin, dass man jemanden an der Spitze habe, der nicht aus dem Umfeld Merkels komme. Man brauche seiner Meinung nach Erneuerung in der Partei. „Friedrich Merz hat außerdem Erfahrungen in internationalen Verhandlungen. Gerade in Zeiten des Brexit und Co ist es wichtig, jemanden zu haben, der sich auf dem internationalen Handelsparkett auskennt“, merkt Wißmann an.

Die CDU-Fraktion Selm sieht Friedrich Merz ebenfalls mehrheitlich als besten Kandidaten für die Merkel-Nachfolge an, wie es auf der Klausurtagung in Schapdetten deutlich wurde.

Lesen Sie jetzt

Wer folgt Angela Merkel an der Spitze der CDU nach? Die Selmer Christdemokraten sind sich zwar nicht komplett einig, haben aber eine starke, mehrheitliche Empfehlung.

Lesen Sie jetzt