Olfen rollt den Radfahrern auf der Bilholtstraße den roten Teppich aus

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Die Zeit für die letzte Ampelkreuzung in Olfen läuft unwiderruflich ab. Auf der Bilholtstraße soll ab Ende 2019 ein Kreisverkehr entstehen - ein wichtiges Element eines größeren Projektes.

Olfen

, 23.01.2019, 11:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der grobe Terminplan steht: Im Frühjahr will die Stadt die Bürger über die geplanten Veränderungen auf der Bilholtstraße zwischen den Supermärkten Netto und Rewe vorstellen. Sie muss ein Stück weit eine Quadratur des Kreises sein. Unbestritten ist die Bilholtstraße eine der Olfener Hauptachsen und damit entsprechend stark befahren. Gleichzeitig soll mit einem Umbau die Sicherheit der unmotorisierten Verkehrsteilnehmer erhöht werden. Ganz im Sinne der vielen Besucher des Leohauses und der Menschen, die hier zu den Ärzten und in die Geschäfte gehen.

An der Stadthalle entsteht ein Mobilpunkt

Der „Königsweg“ bei der Umgestaltung ist eine Verschiebung der Prioritäten. „Wir wollen dem Fahrradverkehr mehr Bedeutung einräumen“, sagt Bürgermeister Wilhelm Sendermann. Ein wichtiges Element wird deshalb bei der Umgestaltung der Bilholtstraße die Farbgestaltung sein. Der Radweg soll komplett in Rot gehalten sein. Ein Ansatz, der aus Münster und insbesondere aus den Niederlanden bekannt ist. „Wir verstehen uns als Kommune, wo Radfahrverkehr eine besondere Bedeutung hat“, sagt Sendermann und verweist auf den „guten Austausch mit der Olfener ADFC-Ortsgruppe“.

Die Bedeutung will die Stadt auch in der Form betonen, dass ein in gleicher Form gestalteter Radweg auch Richtung Stadthalle an der Straße Zur Geest weitergeführt wird. Die Gründe liegen auf der Hand. Aktuell laufen die Ausschreibungen für den „Mobilpunkt“, der neben der Stadthalle entsteht und die verschiedenen Verkehrsformen verknüpft - vom Bürgerbus über den Schnellbus bis eben hin zum Rad. Bürgermeister Sendermann rechnet mit einem Baubeginn des Mobilpunktes in diesem Sommer.

Stadt Olfen hofft auf Fördermittel vom Land

Bis dahin sollen auch wichtige Weichen für den Umbau der Bilholtstraße gestellt sein. Im vergangenen Jahr hat das Land NRW der Stadt Olfen eine Förderperspektive für 2019 aufgezeigt, nachdem der erste Anlauf weniger erfolgreich gewesen war. Nach intensiven Diskussionen über die Umgestaltung der Straße hatte die Stadt auf Mittel aus der Städtebauförderung bemüht. Das funktionierte aber auch deshalb nicht, weil die Straße eine Hauptachse innerhalb der Innenstadt ist. Aufgeben war für Olfen aber kein Thema, vielmehr wechselte die Stadt den Finanzierungsansatz.

Mittlerweile ist Sendermann zuversichtlich, dass die Stadt bei diesem Großprojekt finanziell stark unterstützt wird.

Für das Gesamtprojekt rechnet die Stadtverwaltung mit Kosten von insgesamt rund 1,6 Millionen Euro, davon rund 150.000 Euro für den Mini-Kreisverkehr an der Bilholtstraße. Läuft alles wie erhofft, übernimmt das Land 60 Prozent der förderfähigen Kosten. Dafür muss im Frühjahr die Entwurfsplanung in die Bürgerbeteiligung. Die dann abgestimmten Pläne muss die Ratsmehrheit auf den Weg bringen. Wenn in 2020 die Maßnahme abgeschlossen ist, hat die Stadt Olfen keine einzige Ampelkreuzung mehr.

Zur Wahrheit gehört allerdings, dass die Steverstadt beim Aufbau von Ampeln immer sehr zurückhaltend war. Zu „Spitzenzeiten“ gab es drei Ampelkreuzungen, an der Bilholtstraße/Zur Geest, an der Kreuzung Zur Geest/Lindenstraße und an der Kreuzung B235/B236 (Westfalen-Tankstelle). Die Zahl der bereits existierenden Kreisverkehre ist deutlich größer.

Umbau der Kreuzungen begann Mitte der 90er Jahr

Bereits Mitte der 1990er-Jahre haben die Verantwortlichen die Vorteile dieser Verkehrsregelung erkannt. Der erste Umbau einer Kreuzung erfolgte in Vinnum. Nachdem dieser Kreisverkehr gebaut war, ging es „Schlag auf Schlag“ weiter. Bereits 2016 gab es neun Kreisverkehre in Olfen. Gestiegen sind dabei in den Jahren die Kosten. Beim letzten realisierten Kreisverkehr B235/K8 (Vinnumer Landweg) beliefen sich die Gesamtkosten auf 725.000 Euro. Davon musste die Stadt 227.000 Euro übernehmen. Dagegen wird der Mini-Kreisverkehr an Bilholtstraße geradezu ein „Schnäppchen“ sein.

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