Olfen will Buddelverein für schnelles Internet gründen

Glasfaser-Internet

Seit einigen Wochen gibt es Glasfaser-Internet in Vinnum, auch der Wohnpark Eversum ist angeschlossen. Doch in den Außenbereichen ist schnelles Surfen noch nicht möglich. Das soll sich durch einen neuen Verein ändern. 

Olfen

, 01.02.2018, 05:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
In Nordkirchen haben Landwirte das Verlegen der Leerrohre im Außenbereich übernommen. Diese Idee gibt es nun auch in Olfen.

In Nordkirchen haben Landwirte das Verlegen der Leerrohre im Außenbereich übernommen. Diese Idee gibt es nun auch in Olfen. © Foto: Karim Laouari

Schnelles Internet wird immer wichtiger. In vielen Bereichen Olfens ist schnelles Surfen möglich. Doch auf den vielen Hofstellen im Außenbereich ist dies bisher nur ein Traum. Doch nun ist eine Lösung in Sicht.

Vor einigen Wochen gründete sich ein Arbeitskreis, bei dem auch Landwirte mitarbeiten. Norbert Stork und Bernhard Brüse informierten den Haupt- und Finanzausschuss am Dienstag über den Stand der Dinge. „Rund 70 bis 75 Prozent der Bürger im Außenbereich haben ihr Interesse an schnellem Internet bekundet“, so Bernhard Brüse. Es gebe rund 350 Hofstellen mit rund 650 Haushalten. „Mit der Zahl sind wir schon zufrieden. Es werden wohl auch noch mehr“, erklärte Bernhard Brüse.

95 Kilometer

Überlegt wird die Verlegung der Leerrohre – es wären rund 95 Kilometer – in Eigenleistung. „Wir würden einen Buddelverein gründen, der sich um die Tiefbauarbeiten kümmert“, so Norbert Stork. Der Anschluss koste dann zwischen 2000 und 2500 Euro.

Die Gräben und die Verlegung der Leerrohre für die Glasfaserleitungen müssten die Grundstücksbesitzer selbst übernehmen, oder Aufträge an Unternehmen vergeben. Der Arbeitskreis befasste sich auch mit einer staatlich geförderten Breitbandversorgung.

Die Wirtschaftsförderung des Kreises hat die Kosten bei einer Förderung mit rund 5,9 Millionen Euro berechnet. Stork: „Die Stadt müsste dann aber einen Eigenanteil von zehn Prozent übernehmen.“ Ein Nachteil bei einer Förderung wäre, so Norbert Stork, der Zeitfaktor. „Dann müssen wir von drei Jahren ausgehen.“ Bürgermeister Wilhelm Sendermann erklärte, man müsse auch in den Genuss einer Förderung kommen.

Anbieter suchen

In einem Gespräch mit der Redaktion erläuterte Klemens Brömmel von der Stadtverwaltung, dann müsste es zum Beispiel eine europaweite Ausschreibung der Tiefbauarbeiten geben. Brömmel: „Und dies ist nicht in kurzer Zeit zu machen.“ Sollte der Buddelverein die Tiefbauarbeiten organisieren, könne man in ein bis einhalb Jahren schnelles Internet zur Verfügung haben. Man müsse auch einen Anbieter finden. Stork: „Wir führen nun Gespräche mit möglichen Anbietern.

Wie Klemens Brömmel auf Anfrage erklärte, könne dies auch die Olfenkom sein. Es müsse sich aber wirtschaftlich darstellen lassen. Gespräche sollen auch mit dem Anbieter Muenet geführt werden. Dieser verwirklicht schnelles Internet zurzeit im Außenbereich von Nordkirchen. Auch dort sind die Tiefbauarbeiten in Eigenleistung durchgeführt worden.

Welcher Weg im Außenbereich nun eingeschlagen wird, soll sich, so Klemens Brömmel, bis Ende Februar entscheiden. Sollte der Buddelverein aktiv werden, müssen sich alle, die bisher kein Interesse gezeigt haben, überlegen, ob sie mit im Boot sein wollen. Stork: „Der nachträgliche Anschluss ist dann nicht mehr möglich.“ Dies wäre technisch nicht zu machen. 

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