Die Jugendlichen genießen ihre Ausbildung in der weiterführenden Schule. Es ist ein regelrechtes Schulzentrum entstanden. Mit Unterstützung des Förderkreises in Olfen. © Charles Onuh
Förderkreis

Olfener Engagement für nigerianisches Dorf Umulokpa trägt Früchte

Am Anfang stand ein großes Ziel: Eine Schule für Umulokpa. Ein Meilenstein für das arme Dorf in Nigeria. Mittlerweile ist mehr als nur eine Schule entstanden. Mit Hilfe aus Olfen.

Knapp 7000 Kilometer liegen zwischen Olfen und dem Dorf Umulokpa in Nigeria. Eine riesige Entfernung. Und doch ist das Dorf sehr nahe an Olfen. Besser gesagt: an den Olfenern.

Seit 2012, als die Olfener Adelheid Kortmann-Walterbusch und Johannes Walterbusch gemeinsam mit dem damaligen Pfarrer der St.-Vitus-Gemeinde Olfen, Bernd de Baey, das Dorf Umulokpa und den befreundeten Pfarrer Dr. Charles Onuh besucht haben, ist ihnen das Dorf nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Den großen Wunsch von Charles Onuh, eine Schule in Umulokpa zu gründen, wollten sie unterstützen. Aus dem „Wollen“ ist mehr geworden, als man sich am Anfang wohl hat erträumen können. Dank der Unterstützung des damals eigens gegründeten Olfener Förderkreises „Eine Schule für Umulokpa“ ist nicht nur die Grundschule entstanden, sondern auch ein Kindergarten und eine weiterführende Schule. Mit Geld aus Olfen werden jetzt auch die Lehrer bezahlt.

Kinder haben Hoffnung bekommen

So viel zur materiellen Seite der Geschichte zwischen Olfen und Umulokpa. „Durch die Hilfe aus Olfen haben die Kinder wieder eine Hoffnung bekommen.“ Der Mann, der das sagt, weiß, wovon er spricht. Charles Onuh war derjenige, der das Anliegen am Anfang an Menschen aus Olfen herangetragen hat. In Olfen hatte er zweimal die Vertretung des Pfarrers übernommen. Daraus sind Freundschaften entstanden. Gerade ist Charles Onuh, den alle nur Charlie nennen, wieder in Olfen zu Besuch.

Diese Grundschüler in Umulokpa haben jetzt eine bessere Perspektive. Dank der Hilfe des Förderkreises in Olfen.
Diese Grundschüler in Umulokpa haben jetzt eine bessere Perspektive. Dank der Hilfe des Förderkreises in Olfen. © Charles Onuh © Charles Onuh

Im Gespräch mit der Redaktion macht er deutlich, wie immens wichtig es ist, dass die Olfener ihre Herzen geöffnet haben für die Menschen im Dorf Umulokpa: „Am Anfang haben die Kinder unter einem Baum Unterricht bekommen. Um die staatlichen Schulen kümmert sich ja niemand. Die Kinder hatten keine Zukunft.“ „Hatten“ – so sagt es Onuh. Denn mittlerweile sieht die Zukunft der Kinder und auch der Jugendlichen in Umulokpa anders aus. Geld aus dem Bistum Münster und die Spenden an den Förderkreis Olfen sind in den vergangenen acht Jahren in Umulokpa sinnvoll verwendet worden. Schulabschluss, Ausbildung, Studium: Den jungen Menschen stehen Wege offen, die einst nicht so einfach einzuschlagen waren.

Das Schulzentrum ist mittlerweile der besseren sozialen Kontrolle wegen mit einem Zaun umgeben.
Das Schulzentrum ist mittlerweile der besseren sozialen Kontrolle wegen mit einem Zaun umgeben. © Charles Onuh © Charles Onuh

Was so einfach klingt, ist nicht einfach. Unermüdlich haben die Olfener in ihrem Umfeld für das Anliegen geworben. Selbst bis zum Bistum Münster glühten die Drähte erfolgreich. Und zu einer Schule für Hörgeschädigte gab es ebenfalls Kontakte, die durch die Erlöse von Spendenläufen dort den Spendenanteil für Nigeria erhöht haben. Das Engagement erlahmt nicht. „Dieses Projekt ist uns allen ans Herz gewachsen“, erzählt Adelheid Kortmann-Walterbusch vom Förderkreis. Charles Onuh lächelt. Er weiß, dass er sich auf seine Olfener verlassen kann. Trotz mehrfacher Wechsel an der Spitze der Gemeinde „Holy Cross“, trotz der 7000 Kilometer, die zwischen Umulokpa und Olfen liegen.

Hilfe zur Selbsthilfe

Dieses ist ein beeindruckendes Projekt, das zeigt, wie etwas gelingen kann, wofür Politiker werben: zu helfen, den Menschen in den armen Ländern eine Perspektive zu geben. Flüchtlingsströme seien zu verhindern, indem Probleme in den Heimatländern der Flüchtlinge angepackt werden, heißt es immer wieder. Der Olfener Förderkreis tut das. In einem armen Dorf in Nigeria. „Die Hoffnung ist ja, dass junge Menschen durch ihre Ausbildung in Nigeria mit dazu beitragen, dass Strukturen in dem Land aufgebaut werden können“, sagt Johannes Walterbusch vom Förderkreis. Hilfe zur Selbsthilfe nennt man das wohl.

Charles Onuh und der Förderkreis mit Adelheid Kortmann-Walterbusch und Johanes Walterbusch haben bisher schon einen langen Weg beschritten, um die Strukturen in Umulokpa zu verbessern. Der Weg ist noch lange nicht zu Ende.
Charles Onuh und der Förderkreis mit Adelheid Kortmann-Walterbusch und Johanes Walterbusch haben bisher schon einen langen Weg beschritten, um die Strukturen in Umulokpa zu verbessern. Der Weg ist noch lange nicht zu Ende. © Arndt Brede © Arndt Brede

Auch, wenn die Gebäude jetzt stehen. Hilfe benötigen die Menschen in Umulokpa nach wie vor. Derzeit gilt es verstärkt, die Kontinuität der Bezahlung der Lehrer im kleinen Schulzentrum von Umulokpa zu sichern.

Mit Frank Seiler freuen sich Uwe Brunn (rechts), Abteilungsleiter der Oberstufe, sowie Martin Reuter (links), Schulseelsorger.
Mit Frank Seiler freuen sich Uwe Brunn (rechts), Abteilungsleiter der Oberstufe, sowie Martin Reuter (links), Schulseelsorger. © Wolfhelm-Gesamtschule © Wolfhelm-Gesamtschule

Unterstützung hat der Förderkreis jetzt von den 2021er Abiturienten der Wolfhelm-Gesamtschule Olfen bekommen. Gemeinsam mit sechs weiteren Abiturienten übergab Laura Müglich die Spende von 445,78 Euro an Frank Seiler vom Förderkreis Olfen. Die Spende wurde im Gottesdienst zur Abiturfeier im Juni 2021 gesammelt. „Mit 445 Euro kann eine Lehrkraft für ein halbes Jahr finanziert werden.“, erläuterte Seiler, der auch Lehrer an der Wolfhelm-Gesamtschule ist, den Abiturienten den Wert der Spende. „Wir freuen uns über jede Spende, die den Unterhalt der Schule in Umulokpa sichert.“

Wer den Förderkreis Olfen unterstützen möchte, kann Geld auf folgendes Konto überweisen: Volksbank Südmünsterland-Mitte eG; IBAN DE64 4016 4528 2712 1460 11. Stichwort: Förderkreis Nigeria. Eine Schule für Umulokpa.

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Redaktion Selm
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Arndt Brede

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