Pöbelei im Bürgerbüro: Mitarbeiterin ruft Polizei

Anzeige erstattet

Eine Mitarbeiterin des Olfener Bürgerbüros stellt nach einer Pöbelei am Dienstag Strafanzeige. Die beschuldigte Frau, die als Flüchtling in Olfen wohnt, habe die Mitarbeiterin berührt und geschoben. Bürgermeister Wilhelm Sendermann hält die Anzeige für folgerichtig.

OLFEN

, 20.10.2016, 14:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Bürgerbüro in Olfen.

Das Bürgerbüro in Olfen.

Dass es schon mal laut wird im Gespräch mit Kunden, komme vor, sagt Bürgermeister Wilhelm Sendermann. „Dass wir uns aber genötigt sehen, Strafanzeige gegen jemanden zu stellen, gab es noch nie – bis Dienstagmorgen.“

Es ist kurz nach 10 Uhr, als eine Frau, die als Flüchtling in Olfen wohnt, zusammen mit ihren beiden Kindern das Bürgerbüro am Markt betritt. Das Gespräch mit der Mitarbeiterin gestaltet sich schnell hitzig. „Dabei waren nicht wir, sondern die Ausländerbehörde des Kreises Unna zuständig“, sagt der Bürgermeister am Donnerstag. Die Frau habe das nicht akzeptieren wollen. Als die Mitarbeiterin sie auffordert, das Büro zu verlassen, entgleist die Situation. Die aufgebrachte Frau weigert sich, zu gehen. Die städtische Mitarbeiterin befürchtet, dass sie handgreiflich wird, fühlt sich bedroht – und greift zum Telefonhörer, um die Polizei zu rufen.

Die Strafanzeige wurde erst später gestellt

Mit mehr als zwei Beamten – ein Augenzeuge spricht von acht Beamten – kommt die Polizei der städtischen Mitarbeiterin zu Hilfe. Sie hätten die Frau nicht mitnehmen müssen, sagt Guido Prause, Sprecher der Kreispolizeibehörde Coesfeld. Die Mitarbeiterin habe die Strafanzeige erst später gestellt. Dass die Frau sie berührt und geschoben habe, ist dort laut Prause zu lesen. Und dass sie gepöbelt habe.

„Das beschreibt, dass wir keinen einfachen Job haben“, sagt der Bürgermeister. Er war selbst nicht Augenzeuge des Vorfalls. Was seine Mitarbeiter ihm beschrieben habe, sei aber nicht zu tolerieren. Die Anzeige sei da nur folgerichtig.

„Ich kann mir die Situation gut vorstellen, weil ich selbst acht Jahre lang im Sozialamt gearbeitet habe“, so Sendermann. Typisch sei der Vorfall nicht, so die Polizei: „Nein, solche Einsätze kenne ich sonst nicht“, sagt Guido Prause von der Kreispolizeibehörde.  

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