Proklamation in Gefahr? Olfener Bürgermeister und Kitt-Präsident äußern sich

mlzKarneval in Olfen

Ministerpräsident Armin Laschet lehnt den Start des Karnevals im November ab. Nun äußert sich der Kitt-Präsident zur geplanten Proklamation. Der Olfener Bürgermeister mahnt zur Vorsicht.

Olfen

, 02.07.2020, 19:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am 8. November soll in diesem Jahr mit der Proklamation der Start in die nächste Karnevals-Session in Olfen eingeleitet werden. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet erteilte dem Karneval am Dienstag (30. Juni) mit den Worten „Draußen, Straßenkarneval, Infektionsübertragungszeit, Alkohol, Enge - das passt nicht in diese Zeit“ eine Abfuhr. Der Olfener Bürgermeister und der Kitt-Präsident sehen das gelassen.

Entscheidung im Oktober

„Wenn Herr Laschet ein Verbot anordnet, werden wir uns nicht wehren“, sagt Kitt-Präsident Matthias Kortenbusch zu den jüngsten Aussagen des Ministerpräsidenten. Zwar wäre eine Absage schade, „aber wir werden nicht mit dem Kopf durch die Wand Karneval feiern wollen“.

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Aufgrund des geringen Organisationsaufwandes sei eine Absage allerdings auch noch drei bis vier Wochen vor der Proklamation problemlos möglich: „Die Planung bei uns ist ja nicht vergleichbar mit Köln“, so der Präsident. Daher habe man sich innerhalb des Vereins darauf verständigt, dass eine Entscheidung nicht vor Mitte Oktober getroffen werden muss.

Auch könnte sich Kortenbusch eine Ersatzveranstaltung im Dezember oder Januar vorstellen, sollte die Proklamation im November nicht möglich sein.

„Wir werden einen Teufel tun, etwas Verbotenes zu machen“

Die Karnevalisten wären auch durchaus zu einem Kompromiss bereit, bevor es zu einer Absage kommt: „Vielleicht ist die Veranstaltung in der Stadthalle ja - wie im Restaurant - mit einer Namensliste möglich. Dann müsste man sich vorher anmelden“, schlägt Kortenbusch vor.

Eines steht jedoch fest: „Wir werden einen Teufel tun, etwas Verbotenes zu machen. Das können wir uns auch gar nicht erlauben.“ Am Ende müsse abgewogen werden zwischen „was darf man und was kann man verantworten“, so Kortenbusch.

Dazu stehe er in regelmäßigem Austausch mit Bürgermeister Wilhelm Sendermann. „Wir hatten letzte Woche noch Kontakt. Er war auch der Meinung, dass wir erst mal abwarten sollten“, berichtet der Kitt-Präsident.

Bürgermeister ist skeptisch

„Wir haben jetzt Juli, da ist Karneval noch weit weg“, ergänzt Wilhelm Sendermann im Gespräch mit der Redaktion. Der Bürgermeister sagt aber auch: „Ich persönlich bin skeptisch. Ich glaube nicht, dass wir im November wieder normale Verhältnisse haben.“

Es täte ihm leid, wenn die Proklamation letztlich abgesagt werden müsse, weil die Stadthalle auch wegen solcher Veranstaltungen gerade frisch saniert wurde. Aber: „Wir müssen abwarten, was die Pandemie von uns verlangt und uns die Frage stellen: Ist es verantwortbar und passt es in die Zeit?“

Daher bleibt Sendermann zurückhaltend: „Ich werde die Veranstaltung nicht mit aller Gewalt durchdrücken.“ Sollte es tatsächlich zu einer Absage kommen, „dann müssen wir das ertragen, dass es ein Jahr mal nicht geht“.

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