Protest gegen Kohlekraftwerk Datteln 4 beeinflusst Feierabendverkehr

Kraftwerk

Fridays-for-Future hatte für Freitag europaweit zu Protesten gegen Datteln 4 aufgerufen. Auch am Standort in Datteln kam es zu Aktionen. Pendler aus Castrop-Rauxel und Olfen waren betroffen.

Datteln/Olfen

von Sebastian Balint

, 14.08.2020, 21:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Polizeibeamte tragen Demonstranten von der Brücke.

Polizeibeamte tragen Demonstranten von der Brücke. © Sebastian Balint

Für Datteln waren für Freitag (14. 8.) eine Mahnwache am Uniper-Besucherzenztrum und eine Protest-Aktion mit 30 Booten auf dem Dortmund-Ems-Kanal angemeldet worden. Es gab noch eine weitere Aktion.

Während zwei Gruppen im Bereich des Besucherzentrums auf ihre Forderungen, Datteln 4 vom Netz zu nehmen, aufmerksam machten, versammelte sich eine kleine Gruppe von etwa 25 Personen von der Gruppierung Extinction Rebellion ohne vorherige Anmeldung gegen 16 Uhr auf der Löringhofbrücke, um sie zu blockieren. Der Verkehr auf der Löringhofstraße musste in beide Richtungen für mehr als drei Stunden gesperrt werden. Betroffen waren auch Pendler aus Castrop-Rauxel und Olfen.

Die Polizei versuchte, auf die Teilnehmer einzuwirken. „Wir bieten Ihnen an, dass Sie die Brücke ohne Feststellung Ihrer Personalien verlassen können“, lautete das mehrfach gemachte Angebot der Ordnungshüter. Gegen 19.15 Uhr begann die Polizei mit der Räumung der Brücke.

Das Kraftwerk Datteln 4 war Ende Mai ans Netz gegangen. Klimaschützer sehen darin einen Verstoß gegen die Empfehlungen der Kommission zum Kohleausstieg. Bundesregierung und NRW-Landesregierung sehen das anders. Sie verweisen darauf, dass im Gegenzug für Datteln 4 ältere Steinkohlekraftwerke abgeschaltet würden.

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