Eine Stahlkonstruktion könnte den Radweg unter der Dreibogenbrücke verbreitern. © Arndt Brede
Dreibogenbrücke

Radweg unter Dreibogenbrücke zu eng: Lösungs-Vorschlag hat einen Haken

Wer als Radfahrer unter der Dreibogenbrücke herfährt, ist potenziell gefährdet. Weil der Weg eng, aber viel befahren ist. Es deutet sich eine Lösung an. Die gefällt nicht jedem.

Der Rad- und Gehweg unterhalb der Dreibogenbrücke ist derzeit wenig einsehbar und verläuft schmal. Dieser Bereich stellt ein erhebliches Gefahrenpotenzial dar, sagt die Stadtverwaltung. Vor allem, weil dieser Weg stark frequentiert sei und somit eine hohe Bedeutung für die Bürgerinnen und Bürger aber auch für den Naturtourismus habe.

Aus diesem Grunde beschäftigt sich die Stadt Olfen bereits seit einiger Zeit mit dieser Thematik. Ein Ingenieurbüro hat nach Aussage von Bürgermeister Wilhelm Sendermann bereits die Verbreiterung mittels eines Erddammes überprüft und auf rund 150.000 Euro geschätzt. Nach Abstimmung mit dem Kreis Coesfeld sei die Untere Wasserbehörde zu dem Entschluss gekommen, dass das Vorhaben mittels eines Erddammes nicht genehmigungsfähig wäre, weil dadurch der Abflussquerschnitt der Stever stark beeinträchtigt werden würde. Und zwar um 12 Prozent. Was im Hochwasserfall zu Problemen führen könne, zitiert Sendermann den Kreis Coesfeld.

Denkbare Variante: Stahlkonstruktion

Also bat die Stadt Olfen das Ingenieurbüro, zu überprüfen, ob es eine alternative Umsetzungsvariante geben könnte, die genehmigungsfähig wäre. Auf dieser Grundlage habe das Ingenieurbüro eine Variante entwickelt, in der die Verbreiterung des Radweges mittels einer Stahlkonstruktion hergestellt wird, erklärte der Bürgermeister am Dienstag, 1. Dezember, in der ersten Bau- und Umweltausschusssitzung der neuen Ratsperiode. Bei dieser Variante würde sich der Querschnitt der Stever nur gering verändern, so dass der Kreis Coesfeld dieser Variante zustimmen würde, führte Sendermann aus. Allerdings liege die

Kostenschätzung für diese Variante bei rund 230.000 Euro und somit 80.000 Euro über der Umsetzungsvariante mittels Erddamm.

Warum ist aber dieser Weg so wichtig, dass eine Verbesserung notwendig sein soll? „Mit dem Einzelrad kann man da fahren“, sagt Sendermann. „Aber sobald zum Beispiel ein Kinderanhänger hinten dran ist, wird es gefährlich.“ Weil die Durchfahrt sehr schmal sei. Dann könne man wohl nur sicher passieren, wenn man absteige.

Da ein Erddamm zur Verbreiterung nicht genehmigungsfähig sei, bliebe nur einen Stahlkonstruktion direkt unter der Brücke und eine Verbreiterung der Bereiche 20 Meter vor und hinter der Brücke mittels Spundwänden und Wegeaufschüttung als denkbare Variante. Falls die Politik sich für die Verbreiterung des Radweges unter der Dreibogenbrücke entscheidet.

Stadt: Würde in überörtliches Radwegenetz passen

Neben der Gefahr für die Radler nannte der Olfener Bürgermeister einen weiteren Aspekt, der für eine Verbreiterung spreche: „Es ist eine Wegeverbindung, die direkt durch die Steveraue und an den Eseln entlang führt“, sagt Sendermann. Es sei also eine attraktive Wegeverbindung auch unter Naherholungsgesichtspunkten. Die allerdings nicht Teil eines überregionalen ausgewiesenen Radwegenetzes sei. Um in die Radverkehrspläne NRW aufgenommen zu werden, bedürfe es einer gewissen Qualität, die durch eine Verbreiterung unter der Dreibogenbrücke gegeben sei. Und für solche Radwege dürfe die Stadt auch werben. Zumal die Steveraue große Bedeutung für den überörtlichen Tourismus, aber auch für die Olfener habe.

Die Dreibogenbrücke in den Steverauen ist eines der Wahrzeichen Olfens und Anziehungspunkt von Touristen.
Die Dreibogenbrücke in den Steverauen ist eines der Wahrzeichen Olfens und Anziehungspunkt von Touristen. © Arndt Brede © Arndt Brede

Zur höheren Gesamtsumme von 230.000 Euro für die Stahlkonstruktionsvariante gegenüber den 150.000 Euro für eine Erddammvariante sagte Bürgermeister Sendermann: „Das ist zwar ein großer Schluck aus der Pulle, aber der Regelfördersatz liegt bei 70 Prozent.“ Allerdings gebe es ganz aktuell auch Förderprogramme, durch die „90 Prozent Förderung nicht undenkbar“ seien.

Wie geht es jetzt mit der Thematik weiter? Über den Radweg soll jetzt innerhalb der Fraktionen diskutiert werden. Wobei sich Ralf Wozniak für Bündnis 90/Die Grünen bereits in der Ausschusssitzung positionierte: „Ich sehe es auch so, dass es ein heftiger Schluck aus der Pulle ist, für eine Ecke so viel Geld auszugeben, in der man im Moment noch zurechtkommt. Das ist eher ein Komfortproblem.“

Auch aus der UWG-Fraktion kamen in Person von Jürgen Müller Zweifel auf, dass die 230.000 Euro in keiner Relation stehen.

Die Ausschussmitglieder hatten aber an diesem Abend nicht über das Thema abzustimmen. Das wird der Rat erledigen müssen.

Neben den Fraktionen soll das Thema auch mit den Bürgern diskutiert werden. In welcher Form, das ließ Wilhelm Sendermann offen.

Über den Autor
Redaktion Selm
Ich finde meine Themen auf der Straße und bin deshalb gerne unterwegs.
Zur Autorenseite
Arndt Brede

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt