Rätselraten über Schüsse in der Olfener Lippeaue

Polizei sucht Zeugen

Eine Woche ist der Vorfall inzwischen her. Dem 49-jährigen Olfener, dessen Name der Redaktion bekannt ist, wird es aber immer noch mulmig zumute, wenn er sich an diesen besonderen Mittwochmorgen erinnert, als Unbekannte auf ihn schossen, wie er sagt – und das gleich mehrfach. Die Polizei hat dafür allerdings keine Spuren gefunden.

OLFEN

von Sylvia vom Hofe

, 06.09.2017, 12:22 Uhr / Lesedauer: 2 min
In der Steveraue - hier ein Archivfoto - soll es den Vorfall gegeben haben.

In der Steveraue - hier ein Archivfoto - soll es den Vorfall gegeben haben. © Foto: Theo Wolters

Ein mysteriöser Fall. Es sei ja nicht so, dass er und seine Kollegen dem Mann nicht glauben würden, sagt Guido Prause von der Kreispolizeibehörde Coesfeld den RN, „aber unsere Untersuchungen vor Ort haben den Sachverhalt nicht erhärten können“: keine Patronenhülsen, keine Projektile, keine anderen Spuren.

Nur Einbildung?

Alles nur Einbildung? Das weist der Olfener weit von sich. Er beschreibt detailliert, was ihm an diesem 30. August passiert ist. „Es war zwischen 6.30 und 6.40 Uhr“, sagt er. Wie an manchem anderen Morgen auch ist er die zwei Kilometer von seiner Wohnung bis zum Treffpunkt im Naturschutzgebiet gewalkt. Er hatte sich auf die Holzbank gesetzt und mit seinen Atem- und Dehnübungen begonnen, die er immer macht, bevor er zurück joggt. „Da fallen fünf Schüsse.“

Die ersten beiden seien besonders laut, „irgendwo von schräg rechts hinter mir“. Der Krach reißt den Mann jäh aus seinen Übungen. „Ich dachte, da zielt jemand auf Tiere.“ Dass er selbst im Visier des Schützen stehen könnte, fällt ihm zu diesem Zeitpunkt noch nicht ein. Wenig später schon.

Keine Projektile gefunden

Der 49-jährige spricht von drei pfeifenden Schüssen, so wie er das von Luftgewehren kenne. „Ein Projektil traf unmittelbar neben mir in eine Holzbank.“ Als die beiden weiteren folgen, rennt er bereits, ohne sich noch einmal umzudrehen oder gar stehen zu bleiben. Erst zuhause ruft er die Polizei. Bis zu diesem Mittwoch habe er nie ein Handy mitgenommen zum Frühsport. Ein Fehler, wie er inzwischen weiß.

Zusammen mit den Beamten kehrt der Olfener zurück in die Steveraue. Die Anschuldigungen sind groß: versuchte schwere Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz. Sie hängen aber im Raum: „Wir haben keine Spuren entdecken können“, so Prause: kein brauchbarer Ansatz für weitere Ermittlungen.

Hatten der oder die Täter sie entfernt, während ihr vermeintliches Opfer auf die Polizei wartete? „Wir hoffen, dass Zeugen etwas gesehen haben, das uns irgendwie weiterhilft“, sagt der Polizeibeamte. Während er Anrufe erwartet, die Licht ins Dunkel des morgendlichen Vorfalls bringen könnten, bleibt der 49-Jährige, der an seiner Schuss-Geschichte festhält, zurück mit zwei bangen Fragen: Hatte es jemand auf ihn persönlich abgesehen oder war er nur zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort? „Ich jogge auf jeden Fall weiter“, sagt er den RN, allein schon, weil er sich nicht verstecken wolle. „Allerdings auf einer anderen Strecke.“ Die bange Erinnerung läuft mit. sy-


Zeugen können sich melden bei der Polizei unter Tel. (02591) 79 30.

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