Sie geben der Raumausstattung Schulte ein Gesicht beziehungsweise drei Gesichter: (v.l.) Gerlinde Schulte, Auszubildende Lena Orth und Stefan Schulte. © Arndt Brede
Raumausstattung

Raumausstattung Schulte: Der letzte Handwerksbetrieb in der Olfener Innenstadt

Raumausstattung Schulte. In Olfen sind diese beiden Wörter ein Begriff. Seit 30 Jahren. Was manche Olfener wohl nicht unbedingt wissen: Das Geschäft und sein Service weisen Besonderheiten auf.

Es war im Jahr 1991, als Stefan Schulte seine Meisterprüfung als Raumausstatter absolvierte. Was tun als junger Mensch nach einem solchen nicht unwichtigen Abschnitt im Leben? Ein Auslandsjahr. „Ich hatte schon eine Stelle so gut wie sicher“, berichtet Schulte. Doch ein Schicksalsschlag verhinderte diese Pläne. Wegen des Todes seines Vaters Alfons blieb Schulte in Olfen.

Was folgte, ist eine Geschichte, die lokaler nicht sein kann. Der gebürtige Olfener machte sich selbstständig, zog dazu in die Räume des ehemaligen Möbelgeschäfts seiner Eltern an der Neustraße. Laden, Polsterwerkstatt und Nähatelier waren vorhanden. Und diese Räume sind auch nach 30 Jahren der Sitz der Firma. „Der Beruf macht nach 30 Jahren immer noch viel Spaß“, sagt der 54-Jährige. Das dürfte Gründe haben.

Leidenschaft für den Beruf früh entbrannt

Warum ist Stefan Schulte eigentlich Raumausstatter geworden? „Mein Vater war ursprünglich Polsterer, Sattler und Dekorateur“, erzählt Schulte. Aus der Sattlerei sei ein Möbelhandwerk geworden. Der kleine Stefan war auch schon mal mit in der Werkstatt. „Nach einem Praktikum, das ich später absolviert habe, ist dann in mir die Leidenschaft entbrannt.“

Jubiläumsmonat

  • Die Treue zum Standort schlägt sich auch in einer besonderen Aktion nieder: Zum 30-jährigen Bestehen wird sich die Raumausstattung Schulte für die Treue der Kunden bedanken. „Mit Sonderpreisen.“
  • Und zwar vom 15. Oktober bis zum 15. November.

Wie hat sich das Geschäft in den 30 Jahren entwickelt? „Ich war von Anfang an leidenschaftlicher Polsterer“, berichtet der Geschäftsführer. „Etwas mit den Händen zu schaffen, war immer mein Ding.“ Bei der Polsterei habe sich sehr viel verändert: „Heute muss man sehr viel nähen bei den modernen Polstersachen.“ Auch die Nähmaschinen haben sich laut Schulte im Laufe der Zeit verändert: „Wir arbeiten heute mit Computersteuerung.“

Dem Standort an der Neustraße ist das Geschäft seit 30 Jahren treu.
Dem Standort an der Neustraße ist das Geschäft seit 30 Jahren treu. © Arndt Brede © Arndt Brede

Auch die Art, wie sich die Menschen einrichten, sei im Laufe der Jahre Veränderungen unterworfen gewesen. „Es werden gar nicht mehr so viele Textilien – sprich: Gardinen – in den Räumen verarbeitet.“ Gleichwohl biete das Geschäft Gardinen und Dekorationsstoffe. „Weil für uns auch die Akustik im Fokus steht.“ Vom Wohlbehagen, die Gardinen und Dekostoffe vermitteln, ganz zu schweigen.

Sogar Krankenhäuser als Kunden

Die Kunden kommen ins Geschäft. Klar. Aber Stefan Schulte, seine Frau Gerlinde und Auszubildende Lena Orth fahren auch zu den Kunden. „Wir haben Kunden im Umkreis von 30 Kilometern“, erzählt Stefan Schulte. Bis ins nahe Ruhrgebiet und ins Münsterland reicht der Umkreis. Zu 90 Prozent seien es Privatkunden. Aber auch öffentliche Einrichtungen und Krankenhäuser zählen auf die Raumausstattung Schulte aus Olfen. „Krankenhäuser legen sehr viel Wert auf Sonnen- und Sichtschutz.“

Wichtig sei, dass man bei den Privatkunden die Wohnungen und Häuser kenne, um sich ein Bild zu verschaffen. Wenn die Kunden dann ins Geschäft kommen, könne man entsprechend Materialien vorführen. Gerade weil der persönliche Kontakt mit den Kunden im Vordergrund stehe, sei das Internet übrigens keine Konkurrenz für die Raumausstattung Schulte.

Solche Kissen mit einem Eselmotiv gibt es demnächst bei der Raumausstattung Schulte zu kaufen. Esel sind gerade für Olfen ein beliebtes Motiv.
Solche Kissen mit einem Eselmotiv gibt es demnächst bei der Raumausstattung Schulte zu kaufen. Esel sind gerade für Olfen ein beliebtes Motiv. © Raumausstattung Schulte © Raumausstattung Schulte

Im Gegensatz zu vielen anderen Branchen hat die Coronakrise die Raumausstattung in Olfen nicht so hart gebeutelt. „Klar war es ein Schock, als wir im März 2020 schließen mussten.“ Aber dann haben alle in der Firma angefangen, Stoff-Masken zu nähen und zum Beispiel an Krankenhäuser zu spenden. Geld sei damit nicht zu verdienen gewesen.

Aber dann kam dem Geschäft ein Phänomen zu Gute, das durch die Coronapandemie bedingt ist: „Die Leute konnten ja nicht reisen und haben sich dann Gedanken gemacht, wie sie ihre Wohnung oder ihr Haus umgestalten können“, sagt Schulte. Er und sein Team seien dann eben zu den Menschen nach Hause gefahren, um sie zu beraten.

„Ich identifiziere mich mit Olfen“

Stefan Schultes Urteil über den Standort Olfen ist positiv: „Ich bin Olfener, ich identifiziere mich mit Olfen. Wir sind hier der letzte Handwerksbetrieb in der Olfener Innenstadt. Wir sind stolz darauf, dass wir seit 30 Jahren hier sind. Und wir haben auch nicht vor, wegzuziehen.“

Über den Autor
Redaktion Selm
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Arndt Brede

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