Razzia gegen falsche Polizisten: Frau aus Olfen in vorläufiger Haft

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In mehreren Städten Deutschlands ging die Polizei am Mittwoch gegen kriminelle Callcenter-Betrüger vor. Dabei verhafteten sie auch eine Frau aus Olfen - offenbar nicht irgendeine Frau.

Olfen

, 12.02.2020, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Ausmaß ist immens: 100 Taten in 10 Bundesländern werden der kriminellen Bande vorgeworfen, gegen die die Polizei am Mittwoch, 12. Februar, in mehreren Städten in NRW vorgegangen ist. Sie sollen sich via Telefon als Polizeibeamte ausgegeben haben und Druck auf ihre Opfer ausgeübt haben. Bei den Anrufen täuschten sie vor, dass bald Einbrüche bei den Angerufenen zu befürchten seien oder es untreue Bankenmitarbeiter auf deren Geld abgesehen haben. Die Anrufe kamen aus der Türkei. Das Ziel: Dass die Angerufenen freiwillig Geld und Wertgegenstände an die Beamten übergeben.

Spur führte auch nach Olfen

Neben Münster, Rheine, Dortmund und Datteln führt die Spur auch nach Olfen. Dort ist eine Frau festgenommen worden. Laut unseren Informationen soll der Zugriff an der Kökelsumer Straße erfolgt sein und die Frau mit dem Chef der 70 Personen umfassenden Bande verheiratet sein. Ihr Ehemann wiederum soll in der Türkei verhaftet worden sein. Dort nahm die Polizei - ebenfalls am Mittwoch - bei 20 Durchsuchungen 24 Personen fest.

Die Polizei Osnabrück, die die Ermittlungen leitet, bestätigt aber derzeit nicht, dass es sich bei der Olfenerin um die Frau des Bandenchefs handelt. „Wir sind dabei, das zu ermitteln“, sagt Marco Ellermann, Sprecher bei der Polizei Osnabrück. „Das können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht bestätigen.“

Ebenfalls kann die Polizei keine Details zu dem Ehemann der Festgenommenen in der Türkei machen. Am Mittwochnachmittag sei der Einsatz von den Beamten dort gerade erst beendet worden, sagt Ellermann. Auch dort laufen die Ermittlungen auf Hochtouren.

Olfenerin soll Haftrichter vorgeführt werden

Bei der Frau aus Olfen soll es sich um eine Frau „im mittleren Alter“ handeln, wie Ellermann sagt. Sie werde nun dem Haftrichter in Osnabrück zugeführt, der über den Haftantrag entscheidet. In vorläufiger Haft sitzt die Frau in der JVA Vechta. Ihr wird gewerbs- und bandenmäßiger Betrug vorgeworfen. So lauten auch die Vorwürfe, die gegen drei Männer erhoben werden, die ebenfalls nach den Durchsuchungen am Mittwoch festgenommen worden.

Zusätzlich wurden bei der Frau auch Wertgegenstände sichergestellt. Dabei handelt es sich laut Ellermann um Bargeld im Wert von 1700 Euro, ein „höherpreisiges Fahrzeug“ und Schmuck, bei dem aber noch nicht klar sei, ob dieser wertvoll sei.

„Die Gegenstände wurden beschlagnahmt, um zu sehen ob sie aus kriminellen Machenschaften stammen“, so der Polizeisprecher. Das sei auch die Hauptaufgabe für die Polizei in den nächsten Wochen: zu ermitteln, welches Geld wohin geflossen sei.

Die Schwerpunkte der Taten liegen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz. Insgesamt sei dabei ein Schaden von drei Millionen Euro entstanden.

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