Rettungswagen in Olfen: Kommt bald die 24-Stunden-Wache?

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Das Rettungswesen in Olfen steht vor einem Quantensprung: Künftig soll rund um die Uhr ein Rettungswagen in der Stadt einsatzbereit stehen - wenn es im Kreistag eine Mehrheit dafür gibt.

Olfen

, 11.11.2019, 14:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Problem ist seit Jahren bekannt: Wenn in den Nachtstunden der zweite Lüdinghauser Rettungswagen (RTW) nicht in Olfen steht, brauchen die Hilfskräfte oft länger zum Einsatzort als gesetzlich vorgeschrieben. Damit soll bald Schluss sein. Der Beschlussvorschlag der Kreisverwaltung für die Kreistagsmitglieder ist klar formuliert.

„Die Verwaltung wird beauftragt, die 24-stündige Vorhaltung des RTW II Lüdinghausen in Olfen zu ermöglichen.“ Bereits in der nächsten Woche können die Mitglieder des Fachausschusses ein klares Signal senden. In der Sitzung am 21. November steht das Thema auf der Tagesordnung. Die endgültige Entscheidung fällt allerdings der Kreistag in seiner Sitzung am 11. Dezember.

Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache

Die Zahlen sind allerdings nach einer umfassenden Untersuchung inklusive von zwei Tests eindeutig: „Bei einer 24-stündigen Vorhaltung des RTW II in Olfen wurde in den Orten und Ortsteilen von Lüdinghausen bis zum Gut Eversum die Hilfsfrist von 12 Minuten in 93,95 Prozent aller Einsatzfahrten erreicht.“

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Das sind gute Nachrichten für Olfen und Lüdinghausen, aber auch für Seppenrade, Nordkirchen, Südkirchen, Capelle und Vinnum. Eine Situation, die sich bei anderen Konstellationen deutlich verschlechtern würde. Wenn der Rettungswagen nachts in Lüdinghausen oder rund um die Uhr in Seppenrade stehen würde, sinkt der alles entscheidende Wert auf nur 61 oder sogar 58 Prozent.

Rettungswache in Bork soll Richtung Selm verlegt werden

Dabei ist bei den Zahlen nicht einmal eine anstehende Veränderung eingeflossen. Bislang rückt nachts immer wieder ein in Bork stationierte Rettungswagen nach Vinnum aus. Die Hilfsfrist könnte sich bei Umsetzung der Pläne im Kreis Unna deutich verlängern. Die Wache soll von Bork deutlich Richtung Selm verlegt werden. Und damit würde sich der Weg nach Vinnum natürlich verlängern.

„Bei der Ermittlungen der Zahlen haben wir externe Rettungswachen (also außerhalb des Kreises Coesfeld; die Red.) herausgelassen“, sagt Kai Wermelt vom Kreis Coesfeld auf unsere Anfrage. Nach Auswertung aller vorliegenden Zahlen steht für ihn fest: „Vieles spricht für Olfen.“

Testphase in Seppenrade noch nicht ganz abgeschlossen

Das der Kreis bereits das Zahlenwerk vorlegt, bevor der Test mit der Stationierung des RTW in Seppenrade abgeschlossen ist, begründet Wermelt damit, dass die Unterlagen rechtzeitig bei den Ausschussunterlagen sein mussten.

Noch keinen Vorschlag erarbeitet hat der Kreis Coesfeld für eine Umgestaltung des Olfener Wache. „Wir werden bei einer dauerhaften Lösung einer 24-Stunden-Besetzung was machen müssen“, sagt Wermelt. Ob das in dem Bauhof-Gebäude so möglich ist, konnte der Kreismitarbeiter nicht sagen.

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