Saison beendet: Olfener Spargelbauern mit überraschendem Fazit

mlzSpargel

Die Spargelsaison ist nach vier Monaten zu Ende gegangen. Nachdem bis kurz vor der Ernte unklar war, ob ausreichend Helfer zur Verfügung stehen, ziehen die Spargelbauern nun ein Fazit.

Olfen

, 16.07.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Krise bedrohte im April die Spargelernte in Olfen, weil ausländische Hilfsarbeiter Probleme bei der Einreise hatten. Nun ist die Saison vorbei – und die Spargelbauern ziehen ein überraschendes Fazit.

Mehr Spargel für zu Hause

„Ich bin insgesamt mit der Saison zufrieden“, teilt Lars Hittscher vom Schloss Sandfort mit. „Wir konnten nicht alles ernten und der Verkauf an Großküchen fiel weg, aber die Leute haben dafür zu Hause mehr Spargel gegessen“, verrät der Betriebsleiter.

Der Absatz an der Verkaufstheke des Hofladens sei in dieser Saison größer als sonst gewesen. Auch, wenn sich Schlangen gebildet hätten, hielten sich die Kunden vorbildlich an die Hygieneregeln, lobt Hittscher.

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Weniger Erntehelfer

Auf dem Feld mussten er und sein Team in diesem Jahr mit weniger Menschen auskommen. Statt wie sonst 15 Helfer standen in seinem Betrieb in der Spitze elf Arbeiter zur Verfügung. Die Einreisebeschränkungen sorgten für Schwierigkeiten bei den osteuropäischen Erntehelfern. So unterstützten in diesem Jahr auch Studenten bei der Ernte.

Dennoch wurde der Spargel auf einem Feld des Betriebes gar nicht erst gestochen, was 20 Prozent der Gesamternte ausmachte. Die Folien, unter denen der Spargel wächst, hob in diesem Jahr erstmals eine Maschine an. „Damit sparen wir künftig Personal ein, das diese Arbeit bisher erledigt hat“, erklärt Lars Hittscher.

Absatz unterschätzt – Versand eingestellt

Mit Beginn der Ernte Anfang April musste Hittscher bereits entscheiden, wie viel Spargel gestochen werden soll. „Ich habe den Absatz unterschätzt, am Ende wurde es mit dem Spargel sogar etwas knapp“, so der Spargelbauer.

Den zusätzlichen Versand-Service konnte Schloss Sandfort in diesem Jahr nicht anbieten. „Wir haben nach ein paar Reklamationen den Versand eingestellt. Die Post war so ausgelastet, dass die Ware nicht mehr frisch beim Kunden ankam“, so Hittscher. Das Liefergeschäft fällt allerdings kaum ins Gewicht.

Restaurants nahmen nur wenig ab

Christina Tenkhoff ist ebenfalls mit der Spargel-Saison zufrieden. „Am Anfang war es schwierig, weil wir nicht wussten, ob alle Helfer einreisen dürfen.“ Schließlich stand aber doch genug Personal bereit, um den gesamten Spargel vom Feld zu holen.

Der Absatz im Hofladen sei in diesem Jahr besonders hoch gewesen. „Die Restaurants haben aber nicht annähernd so viel Spargel abgenommen wie üblich“, so Tenkhoff.

Das kann auch Jennifer Schulze Kökelsum bestätigen. In ihrem Bauernladen sei ebenfalls mehr Spargel gekauft worden, als in den vergangenen Jahren: „Viele sind zu uns gekommen, weil sie nicht ins Restaurant gehen konnten“, ist Kökelsum überzeugt. So konnte Corona zumindest das Spargel-Bedürfnis der Olfener nicht stoppen.

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