Schadstoffe in Coffee-to-go-Bechern: Worauf sollten Verbraucher achten?

mlzWarnung

Der Dorfladen in Vinnum hat gerade wiederverwertbare Coffee-to-go-Becher eingeführt. Jetzt wird bekannt: Manche dieser Becher enthalten gefährliche Stoffe. Sind die in Vinnum betroffen?

Olfen

, 02.12.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch schnell einen leckeren Kaffee auf dem Weg zur Arbeit trinken. Das machen immer mehr Menschen. Eine Studie des Umweltbundesamtes hatte in diesem Jahr Zahlen genannt:

2,8 Milliarden Einwegbecher waren demnach 2016 im Umlauf. Das macht 34 Becher pro Kopf und Jahr, dazu kommen noch 1,3 Milliarden Plastikdeckel. Ein großer Berg an Plastik.

Selbst im Dorfladen kommt einiges an Kaffeebechern zusammen. „Wir verkaufen einiges an Kaffee morgens“, sagt Lars Hittscher vom Dorfladen. Etwa 50 Kaffees und mehr würden morgens im Dorfladen verkauft. Der Laden liege in einer Durchfahrtsstraße, also nutzten viele morgens das Angebot. Um Wegwerfbecher zu reduzieren verkauft der Laden seit einigen Monaten wiederverwertbare Becher.

Warnung vor Coffee-to-go-Bechern

Allerdings ist nicht jeder Becher eine gute Alternative. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) warnt jetzt in einer Mitteilung vor den Risiken bei Coffe-to-go-Bechern. Die Becher, oder auch anderes Geschirr aus Bambusfasern oder Maismehl enthalte fast immer Melamin oder Formaldehyd, heißt es in der Mitteilung. Die Schadstoffe könnten bei Erhitzung, also durch heißen Kaffee oder Tee oder auch durch die Erwärmung in der Mikrowelle, auf die Lebensmittel übergehen.

Bei Untersuchungen der Bundesländer sei in einem Viertel der untersuchten Produkte der Migrationswert von Melamin überschritten geworden. „Die Verbraucherinnen und Verbraucher denken, sie greifen zu einer umweltfreundlichen Alternative, halten dann aber ein Produkt in Händen, von dem ein gesundheitliches Risiko ausgehen kann“, erklärte BVL-Präsident Dr. Helmut Tschiersky. „Besonders bedenklich ist, dass die Übergänge von Melamin in die jeweiligen Lebensmittel bei mehrfacher Nutzung der Produkte sogar ansteigen.“

Becher aus wärmebeständigem Kunststoff

Von diesem Risiko hat auch Lars Hittscher vom Dorfladen Vinnum gehört. Der Dorfladen bietet ebenfalls seit einigen Monaten wiederverwendbare Kaffee-Becher an. Die bestehen allerdings aus Polypropylen, ein harter und wärmebeständiger Kunststoff.

„Man denkt ja häufig, Bambus sei umweltfreundlicher“, sagt Hittscher. Schließlich gilt Bambus als schnell nachwachsender Rohstoff. Er ist daher froh, dass sich ihr Becher vom Anbieter Fair Cup als unbedenklich herausgestellt hat. Fair Cup wurde im Mai als erstes Mehrwegbecher-System sogar mit dem Umweltsiegel „Blauer Engel“ ausgezeichnet.

Gut angenommen

Dass die Wahl auf diesen Becher-Hersteller gefallen ist, sei allerdings eher Zufall gewesen. „Wir wollten eine Firma, die aus dem deutschen Raum kommt“, sagt Hittscher und der Anbieter Fair Cup kommt aus Göttingen.

Angelaufen sei das Projekt gegen die Wegwerf-Becher bislang gut, aber „es könnte mehr sein“, sagt Hittscher. Die Idee, auch andere Olfener Unternehmen dazu zu bringen, sich ebenfalls dem Bechersystem anzuschließen, damit Kunden des bei mehreren Anbietern, nutzen können, habe bislang noch nicht funktioniert. „Super schade“ findet Hittscher das. Jeder Becher sorge schließlich dafür, dass nicht nur ein Wegwerfbecher weniger genutzt wird. Der Becher wird schließlich mehrfach genutzt und ersetzt so mehrere Becher. Also: „Jeder wiederverwendbare Becher hilft“, sagt Hittscher.

Weitere Unternehmen gesucht Den Becher gibt es in den Größen 0,3 und 0,4 Liter in bunten Farben. Becher mit Deckel kosten lediglich 1,50 Pfand. Das Team des Dorfladens sind auch weiterhin auf der Suche nach Unternehmen, zum Beispiel Bäckereien in Olfen, die sich dem Pfandsystem ebenfalls anschließen möchten. Wer Interesse hat, kann sich beim Dorfladen, Hauptstraße 33 oder unter (02595) 3838606 melden.
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