Vereine in der Corona-Krise - das Rote Kreuz zieht die Reißleine

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Die Situation in der Corona-Krise spitzt sich vor Ort weiter zu. Ein Lockdown ist für Olfen zwar noch kein Thema, aber die Bürger müssen bereits jetzt erhebliche Einschränkungen hinnehmen.

Olfen

, 26.10.2020, 19:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Rote Kreuz Olfen zieht die Reißleine: „Das Begegnungszentrum Haus Rena des DRK Olfen bis auf Weiteres geschlossen“, sagt Dr. Werner Blumenthal, stellvertretender Vorsitzender und Geschäftsführer des DRK-Ortsverbandes Olfen. Eine Entscheidung, die aus Sicht des Vorstandes alternativlos ist.

„Es wird bei den stark steigenden Fallzahlen einfach zu kritisch“, sagt Blumenthal. Das Rote Kreuz könne die geforderten Sicherheitsmaßnahmen nicht einhalten. Er befürchtet in naher Zukunft eine „weitere Verschärfung der Situation“. Doch schon jetzt will das DRK seiner Vorbildfunktion gerecht werden.

Schon vor rund zwei Wochen seien die Gemeinschaftsabende der Aktiven abgesagt worden. Also keine Weiterbildung und keine Materialpflege. Obwohl nur wenige DRK-Mitglieder im Begegnungszentrum waren, galt für alle eine Maskenpflicht. Dazu kamen weitere Schutzmaßnahmen.

„Ein Haus der Begegnung und der Kommunikation“

Online haben die Verantwortlichen am Sonntag (25. Oktober) das weitere Vorgehen beraten. Schnell war klar, dass das im Frühjahr erarbeitete Hygienekonzept jetzt nicht mehr ausreicht. Leicht hat sich der DRK-Vorstand die Schließungs-Entscheidung nicht gemacht.

„Wöchentlich zählen wir 80 bis 100 Besucherinnen und Besucher im Haus Rena. Es ist ein Haus der Begegnung und der Kommunikation“, sagt Werner Blumenthal. Der stellvertretende Vorsitzende hebt besonders die Seniorennachmittage hervor. „Eine feste Institution. Hier sind viele Freundschaften entstanden.“

Diese wichtigen sozialen Kontakte kann es vorerst nicht mehr geben - wie auch bei anderen Olfener Vereinen. Beispielsweise beim Heimatverein. Schon seit Wochen sind die Veranstaltungen im Heimathaus abgesagt. Und so wird es auch zunächst bis zum Jahresende bleiben.

„Zwischendurch haben wird die plattdeutsche Runde aufleben lassen. Nicht im Heimathaus - das ist in Coronazeiten zu klein -, sondern im Haus Katharina“, sagt der Vorsitzende Ludger Besse. Allerdings wird es angesichts der Zuspitzung der Situation dieses Angebot zumindest bis zum Jahresende nicht geben - so der Beschluss am Sonntag.

Heimatverein hat den Neujahrsempfang bereits abgesagt

Das Vereinsleben ruht aber nicht komplett. „Der Arbeitskreis Geschichte ist sehr aktiv“, sagt Besse. Er verweist auf den neuen digitalen Stadtrundgang. Zudem sei der Text für eine Tafel erarbeitet worden, die an die Olfener Synagoge erinnert. „Die Einweihung erfolgt am 8. November.“ Fest steht mittlerweile auch, dass die Bernhard-Holtmann-Statue an der Oststraße in Höhe des Stadtparks aufgestellt wird. Sie wird derzeit restauriert.

Nach Einschätzung von Ludger Besse haben die „Mitglieder sehr viel Verständnis für die Absagen.“ Aber sie würden die Entwicklung auch sehr bedauern. „Ihnen fehlen die sozialen Kontakte bei den Spielnachmittagen oder Doppelkopfturnieren.“ Die Kontakte wird es auch nicht Anfang des Jahres geben. Der beliebte Neujahrsempfang fällt 2021 aus.

Musikcorps probt in der Stadthalle - aber wie lange noch?

Mehr als ein halbes Jahres haben sich auch die Mitglieder des Musikcorps nicht zur Probe getroffen. Seit Mitte September treffen sie sich wieder einmal in Woche - aber nur wenn die Stadthalle nicht durch andere Veranstaltungen belegt ist. „Dafür sind wir Tobias Nathaus sehr dankbar“, sagt der Vorsitzende Uwe Koschela.

Da kommt viel Wehmut in der Coronakrise auf - Olfen ohne Karneval und ohne Auftritt des Musikcorps.

Da kommt viel Wehmut in der Coronakrise auf - Olfen ohne Karneval und ohne Auftritt des Musikcorps. © Foto: Antje Pflips

Das Vereinsheim sei in der Corona-Pandemie für Proben viel zu klein. „In der Stadthalle halten die Musiker einen Abstand von zwei Metern“, sagt Koschela. Dazu kommen weitere Maßnahmen, um Infizierungen möglichst zu verhindern.

Für die Blechblasinstrumente sind spezielle Schutztücher angeschafft worden, die wöchentlich gewaschen werden. Die Notenmappen werden nach jeder Probe desinfiziert. Ob das alles angesichts stark steigender Zahlen reicht, erscheint zweifelhaft. Am Donnerstag tagt der Vorstand.

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