Schüler unterrichten Schüler - ein erfolgreiches Projekt an Olfener Gesamtschule

Wolfhelmschule

Dass Unterricht auch ohne Lehrer geht, das erlebten Schüler der Wolfhelmschule in Olfen. Oberstufenschüler schlüpften in die Lehrerrolle und gingen dabei auf besondere Themen ein.

Olfen

14.05.2019, 08:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
An der Wolfhelmschule veranstalteten Schüler der Oberstufe bei den Mitschülern in der Jahrgangsstufe 7 Workshops zu Themen wie Rassismus, Diskriminierung oder gutes Miteinander.

An der Wolfhelmschule veranstalteten Schüler der Oberstufe bei den Mitschülern in der Jahrgangsstufe 7 Workshops zu Themen wie Rassismus, Diskriminierung oder gutes Miteinander. © Wolfhelmschule

32 Schülerinnen und Schüler der Wolfhelm-Gesamtschule erlebten Unterricht ohne Lehrer. Oberstufenschüler schlüpften in die Lehrerrolle und führten mit Schülern in der Jahrgangsstufe 7 Workshops zu den Themen rechte Gesinnung, Diskriminierung, Homophobie und gutes Miteinander durch.

Teil des Projektes Schule ohne Rassismus

„Wir möchten zeigen, dass Rassismus und Diskriminierung an unserer Schule keine Chance haben sollen“, erläutert Schülersprecherin Jule Schepers. Seit mehr als zehn Jahren engagiert sich die Schülervertretung der Wolfhelmschule für das Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, dem bundesweit 300 Schulen angehören. Das Projekt „Schüler unterrichten Schüler“ ist dabei ein Baustein.

Schülerinnen und Schüler werden dabei selbst initiativ gegen Diskriminierung, Rassismus und Ausgrenzung jeglicher Art. So stand für die Mitglieder der SV fest, das Konzept im laufenden Schuljahr wieder aufzugreifen. Und auch der neue Schulleiter Jerome Biehle unterstützte das Projekt von Anfang an.

Mit Engagement in der Freizeit vorbereitet

Mit viel Eigeninitiative und Kreativität bereiteten die Schülerinnen und Schüler die Workshops in ihrer Freizeit vor. „Wir standen nur unterstützend zur Seite“, so die Projekt-Lehrerinnen Sina Kucharski und Michaela Marschner. „Aber wir sind überwältigt vom Engagement und der Motivation unserer Schülerinnen und Schüler.“

Um eine offene Lernatmosphäre zu schaffen, wurden die Klassen in kleinere Gruppen aufgeteilt und jeweils von drei bis vier Oberstufenschülern in insgesamt acht Unterrichtsstunden begleitet. Und das mit Erfolg bei den jüngeren Mitschülern: „Ohne Lehrer kann man viel offener sprechen“, stellt etwa Aileen Bieras aus der 7.1 fest. Und ihr Mitschüler Tim Zoppeck ergänzt: „Ich fand toll, dass uns die älteren Schüler von ihren eigenen Erfahrungen erzählt haben!“

Couragiertes Zeichen für Toleranz und Respekt

Für die Oberstufenschüler steht schon fest, das Projekt auch im kommenden Schuljahr fortzusetzen. Ihr Engagement kommt sicher auch daher, dass sie selbst als Siebtklässler an dem Projekt „Schüler unterrichten Schüler“ teilgenommen und es als bereichernd erfahren haben.

„Gerade in Zeiten, in denen der Rechtspopulismus in Europa auf dem Vormarsch ist, setzen unsere Schüler ein couragiertes Zeichen für Toleranz und Respekt und geben dies an die Jüngeren weiter. Das macht Hoffnung für die Zukunft“, zieht Lehrerin Michaela Marschner als positives Fazit.

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