Mit dem Umbau der Grundschule ist auch eine Lichtdurchflutete Mensa entstanden. © Foto Thomas Aschwer
Grundschule

Schülerzahlen steigen wieder – Stadt Olfen hat jetzt ein Raumproblem

Die Wieschhofgrundschule ist nach Einschätzung ihrer Leiterin Petra Deuker „an den Grenzen der Raumkapazität“. Was tun bei einer zusätzlichen Klasse? Die SPD schließt eine Lösung aus.

Gerade einmal zwei Jahre ist es her, dass die Stadt Olfen die umgebaute und sanierte Wieschhof-Grundschule feierlich eingeweiht hat. Verbunden mit der Hoffnung auf viele Jahre ohne Handlungsbedarf. Jetzt kommt alles anders, die Stadt muss handeln. „Wo bringen wir die zusätzliche Klasse unter?“, stellte Daniela Damm für die Verwaltung die Grundsatzfrage, die Schule, Stadt und örtliche Politik gleichermaßen beschäftigt.

„Die Zeiten sinkender Schülerzahlen sind vorbei“, berichtete Daniela Damm. Das Gegenteil sei der Fall. Weit zurück liegen Jahre, in denen weniger als 80 Mädchen und Jungen einen neuen Einschulungsjahrgang bildeten. Im Sommer 2021 wird die Zahl auf knapp 120 Kinder steigen, zu viele für die sonst üblichen vier Eingangsklassen. Ob es eine Ausnahmesituation ist oder eine dauerhafte Entwicklung ist noch unklar.

SPD erinnert an ihre Raumforderung vor der Sanierung

Bevor sich die Mitglieder des Ausschusses für Schule und Kindergärten am Dienstag (24.11.) auf Lösungssuche machten, blickte die SPD zurück. Bei der Planung des aufwendigen Umbaus habe sie zusätzliche Räume gefordert, um einen Puffer zu schaffen. Vergeblich. Für den jetzt sichtbar gewordenen Bedarf von mindestens einer Klasse fordert die SPD eine zukunftsweise Lösung und auf gar keinen Fall Mobilelemente.

Soweit ist die Stadt aber noch nicht. Sie will kurzfristig von einem externen Büro den Raumbedarf ermitteln lassen. Nicht nur für 2021, sondern auf Sicht. „Wir wollen nicht von Jahr zu Jahr hangeln“, sagte Bürgermeister Wilhelm Sendermann. Er gab zugleich ein Versprechen an Lehrer, Eltern und Kinder ab: „Wir wollen beste Bedingungen schaffen.“

Die Grundschulleitung hat bei diesen Vorgaben keinen Lösungsansatz. Zwar räumte Schulleiterin Petra Deuker ein, dass die Schule einen Fachraum wie beispielsweise den Kunstraum in einen Klassenraum umwandeln könne. Das habe aber weitreichende Konsequenzen. Keine Option ist für die Schule ein Teilstandort beispielsweise an der Gesamtschule. Petra Deukers Bestreben ist, „die Gruppe zusammenzuhalten“.

Jekits-Projekt und Betreuung in der Grundschule

Sie verwies zugleich auf die verschiedene Nutzung von Räumen – etwas durch die Ausdehnung des Jekits-Projekts. Dazu kommt, dass auch die Betreuung nach dem Unterricht von immer mehr Eltern nachgefragt wird. Wie das künftig alles unter einen Hut – oder besser in den bestehenden Räumen – gebrachte werden soll, ist nach den ersten Beratungen nicht geklärt.

Einstimmig sprach sich der Ausschuss dafür aus, einen neuen Schulentwicklungsplan in Auftrag zu geben. Neubauvorschläge darin hätten langfristige Konsequenzen. „Man baut für 60, 70 oder 80 Jahre“, sagt Wilhelm Sendermann. Viel Zeit bleibt der Stadt nicht. Am 18. August beginnt das Schuljahr 2021/22.

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Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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