In den letzten Wochen der Sommerferien ist an der Wolfhelm-Gesamtschule immer viel zu tun. Die Notebooks für die neuen Schülerinnen und Schüler müssen vorbereitet werden. Bald soll die Arbeit einfacher werden, die Schule steigt auf iPads um. © Thomas Aschwer (A)
Digitalisierung

Schulleiter Jerome Biehle sagt: „Wir wollen an der Spitze bleiben!“

Die Stadt Olfen will die Digitalisierung der Grund- und Gesamtschule weiter vorantreiben. Möglichst schneller als erst vor wenigen Monaten beschlossen. Doch Corona sorgt für Bremsspuren.

Die Nachricht haben die Stadtverwaltung sowie die beiden Schulen mit Freude zur Kenntnis genommen. 433.000 Euro erhält die Steverstadt aus dem Digitalpakt Schule. Damit können nicht nur Geräte angeschafft, sondern auch die Infrastruktur verbessert werden.

„Die ersten Leitungen haben wir bereits 2008 verlegt“, berichtete Anna Finke von der Stadt in der Sitzung des Ausschusses für Schule und Kindergärten am Dienstag (24.11.). Seitdem hat sich technisch eine Menge getan. „Wir wollen die WLan-Infrastruktur an der Gesamtschule ausbauen“, sagt Finke.

Auch die sogenannten Whiteboards sind nicht mehr der neueste Stand. Sie werden durch Displays ersetzt, die auch interaktiv nutzbar sind. Hört sich gut an, ist aber nicht immer direkt umzusetzen. Anna Finke berichtete von Lieferschwierigkeiten der Hersteller angesichts der riesigen Nachfrage. Aktuell scheitert die Installation daran, dass der Techniker sich in Quarantäne befindet.

System soll mit neuen Geräten stabiler werden

Gesamtschulleiter Dr. Jerome Biehle verteilte in der Sitzung deshalb ein „dickes Lob“ an die Stadt, die sich sehr stark engagiere und Wort halte. „Wir wollen an der Spitze bleiben“, sagte er unmissverständlich und berichtete von einer Umfrage in NRW. Gewissenhaft habe die Schule den Fragebogen ausgefüllt.

Und bekam dennoch einen Anruf, ob die Gesamtschule wirklich über eine 1:1-Ausstattung (jeder Lehrer und jeder Schüler hat ein eigenes mobiles Gerät) verfüge. Ja, an der Gesamtschule ist das schon seit vielen Jahren der Fall. Mit der neuen Infrastruktur und den neuen Endgeräten (iPads) soll das System deutlich stabiler werden.

Soweit ist die Wieschhof-Grundschule nicht. Mit der Folge, dass Schülerinnen und Schüler keine Geräte mit nach Hause nehmen können. Schulleiterin Petra Deuker berichtete im Ausschuss von einer Umfrage bei allen Eltern über die persönliche Ausstattung. „Sie ist sehr unterschiedlich.“ Erschwerend komme hinzu, dass Mütter und Väter eigene Geräte teilweise im Homeoffice nutzen.

Grundschulleiterin macht sich für Präsenzunterricht stark

Die Stadt Olfen will aber auch hier investieren. So sollen auch für die Grundschule iPads angeschafft werden. Nach dem Endausbau müssen sich zwei Schüler ein Endgerät teilen. Wie weit die Digitalisierung an der Wieschhofgrundschule vorangeschritten ist und wie intensiv sich die Lehrerinnen und Lehrer damit beschäftigen, machte die Schulleiterin mit einem Hinweis deutlich. „Wir bieten Fortbildungen für Kolleginnen und Kollegen von anderen Schulen an.“

Trotz aller Möglichkeiten macht sich Petra Deuker auch in der Corona-Krise dafür stark, dass die Mädchen und Jungen möglichsten jeden Tag in die Schule kommen. „Die Kinder sind zu klein für den Distanzunterricht.“

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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