So sieht die renovierte Marienkapelle an der Lüdinghauser Straße aus

Kirchengemeinde St. Vitus

Das Gasthaus „Zum Steverstrand“ ist ein geselliger Treffpunkt. Vor 300 Jahren war das noch anders. Ein frommes Kunstwerk erinnert noch heute an eine Zeit selbst gewählter Einsamkeit dort.

Olfen

, 22.08.2019, 09:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
So sieht die renovierte Marienkapelle an der Lüdinghauser Straße aus

Marias Tränen sind noch immer nicht getrocknet - auch nach mehr als 300 Jahren. © Sylvia vom Hofe

Die Tränen sind auf Marias breiten Wangen getrocknet. Ihr Mund ist aber immer noch geöffnet zu einem stummen Wehschrei. Der gellt bereits seit Jahrhunderten. Denn das fromme Relief der Gottesmutter Maria mit ihrem toten Sohn auf dem Schoß stammt aus dem Jahr 1706. Die Olfenerinnen und Olfenern rührt es noch immer - und bewegt sie, es für die nächsten Jahrhunderte zu erhalten.

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Das ist das Marienkapellchen Olfen

Das Relief von Maria und Jesus ist mehr als 300 Jahre alt. Das Kapellchen an der Lüdinghauser Straße, in dem es sich befindet, stammt aus dem Jahr 1903. Jetzt wurde das Gebäude von innen renoviert.
21.08.2019
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Kapelle© Sylvia vom Hofe
1903 wurde das heutige Kapellengebäude fertiggestellt. Bereits 1906 musste aber ein neuer Fußboden verlegt werden.© Sylvia vom Hofe
Pieta: So heißt die Darstellung Mariens mit ihrem toten Sohn Jesus auf dem Schoß. © Sylvia vom Hofe
Dass sich die Kapelle inzwischen in Nachbarschaft einer Gastwirtschaft befindet, zeigt Folgen. © Sylvia vom Hofe
Von 1706 stammt das Relief. © Sylvia vom Hofe
In dem breiten Gesicht Mariens sind getrocknete Tränen zu erkennen. Die Farbscihchten wurden 2005 freigelegt. © Sylvia vom Hofe
Der tote Jesus. Das Bild von ihm und seiner Mutter hat laut Informationen des Heimatvereins bereits vorangegangene Kapellenbauten geschmückt © Sylvia vom Hofe
IHS: Diese Abkürzung heißt nichts anderes als Jesus: das sogenannte Christusmonogramm. © Sylvia vom Hofe
Sowohl an das Jahr, in dem die Kapelle errichtet wurde als ach an das Jahr der großen Renovierung erinnern die Jahreszahlen. © Sylvia vom Hofe

Wieder einmal die Feuchtigkeit: Sie hatte den Wänden des kleinen Kapellchens an der Lüdinghauser Straße stark zugesetzt. Der Putz war teilweise abgefallen - 14 Jahre nach der großen Renovierung, die Mitglieder des Heimatvereins ehrenamtlich durchgeführt hatten. Dieses Mal haben sie nicht selbst zur Kelle gegriffen, sondern die Schäden im Innenraum dem Kirchenvorstand der katholischen Kirchengemeinde St. Vitus gemeldet. Der hat das ans Bistum Münster weitergegeben - mit Erfolg.

Nach Abschluss der Renovierungsarbeiten Gottesdienst am 22. August

Am Donnerstag, 22. August, um 15.30 Uhr wird die kleine Kapelle nach der Renovierungsphase wieder eingesegnet. Wo sich zu diesem Anlass wieder viele Menschen versammeln werden, herrschte vor rund 300 Jahren Menschenleere. Nur die Eremitage eines Einsiedlers stand dort, der keine Gesellschaft wollte, sondern das Gebet suchte - vor der Pieta mit der kräftigen Maria und ihrem Sohn.

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