So unterstützt Therapiehund Tilda die Erzieherinnen in der Olfener Kita Arche Noah

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Therapiehund Tilda gehört seit einem Jahr fest zur evangelischen Kindertagesstätte Arche Noah in Olfen. Die Dackeldame ist der Liebling aller Kinder. Und bald gibt es Grund zum Feiern.

Olfen

, 06.02.2019, 12:15 Uhr / Lesedauer: 3 min

Anna schwärmt: „Ich hätte auch gerne so eine Tilda zu Hause.“Die anderen Kinder nicken. Ja, so eine Tilda wäre schön... „Aber Tilda gehört uns allen ja ein kleines bisschen“, meint Enie dann. Wieder nicken alle in der Runde. Währenddessen liegt Tilda ganz gelassen auf ihrem Teppich in der Mitte und schaut den Kindern mit großen Augen zu.

Tilda ist das kleinste und beliebteste Mitglied in der evangelischen Kindertagesstätte Arche Noah in Olfen. Und das mit dem meisten Fell. Denn Tilda ist ein Zwergrauhhaardackel und seit genau einem Jahr der Therapiehund in der Kita.

So entstand die Idee, Tilda zum Therapiehund auszubilden

„Schon als Welpe war Tilda total kinderfreundlich, ruhig, ausgeglichen und vor allem aufgeschlossen“, erklärt Besitzerin und Erzieherin Wiebke Heindorff. So kam sie auf die Idee, ihren Hund zum Therapiehund auszubilden.

Ein Jahr lang lernte Tilda, wie sie sich in der Kita aber auch im Allgemeinen verhalten muss. „Ich muss mich schließlich auf sie verlassen können und sie muss mir gehorchen, ansonsten funktioniert die Arbeit ja nicht“, so Heindorff. Letztendlich erarbeitete sie ein pädagogisches Konzept und nahm Tilda mit in die Kita.

Vorfreude auf Tilda

Und im Kindergarten kann sich jeder auf Tilda verlassen. „Ich freue mich jedes Mal auf Tilda“, sagt Leni (4) und streichelt Tilda am Rücken. Tilda gehe es laut Wiebke Heindorff da ähnlich: „Immer wenn wir aus dem Auto steigen und sie weiß, dass wir an der Kita sind, freut sie sich.“ Auch die fünfjährige Anna ist wie alle anderen ein echter Tilda-Fan.

So unterstützt Therapiehund Tilda die Erzieherinnen in der Olfener Kita Arche Noah

Alle lieben Tilda - so auch die Sonnenscheingruppe der evangelischen Kita Arche Noah. © Viktoria Michelt

Das war am Anfang aber ganz anders. Damals hatte sie Angst vor dem Hund. „Das ist das gute an Tilda, sie ist viel kleiner als die Kinder und da verfliegt bei den meisten die Angst ganz schnell“, erzählt Wiebke Heindorff.

„Manchmal macht Tilda auch Quatsch“

Zusammen mit dem Hund machen alle Kindergartenkinder dann verschiedene Aktivitäten: Die U3-Kinder streicheln und bürsten den Hund und geben ihm ein Leckerli. Die Älteren machen schon Spiele mit ihm. Sie lernen wie man ihm Kommandos beibringt oder führen ihn an der Leine über eine Bank und durch einen Slalom. „Manchmal macht die Tilda aber auch Quatsch“, sagt die sechsjährige Lorena und lacht.

Denn als sie Tilda durch einen Kriechtunnel laufen lassen wollte, lief diese einfach los. „Ich habe doch noch gar nicht gesagt, dass sie kommen soll.“ Beim zweiten Mal klappt es dann und Tilda bekommt ihr Leckerli. Auch Gassi gehen steht auf dem Programm. „Wiebke nimmt dann immer die rote Leine und wir haben die bunten Leinen“, erzählt Enie (6). Denn Tilda läuft natürlich nie alleine nur mit den Kindern durch Olfen oder durch den Kindergarten.

Umgang mit Hunden lernen

Durch Tilda lernen die Kinder auch viel über Hunde im Allgemeinen. Wie man mit den Tieren umgeht, was man machen muss, wenn ein Hund auf einen zugerannt kommt oder auch etwas über die Anatomie von Hunden. Die zwölf Hunderegeln können die meisten mittlerweile im Schlaf aufsagen.

Und noch etwas ist Wiebke Heindorff aufgefallen: Immer wenn Tilda da ist, sind die Kinder rücksichtsvoll, leise und machen keine hektischen Bewegungen.

Tilda hat einen eigenen Rückzugsort

„Die Kinder wissen, dass Tilda kein Spielzeug ist, das sie immer in ihrem Gruppenraum haben“, so Heindorff. Deswegen ist sie auch nur ein bis zwei Mal die Woche in der Kita und hat ihren eigenen Rückzugsort im Aufenthaltsraum der Erzieher.

So unterstützt Therapiehund Tilda die Erzieherinnen in der Olfener Kita Arche Noah

Weil Tilda so gut mitgemacht hat, gibt Leni ihr ein Leckerli. © Viktoria Michelt

Die Kinder werden aber durch den Therapiehund motorisch und sprachlich gefördert, so Heindorff. Dazu kommt eine Menge Selbstbewusstseinsstärkung: mutig sein, Ängste überwinden und sich etwas trauen. „Wenn die Kinder dann einen Befehl geben und der Hund macht das sofort, dann sind die Kinder danach natürlich unheimlich stolz und selbstbewusst“, weiß Heindorff.

Ein freudiges Ereignis steht an

„Tilda ist eine große Bereicherung für uns, man kann so viel mit ihr machen. Das gesamte Team steht dahinter“, sagt Wiebke Heindorff. Und natürlich freue sie sich selbst auch, wenn sie ihren eigenen Hund mit zur Arbeit nehmen kann. Und bald steht noch ein Großereignis im Kindergarten an: Tilda wird drei Jahre alt. Klar, dass das seit Monaten im Geburtstagskalender eingetragen ist und ordentlich gefeiert wird. Natürlich dann mit Thron, Kerzen und einer Geburtstagsüberraschung - schließlich ist sie ein vollwertiges Gruppenmitglied. Die Kinder können es bis dahin kaum noch abwarten.

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