Unfallgefahr: Radfahrer sorgen sich um Sicherheit auf der umgebauten Bilholtstraße

mlzStraßenumbau

8000 Fahrzeuge am Tag, dazu viele Fahrradfahrer und Fußgänger. Eigentlich ist auf der Bilholtstraße mitten in Olfen für alle viel zu wenig Platz. Die Stadt will das Beste draus machen.

Olfen

, 14.05.2019, 15:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ab Herbst 2019 plant die Stadt auf dem rund 500 Meter langen Abschnitt zwischen Einmündung „Im Selken“ und dem Kreisverkehr beim Rewe-Markt eine massive Umgestaltung. Bei einer Bürgerversammlung am Montagabend in der Stadthalle wurden Vorteile und Schwächen des neuen Planentwurfes deutlich. Was hat sich gegenüber den ersten Vorschlägen aus 2013/14 geändert, was fordern Anlieger?

Radler fahren künftig auf rot eingefärbten „Schutzstreifen“

Unfallgefahr: Radfahrer sorgen sich um Sicherheit auf der umgebauten Bilholtstraße

Schmale Radwege, teilweise mit Zickzackkurs, sollen mit dem Straßenumbau der Vergangenheit angehören. © Thomas Aschwer

Rechts entlang der Hecke, links entlang der Hecke: Fahrradfahrer fahren derzeit einen „Zickzackkurs“. Das soll sich ändern. Künftig fahren sie auf einem rot eingefärbten Streifen der Straße – das Ende der „Konflikte“ mit Fußgängern. Doch diesen roten „Schutzstreifen“ können auch die Auffahrer überfahren. Dass das für Radler im Einzelfall gefährlich werden kann, ist der Verwaltung „bewusst“.

Stadt will einige Parkplätze am Leohaus wegnehmen

Unfallgefahr: Radfahrer sorgen sich um Sicherheit auf der umgebauten Bilholtstraße

Der Parkraum am Leohaus ist schon jetzt sehr knapp, die Parkplätze entlang der Bilholtstraße sollen im Zuge des Straßenumbaus dennoch aufgelöst werden. © Thomas Aschwer

Das Leohaus zählt seit seinem Um- und Anbau erfreulich viele Besucher. Wer mit dem Auto kommt, hat allerdings oft Probleme, es gibt nur wenige Parkplätze. Die neuen Pläne sehen aber vor, die Parkplätze entlang der Bilholtstraße wegzunehmen. Der Mangel sei erkannt, aber nicht kurzfristig zu lösen, sagte dazu die Verwaltung in der Bürgeranhörung.

Anlieger sieht „hochbrisante Situation“ beim Discounter

Unfallgefahr: Radfahrer sorgen sich um Sicherheit auf der umgebauten Bilholtstraße

Schwierig ist es für die LKW-Fahrer, wenn sie vom Netto-Parkplatz auf die Bilholtstraße fahren wollen. © Thomas Aschwer

Wenn Rossmann oder Netto beliefert werden, wird es eng und auch gefährlich. Anlieger Claus Bunte sprach sogar von einer „hochbrisanten Situation“. Was er damit meint, wurde am frühen Dienstagmorgen überdeutlich, als ein LKW mit Anhänger vom Netto-Parkplatz auf die Bilholtstraße fahren wollte. Der Fahrer kam nur mit Problemen um die Ecke.

Fläche vor dem früheren Volksbankgebäude wird neu gestaltet

Unfallgefahr: Radfahrer sorgen sich um Sicherheit auf der umgebauten Bilholtstraße

In vielen Bereichen gibt es wenig Platz an der Bilholtstraße, vor dem früheren Volksbankgelände ist das anders. Der Bereich soll neu gestaltet werden. © Thomas Aschwer

Während es in weiten Bereichen der Bilholtstraße recht eng ist, steht vor der früheren Volksbank deutlich mehr Platz zu Verfügung. Diese Fläche soll im Zuge des Straßenumbaus neu gestaltet und damit aufgewertet werden. So will die Stadt Dachplatanen pflanzen.

Auch auf der Straße „Zur Geest“ gibt es eine Spur für Radfahrer

Mit der Bilholtstraße wird auch die Straße „Zur Geest“ zwischen früherer Post und Stadthalle umgestaltet. Auch hier entstehen Schutzstreifen für Radfahrer und breitere Fußgängerwege. Und auch für Busse gibt es künftig mehr Platz. „Rund“ wird das Projekt durch einen Mobilpunkt an der Stadthalle, die Arbeiten sind bereits angelaufen.

Bürger sehen die „Schutzstreifen“ nicht unbedingt als Schutz

Während es über den Mobilpunkt und auch die Umgestaltungspläne in der Bürgeranhörung am Montagabend in der Stadthalle wenig Diksussionen gab, sahen einige Bürger die neue Grundstruktur auf der Straße durchaus kritsch. In mehreren Wortbeiträgen ging es um den geplanten „Schutzstreifen“ für Radfahrer.

Kritiker sahen vor allem die Gefahr, dass Autofahrer auf der künftig nur noch 4,50 Meter breiten Bilholtstraße im Begegnungsverkehr einfach nach rechts ausweichen und damit Radfahrer gefährden. „Die Problematik ist uns bewusst“, sagte Stadtplaner Christopher Schmalenbeck. Aber es stehe halt „relativ wenig Fläche“ zur Verfügung.

Viel Kritik für die neuen Haltestellen des Bürgerbusses

Schmalenbeck sieht gleichwohl in dem roten Schutzstreifen eine gute Option für Radfahrer – auch wenn diese Streifen jeweils kurz vor dem neuen Mini-Kreisverkehr (heutige Ampelkreuzung) enden. Das sei jedoch eine zwingende gesetzliche Vorgabe.

Anders sieht es bei den neuen Haltestellen des Bürgerbusses aus. Für die neuen Standorte in Höhe von Rossmann, des Leohauses und bei Thesing gab es viel Kritik in der Anhörung. Vor allem auch deshalb, weil der Bürgerbus dann auf dem Schutzstreifen für Fahrradfahrer halten soll. Bürgermeister Wilhelm Sendermann kündigte deshalb ein Gespräch mit dem Bürgerbusverein an, um nach einer besseren Lösung zu suchen.

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