Viel zu tun gibt es in der Scheune an der Füchtelner Mühle. Die Lagerhalle hatte nur eine Klinkermauer. Bauarbeiter haben deshalb von innen eine zweite Mauer hochgezogen, um Energie zu sparen. © Thomas Aschwer
Naturparkhaus

Stadt krempelt Lagerscheune im Olfener Westen einfach mal auf links

Viele Jahre fristet die Scheune an der Füchtelner Mühle im Olfener Westen ein Schattendasein. Jetzt verwandeln Handwerker die Lagerhalle in ein Vorzeigeobjekt - für den Tourismus und mehr.

Das Wetter lädt in diesen Tagen nicht wirklich häufig dazu ein, mehr als einige wenige Schritte vor die Tür zu treten. Doch an der Füchtelner Mühle ist „richtig was los“. Neben vielen Eltern, die ihre Kinder aus der Kita oder Spielgruppe abholen, gibt es Menschen, die hinaus in die Natur wollen – und meist überrascht stehen bleiben.

„Touristinformationszentrum Naturparkhaus Steveraue“ steht auf dem riesigen Schild vor der Scheue. Ein Bild zeigt den Interessierten, was er hier voraussichtlich ab Frühjahr 2022 erwarten darf: Ein Gebäude, das auf den ersten Blick nur noch wenig mit der alten Lagerscheune zu tun hat. Wer jedoch das künftige Zentrum betritt, wird an längst vergangene Zeiten erinnert. „Wir haben uns bewusst dazu entschieden, den alten Klinkerstein zu erhalten“, sagt Melanie Elett von der Stadt Olfen.

Mit dem neuen Kindergarten in der früheren Villa Ritter und dem Naturparkhaus kümmert sie sich um zwei millionenschwere Projekte. „Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf gut 4 Millionen Euro“, sagt Bürgermeister Wilhelm Sendermann. Bei weitem nicht alles muss die Stadt stemmen. „Beim Naturparkhaus bekommen wir eine 80prozentige Förderung.“ Wo die rund 2 Millionen für das Objekt bleiben, macht schon ein erster Blick deutlich.

Arbeiten am Dach haben begonnen, „Schwachstelle“ Mauerwerk

Die erste Hälfte des Daches (Richtung im Anschluss an das Restaurant) hat ein Fachbetrieb bereits in Angriff genommen. Nur die alten Sparren sind erhalten geblieben. Die alten Dachpfannen, die früher von innen direkt sichtbar waren, sind abgedeckt. Die beim Hausbau übliche Folie ist gezogen, neue Dachlatten teilweise angebracht. Ganz neu ist auch die Dämmung, die es bislang in der Scheune nicht gab.

Dieser Punkt ist ohnehin die große Schwachstelle der riesigen Scheune. Das Außen-Mauerwerk besteht ausschließlich aus Klinkersteinen. Maurer haben bereits neue Innenwände errichtet. Abgerundet wird das Energiekonzept durch ein neues Blockheizkraftwerk, das in der früheren Garage eingebaut wird und eine besondere Konstruktion ist. „Es gibt ein Haus im Haus“, sagt Wilhelm Sendermann. Dabei kann das „Innenhaus“ für Vorträge oder andere Veranstaltungen genutzt werden – ohne beispielsweise das Tourismuszentrum zu stören.

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Bilder vom Naturparkhaus in Olfen

Bei der Neugestaltung der riesigen Flächen der Scheune hat sich die Stadt an den „vielfältigen Bedürfnissen“ der Besucher orientiert. Dazu gehört auch, dass sich in unmittelbarer Nähe zum Info-Point eine Garderobe und auch öffentliche Toiletten befinden. Kurze Wege haben auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Tourismuszentrums, sie haben nur wenige Schritte zu einem Vorratslager.

Viel Platz bietet auch der hintere Bereich der Scheune für Fahrräder, die sich Gäste ausleihen können.

Außenbereiche werden künftig neu geordnet

Bis allerdings hier das erste Rad ausgegeben werden kann, wird es noch rund ein Jahr dauern. Allerdings steht schon jetzt fest, dass auch das Umfeld neu geordnet wird. Dient der Bereich zwischen Scheune und Restaurant aktuell als zusätzliche Parkfläche, so wird er nach dem Umbau als Fläche für Fahrradfahrer und Aufenthaltsraum. Dafür werden hinter der Scheune neue Parkflächen geschaffen.

Im neuen Zentrum wird es aber nicht nur Tipps und Tourenvorschläge geben, die Besucher können sich auch mit den Fischen in der Stever vertraut machen. „Wir sind in der Detailplanung für ein Steveraquarium“, sagt Bürgermeister Wilhelm Sendermann. „Die Umweltbildung und Wissensvermittlung wird ein großer Schwerpunkt des neuen Zentrums sein.“ Das Naturparkhaus soll aber auch ein zentraler Anlaufplatz im Naturpark Hohe Mark werden, zu dem Olfen gehört.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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