Südlich der Kökelsumer Straße soll das Neubaugebiet Olfener Heide entstehen. Jetzt stehen erste Rahmendaten fest - allerdings noch nicht die Preise für die Grundstücke. © Arndt Brede (A)
Finanzen

Stadt Olfen verkauft Grundstücke – Bürger genießen die Folgen

Die Ansage ist in der Corona-Pandemie zumindest ein Stück weit mutig: Die Stadt Olfen plant auch für 2021 einen Überschuss im Haushalt. Den Vorteil sollen die Bürgerinnen und Bürger haben.

Die Nachrichten auch in der solide aufgestellten Region ähneln sich: Wo auch immer Kämmerer neue Haushalte vorstellen, kündigen sie ein „rote Zahlen“ an. In der Nachbarstadt Lüdinghausen rechnet beispielsweise Armin Heitkamp mit einem Minus von knapp 2,9 Millionen Euro. „Unsere finanziellen Spielräume werden kleiner“, sagte der neue Bürgermeister Ansgar Mertens.

Olfen profitiert hingegen nach Einschätzung von Bürgermeister Wilhelm Sendermann gerade in der Corona-Pandemie von den Einsparungen in 2016 und den Folgejahren. „Wir haben uns dadurch die nötigen finanziellen Spielräume erhalten“, sagte Bürgermeister Wilhelm Sendermann bei der Einbringung des Zahlenwerkes für 2021 in den Stadtrat.

Wie gut es um die Olfener Finanzen bestellt ist, machte der in der gleichen Sitzung vorgestellte Jahresabschluss für 2019 deutlich Die Stadt hatte einen Überschuss von gut 1,1 Millionen Euro eingeplant. Jetzt steht fest, dass es sogar gut 1,7 Millionen mehr sind. Das Ergebnis ist damit um 615.000 Euro besser ausgefallen als geplant.

Stadt plant Investitionen in die Infrastruktur

Doch die deutlichen Einbrüche gerade bei der Gewerbesteuer bei einem gleichzeitigen deutlichen Anstieg bei den Transfer-Leistungen (insbesondere als Folge höherer Arbeitslosenzahlen, Insolvenzen und steigender Kosten im Gesundheitswesen) setzen Olfen in 2021 ein Stück weit unter Druck.

Die Stadt erwartet jedoch „außerordentliche Erträge“ aus der Vermarktung von Grundstücksflächen im neuen Baugebiet Olfener Heide. „Diese Einnahme brauchen wir auch, weil wir erheblich in die Infrastruktur investieren wollen“, so Sendermann bei der Haushaltseinbringung. Die Bürger sollen, so die Ankündigung des Bürgermeisters, „so wenig wie möglich belastet werden.“

Dazu gehört auch, dass die „Gebühren auf dem Stand von 2016 verharren. Welche Kommune kann das vorweisen“, so die durchaus selbstbewusste Ansage von Wilhelm Sendermann. Ein Olfener Vier-Personen-Haushalt werde mit genau 962,20 Euro belastet, angrenzend zu Olfen sind es nach Auskunft der Stadt zwischen 1138 und 1965 Euro.

Andere Städte nehmen Gebühren für iPads

Nicht mitgerechnet sind bei diesen Zahlen Sonderzahlungen von Bürgerinnen und Bürgern. An der Gesamtschule am Gänsewinkel in Schwerte werden trotz Unterstützung durch die Sparkassenstiftung beim Aufbau des WLAN-Netzes Eltern bei der Anschaffung von iPads zur Kasse geben – mit monatlich 15 bis 20 Euro. Wenn die Gesamtschule Olfen auf iPads umstellt, müssen die Eltern der Schüler nicht einen Cent für die Nutzung der Geräte bezahlen.

Ob die positiven Zahlen am Ende wirklich Bestand haben, müssen die politischen Beratungen zeigen. Dann wird die Frage geklärt, welche Wünsche die Politik hat – und wie die sich auf den Haushalt auswirken.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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