Das Hallenbad Olfen ist "in die Jahre gekommen" und soll jetzt umfassend saniert und modernisiert werden. In der Pandemie ruht aber bereits seit Wochen der Betrieb. © Thomas Aschwer (A)
Großprojekte

Steuereinnahmen brechen weg, doch Olfen will weiter kräftig investieren

Landauf, landab klagen Städte und Gemeinden über die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie. Olfen geht das Thema selbstbewusst an – die Bürger wird es freuen.

Die aktuellen Zahlen sind nicht gut, eher ernüchternd. Gewerbesteuern in einer Gesamthöhe von 4,6 Millionen Euro hat die Stadt Olfen in 2019 eingenommen. Die Fünf-Millionen-Grenze sollte in 2020 genommen werden. Daraus wird angesichts von Shutdowns und anderer Faktoren in der Coronakrise nichts. Auch Olfen muss „kleinere Brötchen backen“. Der Beigeordnete Günter Klaes geht mittlerweile von einem deutlichen Rückgang aus – auf voraussichtlich „nur“ noch 3,5 Millionen Euro.

Gleichzeitig gibt es einen deutlichen Anstieg bei den sogenannten Transfer-Leistungen (insbesondere als Folge höherer Arbeitslosenzahlen, Insolvenzen und steigender Kosten im Gesundheitswesen). Muss Olfen jetzt geplante Investitionen komplett streichen oder zumindest schieben? Wer sich den Haushaltsplan-Entwurf für 2021 ansieht, muss diese Sorge nicht teilen. Hier einige geplante Investitionen:

Planungs- und Baukosten Kindergarten „Füchtelner Mühle“: Im Entwurf sind für das Jahr 2021 rund 1,1 Millionen Euro vorgesehen. Dazu kommen die bisher nicht in Anspruch genommenen Mittel aus dem laufenden Jahr. Das Gesamtvolumen beläuft sich damit auf mehr als 2 Millionen Euro.

Stadt muss erst in Erschließung investieren, um dann vom Grundstückskauf zu profitieren

Die Nachfrage nach Grundstücken ist ungebrochen hoch. Bevor die Stadt allerdings Flächen verkaufen und damit Einnahmen generieren kann, muss sie erst einmal investieren. Die Erschließungskosten für das neue Baugebiet „Olfener Heide“ haben ein Gesamtvolumen von knapp 2,3 Millionen Euro. Für 2020 sind knapp 1,6 Millionen Euro veranschlagt, für 2021 sind 700.000 Euro vorgesehen.

Die Pandemie hat deutlich gemacht, wie wichtig digitale Ausstattungen von Schulen sind. Olfen hat sich schon vor mehr als zehn Jahren auf den Weg gemacht und vor der Pandemie einen Medien-Entwicklungsplan verabschiedet. Das hat finanzielle Folgen: Für das kommende Jahr sind Auszahlungen in einem Umfang von 660.000 Euro für die Gesamtschule vorgesehen. Weitere Mittel in Höhe von 655.000 Euro verteilen sich über die Jahre

2022 bis 2024. Mit dem Geld schafft die Stadt neue mobile Endgeräte für alle Gesamtschüler an und baut gleichzeitig die digitale Infrastruktur in der Stadt aus.

Bereits angelaufen ist der Umbau der Scheune an der Füchtelner Mühle zum Naturparkhaus. Die Gesamtkosten für die Maßnahmen belaufen sich auf rund 2,4 Millionen Euro. Dabei sind für das laufende Jahr 1,5 Millionen Euro veranschlagt, für 2021 sind es 300.000 und für 2022 dann 600.000 Euro.

Für die nächsten Jahre stehen einige Großprojekte in Olfen an

Recht überschaubar sind die eingeplanten Kosten für das Hallenbad (100.000 Euro) und die Erweiterung des Rathauses (500.000 Euro). Gehen beide Projekte an den Start, wird der Haushalt in Millionenhöhe belastet. Bei Bad sind es in 2022 dann 1,6 Millionen Euro und in den beiden Folgejahren insgesamt rund 1,6 Millionen Euro. Beim Rathausan- und umbau kalkuliert die Stadt mit 3,0 Millionen Euro in 2022 und weiteren 4,5 Millionen Euro in den Jahren 2023 und 2024.

Was am Ende wirklich umgesetzt wird, entscheidet der Olfener Rat. Für den 9. Februar ist zunächst eine Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses angesagt, der traditionell die geplanten Investitionen, die Gebührensätze und weitere Dinge berät. „Ich bin überzeugt, dass wir mit diesem Entwurf die richtigen Schwerpunkte setzen und die richtigen Impulse geben, damit wir Olfen weiterhin oben halten“, sagte Bürgermeister Wilhelm Sendermann in seiner Rede bei der Haushaltseinführung. „Deshalb bitte ich Sie schon jetzt, dem vorgelegten Plan zuzustimmen. Und ich hoffe, dass wir nach der Verabschiedung des Haushalts mit vereinten Kräften an seiner Umsetzung arbeiten.“

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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