Stever-Umflut hat gute Chancen

Füchtelner Mühle

Seit 2002 plant die Stadt Olfen den Bau einer Stever-Umflut links und rechts der Füchtelner Mühle an der Kökelsumer Straße. Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts sind die Chancen für eine Umsetzung jetzt gestiegen.

OLFEN

von Von Matthias Münch

, 30.08.2011, 17:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Wasserkraftwerk Füchtelner Mühle bildet eine Barriere für die Fische in der Stever. Deshalb will die Stadt hier eine Umflut bauen.

Das Wasserkraftwerk Füchtelner Mühle bildet eine Barriere für die Fische in der Stever. Deshalb will die Stadt hier eine Umflut bauen.

Seit Generationen gibt es dieses Durchlässigkeit an der Füchtelner Mühle nicht mehr. Wo heute ein Wasserkraftwerk betrieben wird, gab es vorher eine Wassermühle. Frühere Umfluten in diesem Bereich hielten nicht lange. Diesmal will die Stadt Nägel mit Köpfen machen und zum Preis von rund 400.000 Euro ein dauerhaftes Bauwerk errichten. Es soll ein rund 1500 Meter langer Graben werden, der 900 Liter Wasser pro Sekunde oberhalb der Füchtelner Mühle ableitet und unterhalb wieder in den Fluss zurück führt.

Doch mit diesem Vorhaben war und ist der Betreiber des Wasserkraftwerks nicht einverstanden. Im Jahr 2008 reichte er dagegen Klage ein mit der Begründung, die Standfestigkeit seines Bauwerkes sei durch die Ableitung des Wassers gefährdet. Im vergangenen Jahr fand eine erste Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht statt. Das Gericht beauftragte einen Gutachter mit der Klärung des Sachverhaltes. Der stellte nach 14 Monaten fest, dass eine Umflut die Füchtelner Mühle nicht gefährde.

Deshalb wies das Gericht nun die Klage zurück. Dagegen hat der Kraftwerksbetreiber jetzt Antrag auf Zulassung einer Berufung beim Oberverwaltungsgericht gestellt. Eine halbes Jahr dürfte das OVG brauchen, um dies zu prüfen. Lässt es die Berufung zu, wird der Prozess wohl wieder einige Jahre dauern. Lehnt das OVG den Antrag ab, dann könnte die Stadt nach zehn Jahren Planung endlich an die Umsetzung der Maßnahme gehen. Neben der Angst um sein Bauwerk macht der Kraftwerksbetreiber auch geltend, dass ihm durch die Umflut viel Wasser entzogen werde und er deshalb nicht mehr genug Strom produzieren könne, um seine Anlage wirtschaftlich zu betreiben.

Dieses Argument weist Olfens Bürgermeister Josef Himmelmann zurück: Trotz der Umflut würden immer noch durchschnittlich Dreiviertel des Steverwassers durch die Turbinen des Kraftwerks fließen. Und für die 900 abgeleiteten Liter bekomme der Betreiber einen Ausgleich. Denn wenn die Stever durch die Umflut durchlässig gemacht wird, erhalte er eine höhere Vergütung für seinen Ökostrom.

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