Tier-Tafel ist neu in Olfen: So können die Bürger die Initiative unterstützen

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Kleiner Kreis, großes Herz: Seit zwei Jahren gibt es die Tiertafel in Lüdinghausen und Dülmen. Jetzt wird sie auch in Olfen aktiv. Dank eines glücklichen Zufalls.

Olfen

, 22.11.2019, 09:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jutta Sievert ist eine engagierte Frau. Seit Jahren unterstützt die Olfenerin die Dortmunder Obdachloseninitiative „Hand in Hand“. Ein Thema, das auch Claudia Böttcher ganz wichtig ist. Eher zufällig haben sich die beiden Frauen kennengelernt. Haben sich über die Not von Obdachlosen und ihren Tieren unterhalten.

Reden allein reicht den Frauen nicht. Sie packen auch an. In der Obdachlosenhilfe und beim Tierschutz. „Viele Hilfsbedürftige haben einen Hund“, erläutert Claudia Böttcher die Verbindung der beiden Themen. Die logische Konsequenz: Die Tiertafel unterstützt ausschließlich Menschen mit einer kleinen Rente, Hartz-4-Empfänger und Menschen in Notlagen.

Tiertafel nimmt und gibt ausschließlich Sachspenden

Der zweite nicht diskutierbare Grundsatz: Die Tiertafel nimmt kein Geld. Und gibt kein Geld. Sie sammelt und gibt ausschließlich Sachspenden. Die Nachfrage ist groß. „Wir unterstützen aktuell 43 Klienten“, sagt Claudia Böttcher, Sprecherin der Tiertafel. Sechs Menschen seien davon nicht sesshaft.

Tier-Tafel ist neu in Olfen: So können die Bürger die Initiative unterstützen

Jutta Sievert (2.v.r.) engagiert sich bei der Tiertafel und ist Ansprechpartnerin für alle Olfener, die die Organisation unterstützen wollen. Sprecherin der Tiertafel ist Claudia Böttcher. Ebenfalls engagieren sich Samantha Böttcher und Matthias Greven. © Thomas Aschwer

Dank der Unterstützung der Non-Profit-Organisation - „die Bildung eines Vereines ist uns zu teuer und zu aufwendig“ - können nach Aussage von Claudia Böttcher aktuell 31 Hunde, 37 Katzen, 2 Kaninchen und 2 Wellensittiche versorgt werden. Vornehmlich geht es dabei um Futter - aber auch um Körbe, Leinen oder andere Gegenstände.

Tiertafel holt Spenden ab und bringt sie den Menschen

Wichtig ist dabei dem nicht einmal zehn Personen großen Helferkreis die Würde der unterstützten Personen. „Wir haben keine Ausgabestelle. Wir bringen den Menschen die Dinge.“ Und wenn die Betroffenen Rückschlüsse befürchten, geben es die Mitglieder der Tiertafel auch schon mal bei einem Nachbarn ab.

„Wir veröffentlichen auch keine Fotos von den Personen, nur von den Tieren“, sagt Claudia Böttcher. Ein Konzept, das offensichtlich auch in Olfen Anklang findet. Kaum hatte Jutta Sievert einen ersten Aufruf gestartet, gab es etliche Rückmeldungen. „Ich bin ein wenig durch Olfen gefahren und hatte den halben Kofferraum voll“, sagt Sievert.

„Wir sind auf Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen“

So soll es möglichst bleiben. „Wir sind auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen“, sagt Claudia Böttcher. Zumal die Tier-Tafel demnächst auch in Nottuln aktiv werden will. Im Gegensatz zu anderen Gruppen will die Tafel „nichts ins Ausland schicken“. Spenden aus der Region sollen in der Region bleiben. „Wir nehmen auch angebrochene Säcke und Tüten ab.“

Das ist die Tiertafel
  • Die Tiertafel ist seit November 2017 in Lüdinghausen und Dülmen aktiv.
  • Mit Jutta Sievert gibt es jetzt auch eine Ansprechpartnerin in Olfen.
  • Wer die Tafel in der Steverstadt unterstützt will, erreicht sie unter Tel. (0178) 5490006.
  • Die Tafel freut sich über Sachspenden, nimmt jedoch keine Geldspenden.
  • Die Organisation will demnächst auch in Nottuln aktiv werden.

Die Tierliebe ist beim Initiativ-Kreis so groß, dass sie privat ein kleines Lager in Haltern finanziert. Gefüllt werden soll es auch mit Unterstützung von Fressnapf Lüdinghausen. „Das Geschäft hat uns von Anfang an unterstützt und hilft uns auch jetzt bei einer Tombola“, sagt Claudia Böttcher. Den finanziellen Erlös der Aktion werde die Tier-Tafel nutzen, um weiteres Futter, Körbchen und andere Dinge zu kaufen.

Jutta Sievert will in den nächsten Wochen eine weitere Initiative starten, um Sachspenden für die Tiertafel zu generieren. „Ich möchte Geschäfte in der Stadt ansprechen und fragen, ob die Tafel hier Futterboxen aufstellen darf.“ Eine ähnliche Aktion gibt es bereits in Selm. Hier können Menschen Tierfutter kaufen und in der Box ablegen.

Positive Rückmeldungen auf Olfener Initiative

Die Tierschützerin ist von einem Erfolg überzeugt. Die Resonanz nach einem ersten Hinweis der Tafel in den Sozialen Medien sei „total gut“ gewesen. Jutta Sievert hofft auch in den nächsten Wochen und Monaten auf weitere Unterstützung.

„Geben ist so schön“, sagen die Initiatoren der Tierhilfe. Alle hätten Erfahrung damit, mit wenig auszukommen. Andere Initiativen sieht die Tafel nicht als Konkurrenz. „Es kommt nicht darauf an, wo sich die Menschen engagieren, sondern dass sie sich einbringen“, sagt Sprecherin Claudia Böttcher.

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