Trecker oder Lkw - wer bringt mehr Kraft auf den Boden beim Trecker Treck?

mlzTrecker Treck

Lkw-Fahrer versuchen beim diesjährigen Trecker Treck der Landjugend Olfen erstmals ihr Glück. Die Blicke der Zuschauer dürften sich besonders auf ein außergewöhnliches Fahrzeug richten.

Olfen

, 12.08.2019, 13:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jürgen Tomazic ist Trucker mit Leidenschaft. Und wenn jemand mit einer ungewöhnlichen Idee kommt, ist er sofort dabei. Dann interessiert ihn wenig, dass beim Trecker Treck eigentlich „nur“ Schlepper vorgesehen sind. Bei seinem ersten Start hat Tomazic deshalb reichlich Lehrgeld zahlen müssen, schaffte nur 74 Meter der 100 Meter langen Strecke. Die Phase hat er hinter sich gelassen.

Beim Trecker Treck am Sonntag, 18. August, in Olfen will er es den Schlepperfahrern mit seinem knapp 500 PS starken Allrad-Lkw zeigen. Und er bringt noch Bekannte mit spektakulären Ansätzen mit. Wenn alles wie geplant umsetzbar ist, geht auch ein Raketenschlepper an den Start. Ursprünglich wollte der Fahrer schon am Samstag die Rahmenbedingungen in Olfen ansehen, musste nach einem Unfall aber passen.

Trecker oder Lkw - wer bringt mehr Kraft auf den Boden beim Trecker Treck?

Beim diesjährigen Trecker Treck in Olfen versuchen auch LKW-Fahrer ihr Glück, so auch Jürgen Tomazic (2.v.r.) mit seinem 6x6-Allrad-LKW. Auch weitere LKW-Fahrer wollen am Rennen teilnehmen. Über die Aktion freuen sich auch die Olfener Landjugend-Verantwortlichen mit (v.l.) Debora Geismann, Hendrik Adams, Julia Nottenkämper und Jörg Kublun. © Thomas Aschwer

Jonas Schröer macht seit fünf Jahren mit seinem Schlepper mit

Jörg Kublun, Vorsitzender der Landjugend Olfen, muss mit dem Orga-Team noch überlegen, wie sie die Lkw-Fahrer in das Programm einbauen: Wird es ein Show-Teil, oder werden die Lkw in eine Leistungsklasse eingruppiert? Das sieht bei Jonas Schröer (21) ganz anders aus. Er hat einen handelsüblichen Schlepper mit gerade einmal 80 PS. Er startet in zwei kleineren Klassen - bis 3,5 Tonnen und bis 4,5 Tonnen.

Seit fünf Jahren fährt er Rennen. Zunächst startete Schröer mit diesem Trecker bei Landjugend-Trecker-Trecks, dann auch bei größeren Veranstaltungen. Relativ schnell feierte er die ersten Erfolge. Mit jedem Start sammelte er weitere Erfahrungen, lernte, an welchen Stellen die Gewichte angebracht werden müssen, um möglichst weit nach vorne zu fahren.

Olfener Boden ist eine besondere Herausforderung für Fahrer

Vor dem Rennen auf der Heimstrecke in Olfen hat Jonas Schröer gehörigen Respekt. „Die Bodenverhältnisse sind schwierig.“ Der Boden in der Nähe des Hofes Brüse (Bockholter Balwe 4) ist nicht so fest wie Lehmböden. Mit einem Platz im vorderen Mittelfeld wäre er deshalb zufrieden.

Trecker oder Lkw - wer bringt mehr Kraft auf den Boden beim Trecker Treck?

Sieht aus wie ein Arbeitsgerät auf dem Feld - und ist in erster Linie auch ein Arbeitsgerät, der Schlepper von Jonas Schröer. Immer wieder nimmt er mit dem Schlepper aber auch am Trecker Treck teil. © Schröer

Für die Landjugend Olfen ist der Trecker Treck in diesem Jahr eine ganz besondere Veranstaltung. „Wir organisieren die alle zwei Jahre stattfindende Veranstaltung jetzt zum zehnten Mal“, sagt der Vorsitzende Jörg Kublun. Aus Spaß an der Freude. Aber auch mit einem lobenswerten Hintergedanken. Bei einer Tombola locken wieder attraktive Preise.

Landjugend spendet den Erlös der großen Tombola

Der Erlös der Aktion ist allerdings nicht für die Landjugend oder die Organisation der Veranstaltung gedacht, sondern wird einer caritativen Einrichtung gespendet.

In diesem Jahr geht das Geld an den Verein IBO Olfen, der sich dafür einsetzt, Menschen mit Behinderungen bzw. Handicaps in den Alltag besser zu integrieren.

Die Starter des Trecker Treck hingegen kämpfen nicht um Geldpreise, es geht um den Spaß und Pokale für die Sieger. Aber was passiert überhaupt bei dem Wettkampf? Es handelt sich um eine besondere Form des Motorsports. Dabei muss ein mit Gewichten beladener Wagen (Bremswagen) von einem Zugfahrzeug (Traktor oder auch Lkw) möglichst weit geschleppt werden. Die Zugfahrzeuge werden in verschiedene Gewichtsklassen eingeteilt.

60 Mitglieder müssen „kräftig in die Hände spucken“

Ziel ist es, möglichst viel der 100 Meter langen Strecke zu schaffen. Das größte Problem dabei ist, dass die Antriebsräder durchdrehen - und der Fahrer abbrechen muss. Damit die Rahmenbedingungen in der Nähe des Hofes Brüse möglichst gut sind, haben Landjugendmitglieder die Fläche vorbereitet.

Wie viele Starter am Sonntag, 18. August hier ihr Glück am Ende wirklich versuchen werden, kann der Vorsitzende nicht sagen. Auch am Morgen der Veranstaltung sind noch Anmeldungen möglich. Die rund 60 aktiven Mitglieder der Landjugend sind auf alle möglichen Interessenten vorbereitet - und wenn sie mit einem Lkw oder Raketenschlepper kommen.

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