"Über der Familie liegt ein riesiger Schatten"

Sohn im Kandaouroff-Prozess

Mehr als 16 Monate nach dem tödlichen Kopfschuss auf den Hotelier Klaus Kandaouroff hat der Sohn des getöteten Millionärs am Mittwoch seine ganze Trauer zum Ausdruck gebracht: "Es hat sich alles verändert. Es liegt ein riesiger Schatten über der Familie", sagte der 43-Jährige vor dem Bochumer Schwurgericht.

VINNUM/BOCHUM

05.10.2011, 11:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Foto zeigt Rechtsanwalt Dr. Thomas Hölscher (Datteln) und die  Nebenklägerin, Dr. Anni Hüttemann, eine Tochter von Klaus Kandaouroff.

Das Foto zeigt Rechtsanwalt Dr. Thomas Hölscher (Datteln) und die Nebenklägerin, Dr. Anni Hüttemann, eine Tochter von Klaus Kandaouroff.

Später habe er dann seinen niedergeschossenen Vater im Flur der Villa auf dem Boden liegen sehen. Der Sohn des Seehof-Chefs bestätigte im Prozess, dass seitens der Familie Kandaouroff einem unbekannten Informanten die Zahlung von "300.000 Euro" als Belohnung für Hinweise auf die Ergreifung der Täter versprochen worden ist. Der Tippgeber habe das erste Angebot von 100.000 Euro ausgeschlagen, später habe man sich dann auf 300.000 Euro verständigt. Der Sohn: "Wir haben gesagt, wir versuchen alles, um die Täter zu kriegen." Im Verlaufe des Prozesstages sollen noch weitere Familienmitglieder (zwei Töchter und eine Schwiegertochter) als Zeugen aussagen. Wie bekannt wurde, ist die Witwe von Klaus Kandaouroff nach wie vor gesundheitlich schwer angeschlagen und derzeit zu einer Zeugenaussage vor Gericht nicht in der Lage. Wie berichtet, hatte sich ein Schussspuren-Experte zuletzt festgelegt, dass Klaus Kandaouroff durch einen aufgesetzten Kopfschuss getötet worden ist. Alle drei Angeklagten hatten beteuert, dass der 80-Jährigen Millionär ausgeraubt und nicht getötet werden sollte.

Todesschütze Mladen P. hatte im Prozess zugegeben, den Schuss auf den Hotelier und Gastronom abgefeuert zu haben, sich jedoch auf einen ungewollten Drehschuss „aus der Hüfte“ berufen. P. muss sich im Prozess darüber hinaus wegen eines Raubüberfalls auf eine Bochumer Anwaltswitwe im Januar 2006 verantworten. Die Angeklagten könnten im Prozess zu lebenslanger Haft verurteilt werden.

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