Ulrike Böhmer nahm kein Blatt vor den Mund

Kabarett-Programm

Rund 180 Zuschauer erlebten ein urkomisches Kabarett-Programm mit dem Thema "Baustelle Kirche". Kirchen-Kabarettistin Ulrike Böhmer plauderte dabei aus dem Nähkästchen und nahm kein Blatt vor den Mund.

OLFEN

von Von Edith Möller

, 23.10.2011, 13:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Seid ihr alle vom Kolping?“, wollte sie dann neugierig wissen, während sie gezielt die Bühne anvisierte. In ihrer knallroten Jacke, der überdimensional großen Handtasche und den auffallenden Kniestrümpfen, die einen Zentimeter davor aufhörten, wo das Rock-Ende anfing, stolperte sie die Treppe hoch, um bei einem Blick über die Schulter festzustellen, dass die dritte Reihe die von der kfd sein müsse. Rund 180 Zuschauer erlebten ein urkomisches Kabarett-Programm mit dem Thema „Baustelle Kirche“. Die Kolpingsfamilie hatte die Kirchen-Kabarettistin Ulrike Böhmer verpflichtet, die im wirklichen Leben in Iserlohn wohnt und ausgebildete Gemeindereferentin ist. Viel zu gerne plauderte sie aus dem Nähkästchen und nahm dabei kein Blatt vor den Mund.

Jeder glaubte der resoluten Powerfrau Erna Schabiewsky, dass in ihrer Gemeinde ohne sie nichts läuft. Am liebsten würde sie ihre ganze Kreativität ausleben, „wenn nur die Leute nicht wären“, verriet sie. Ausgiebig erzählte sie von der Verhüllung der Kirche und wie sie alles für eine Kommunionfeier dekorieren würde. „Schließlich kommen die Eltern mit den Kindern das nächste Mal erst zur Hochzeit wieder in die Kirche.“Ein großes Thema war das Fusionieren. Erna hatte deswegen sogar Albträume, das ihre Gemeinde Dortmund-Eving bis nach Gelsenkirchen zusammengelegt würde und sie dann nach Schalke zum Gottesdienst fahren müsste. „Das ist dasselbe, wie wenn Sie nach Selm fahren müssten.“

Playmobilpüppchen kamen zum Einsatz, als sie sehr anschaulich ihr Fusionierungskonzept vorstellte. Am Ende kam sie auch noch auf den heiligen Vitus zu sprechen, der ja gegrillt worden sein soll. „Feiern Sie eigentlich gerne Grillfeste?, fragte sie dann die Kolpingsfamilie. Organisatorin Beate Aufderheide freute sich bei der Begrüßung über das volle Haus und erklärte, dass der Erlös des Abends für ein Rollfiets für das Caritaswohnheim gespendet wird. Die Kolpingsfamilie fährt in den Sommermonaten alle 14 Tage mit den Bewohnern Fahrrad.

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