Auf der Bürgerversammlung zum Umbau der Stadthalle am Mittwoch drückten viele Anwohner ihre Bedenken aus. Wir haben einige Fragen und Kritikpunkte - und die Antworten darauf zusammengefasst.

Olfen

, 04.07.2019 / Lesedauer: 5 min

Bei der Bürgerinformationsveranstaltung zum geplanten Umbau der Stadthalle stellte Bürgermeister Wilhelm Sendermann am Mittwoch noch einmal die Pläne zum Stadthallen-Umbau vor. Wie bereits berichtet soll zum Beispiel eine Klimaanlage eingebaut werden, der jetzige Eingang zum Restaurant soll zum Haupteingang und somit repräsentativer werden.

Zudem wird kein Restaurant mehr in der Stadthalle sein. Stattdessen übernehmen Marina Prott und Tobias Nathaus aus Olfen die Pacht, um Veranstaltungen durchzuführen. Auch sie stellten sich am Mittwoch den Fragen der interessierten Bürger. Wir haben einige Fragen und Kritikpunkte - und die Antworten darauf - zusammengefasst.

1. Kritikpunkt: Der Lärm

Über diesen Punkt wurde eindeutig am längsten diskutiert. Viele Anwohner klagten über Lärm. Und Vorgärten, die zugemüllt und mit Urin und Kot beschmutzt würden. Das Problem dabei seien allerdings nicht nur die Menschen, die sich draußen aufhalten, sondern auch die wummernden Bässe der Musik, die deutlich vernehmbar seien. „Ich finde es in Ordnung, dass Menschen feiern, aber ich glaube, dass es gut ist, wenn auf die Bedürfnisse von allen Bürgern geachtet wird“, erklärte eine Anwohnerin. Sie wünsche sich zum Beispiel schalldichte Fenster und ein stärkeres Signal der Stadt, dass die Ängste der Anwohner ernstgenommen werden.

Bürgermeister Sendermann verwies hier auf die neue Klimaanlage, die installiert werden soll. Damit hoffe man, dass auch weniger Menschen zum Beispiel bei Hitze nach draußen kommen und so die Lärmbelastung geringer wird. So konkret, dass man sagen könnte, welche Fenster eingesetzt werden, sei die Planung noch nicht. Grundsätzlich gebe es beim Thema Lärm aber Emissionswerte für verschiedene Gebiete. „Ich habe da 0,0 Probleme mit, wenn da gemessen wird“, so Sendermann. Solche Lärmmessungen könnten beim Umweltamt des Kreises Coesfeld beantragt werden - und hätten auch schon in der Vergangenheit beantragt werden können. Ein Argument, welches manche Besucher der Informationsveranstaltung verärgerte, weil sie sich schon zuvor über diese Möglichkeit eine Information gewünscht hätten. Auf die Frage, was die Stadt tun wolle, wenn jemand um 2 Uhr nachts mit quietschenden Reifen von der Stadthalle aufbricht, und so die Anwohner weckt, sagte Sendermann: „Da kommt man ganz klar an Grenzen, darauf kann ich Ihnen keine Antwort geben.“


2. Kritikpunkt: Einbezug der Bürger

„Wir werden gar nicht mit einbezogen“, sei ein Hinweis, den der Bürgermeister mehrfach gehört habe. Zu diesem Zweck genau finde doch die Bürgerinformation statt, so Sendermann. Dass es diese Veranstaltung geben sollte, war auch im Beschluss des Rates mit aufgenommen. Genauso wie der Hinweis, „sollten dort noch weitere Planungen ergehen, können diese noch in den Planungsprozess mit einbezogen werden.“ Der Prozess sei noch nicht abgeschlossen, betonte Sendermann. Der Zeitpunkt für die Bürgerversammlung sei allerdings so gewählt worden, dass eine erste Richtung stehe und auch ein Architekt den Zustand der Stadthalle begutachtet habe, damit man über Konkreteres reden könnte. „Klar wollen wir eine Beteiligung machen, aber das kann man nur machen, wenn wir uns über Dinge klar sind.“

3. Kritikpunkt: Die Kosten

Die Stadt geht derzeit von Baukosten in Höhe von 1,5 Millionen Euro aus. Zunächst war im Haushalt im Oktober 2018 von 900.000 Euro die Rede gewesen. Wie kommen nun die höheren Kosten zustande?, wollte ein Teilnehmer der Veranstaltung wissen. Die konkrete Planung erfolgt erst zu einem späteren Zeitpunkt, so Sendermann. „Natürlich sind 1,5 Millionen Euro viel Geld“, sagte er. Allerdings sei das eine Investition in die Zukunft. „Wenn man in Zukunft mit der Halle arbeiten will, muss man die Halle auch in Ordnung halten.“ Der Boden sei zum Beispiel 30 Jahre alt, die Technik noch analog und zum Beispiel funktionieren nicht mehr alle Türen richtig.

4. Kritikpunkt: Zu wenig Parkplätze

16 Parkplätze sind durch die Baustelle vor der Stadthalle, wo der Mobilpunkt entstehen soll, weggefallen. Die Leute wüssten nicht, wo sie parken sollten. „Die Halle wird nicht vergrößert, die Leute haben doch früher auch geparkt“, antwortete Sendermann auf die Kritik. Der Vorschlag eines Bürgers, die Rasenparkflächen zumindest besser auszuschildern, damit sie auch für jeden als Parkplätze erkennbar sind, wurde aufgenommen. Zudem seien jederzeit Parkkontrollen möglich, auch zu späten Uhrzeiten. Hierfür ständen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes bereit.

5. Kritikpunkt: Das Verhältnis zwischen Vereinen und den neuen Mietern

Werden die Veranstaltungen, die die neuen Mieter in den Räumen der Stadthalle ausrichten vielleicht dazu führen, dass die Vereine künftig in die Röhre gucken? Diese Bedenken möchte Wilhelm Sendermann den Bürgern nehmen. „Vereine haben Vorrang“, betonte Sendermann. An dem alten Prinzip habe sich nichts geändert.

5 Fragen und 5 Kritikpunkte zum Umbau der Olfener Stadthalle

Bei einer Informationsveranstaltung zum Umbau der Stadthalle kamen etwa 60 Bürger zusammen. Bürgermeister Wilhelm Sendermann erklärte, was geplant ist und antwortete auf Fragen und Kritik. © Sabine Geschwinder

1. Soll es künftig mehr Veranstaltungen in der Stadthalle geben?

Wie viele Veranstaltungen es in Zukunft geben wird, das sei noch unklar, sagte Tobias Nathaus. Eine feste Veranstaltungslocation sei für ihn auch noch Neuland. Die Frage sei zum Beispiel, ob sich die Miete auch über viele Tagesveranstaltungen erwirtschaften lasse oder über hochwertige Abendveranstaltungen mit Gästen, die möglicherweise eher früh und eher leise nach Hause fahren. „Es ist nicht so, dass wir jede Woche eine Mallorca-Party machen“, stellte er kler.

2. Fällt die Pacht der neuen Mieter so hoch aus, dass sie gezwungen sind, viele Veranstaltungen zu machen?

Ein Gerücht, dem Wilhelm Sendermann entgegen wirken möchte. Er habe zum Beispiel gehört, dass Zahlen von 10.000 Euro im Monat die Runde machten. Er zeigte dafür die Haushaltsplanung. Für das Jahr 2020 seien 25.000 Euro veranschlagt. Das könne man durch zwölf teilen und sich so ausrechnen, wie viel Monatsmiete mit Nebenkosten fällig sei.

3. Frage: Wie können zum Beispiel Vereine künftig Veranstaltungen in der Stadthalle buchen?

„Wir haben vor, dass es eine digitale Lösung gibt“, sagte Wilhelm Sendermann. So könnten Interessierte auch direkt sehen, ob Termine noch frei sind. Wie das aber konkret aussehen soll, steht noch nicht fest, dazu gebe es gerade Überlegungen, erklärte Markus Freck vom Bauamt der Stadt. Fest stehe aber, dass so eine Veranstaltungsbuchung über die Stadt laufen soll.

4. Frage: Wann soll die Stadthalle denn fertig sein?

„Wir wollen irgendwann im nächsten Frühjahr fertig werden“, sagte Wilhelm Sendermann. Konkreter werden kann er noch nicht. Wann die Stadthalle fertig sein soll, hänge auch davon ab, wie schnell die Baugenehmigung erteilt wird - und das kann manchmal auch dauern.

5. An wen kann ich mich wenden, wenn ich mich zum Beispiel über Lärmbelästigung in Zusammenhang mit der Stadthalle beschweren will?

An die Stadt, sagte Wilhelm Sendermann, der Vorgang werde dann geprüft. Im Zweifelsfall könne man sich auch an den Kreis wenden, der dann Lärmüberprüfungen durchführen könne. Die neuen Pächter, Marina Prott und Tobias Nathaus baten allerdings um folgendes: „Wenn es zu Problemen kommt, würden wir uns freuen, wenn Sie zuerst zu uns kommen.“ Vieles könne dann sicher auch direkt geklärt werden. Gerne wollten beide Pächter auch ihre Visitenkarten mit den entsprechenden Festnetz- und Handynummern weitergeben, sagten sie. Ein Vorschlag, der von den Anwesenden viel Zuspruch erhielt.

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