Unfall an Kreuzung Lützowstraße/Borker Landweg: Ist die Stelle ein Unfallschwerpunkt?

mlzUnfall Lützowstraße

Die Straße glich einem Trümmerfeld, der Sachschaden ist hoch, Fahrer kamen ins Krankenhaus. Der Unfall an der Kreuzung Lützowstraße/Borker Landweg schürt Angst vor einem Unfallschwerpunkt.

Olfen

, 13.02.2020, 15:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer die Kreuzung von Lützowstraße und Borker Landweg kennt, nähert sich ihr mit Vorsicht. Weil die beiden Straßen nicht im rechten Winkel aufeinander treffen, sondern eher ein X bilden, ist die Einsicht zum Teil schwierig. Deshalb gibt es an der Lützowstraße auch Stoppschilder vor dem Kreuzungsbereich. Vorfahrtberechtigt ist, wer auf dem Borker Landweg unterwegs ist. Der Verkehr auf der Lützowstraße muss warten.

Klassische Missachtung der Vorfahrt

Das tat nach Polizeiangaben auch ein 52-jähriger Autofahrer aus Haselünne im Emsland, als er am Mittwochnachmittag auf der Lützowstraße von Selm kommend in Richtung Vinnum unterwegs war und den Borker Landweg überqueren wollte. Er stoppte sein Fahrzeug vorschriftsmäßig an der Haltelinie. Doch dann übersah er den Wagen eines 34-jährigen Mannes aus Dülmen, der mit zulässig hoher Geschwindigkeit heranbrauste. Aus Richtung Bork kommend ist im Kreuzungsbereich die zulässige Höchstgeschwindigkeit 100 km/h, in Gegenrichtung beträgt sie 70 km/h. Im Kreuzungsbereich stießen die Fahrzeuge zusammen.

Die Geschwindigkeit an der Unfallstelle wechselt innerhalb kurzer Zeit oft.

Die Geschwindigkeit an der Unfallstelle wechselt innerhalb kurzer Zeit oft. © Günther Goldstein

Trotz tödlichem Unfall vor einem Jahr kein Unfallschwerpunkt

Die Fahrer kamen mit Rettungswagen ins Krankenhaus. Näheres zum Gesundheitszustand der beiden Männer ist der Polizei am Tag nach dem Unfall nicht bekannt. Der Unfall weckt jedoch Erinnerungen an den tödlichen Unfall vor ziemlich genau einem Jahr und lässt die Frage aufkommen, ob diese Kreuzung nicht entschärft werden müsste. Doch die Statistik weist die Kreuzung nicht als Unfallschwerpunkt aus.

Unfallkommission kommt nach strengen Kriterien ins Spiel

“Der tödliche Unfall vor einem Jahr war nicht im Kreuzungsbereich“, erklärte Polizeipressesprecherin Britte Venker. Der Wagen war wenige hundert Meter weiter von der Straße abgekommen und im Feld gelandet - wegen überhöhter Geschwindigkeit. Damit sich die Unfallkommission des Kreises die Kreuzung genauer anschaut und gegebenenfalls Maßnahmen zur Entschärfung empfiehlt, muss sie als Unfallschwerpunkt gelten - und dazu muss es dreimal innerhalb eines Jahres schwere Unfälle gegeben haben. Die Kriterien dafür sind genau benannt: Getötete, Verletzte, erhebliche Sachschäden. „Ein kleiner Auffahrunfall reicht nicht“, betont Britta Venker.

Kreuzung liegt im Bereich der Zuständigkeitsgrenze

Davon sei man an der Kreuzung Borker Landweg/Lützowstraße jedoch weit entfernt. Allerdings liegt die direkt im Bereich der Zuständigkeitsgrenze. Hier grenzen der Kreis Unna und der Kreis Coesfeld aneinander, weshalb auch die jeweiligen Kreispolizeibehörden aufeinander treffen. „Wir stehen in engem Kontakt, versuchen im Grenzbereich Gesamtkonzepte zu entwickeln“, erklärt Venker. Denn manchmal könne auch bloß ein anderer Straßenbelag für Probleme sorgen.

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