Ein 158 Kilometer langer Wanderweg mit Startpunkt in Olfen. Das ist der Hohe Mark Steig. Wir zeigen, was der Wanderweg für die Stadt bringt und wie die Planungen laufen.

Olfen

, 11.10.2019, 13:52 Uhr / Lesedauer: 3 min

Dagmar Beckmann, Geschäftsführerin des Naturparks Hohe Mark, ist begeistert von Olfen. „Ich glaube, dass Sie mit Ihren Naturschätzen ein ganz besonderes Highlight bieten“, sagte sie in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses im September. Dabei stellte sie den aktuellen Stand des Projekts vor. Was steckt eigentlich dahinter? Das klären wir in Fragen und Antworten.

? Was hat der Naturpark Hohe Mark mit Olfen zu tun?

Seit 2011 zeigt Olfen mit Schildern, dass es zum Naturpark Hohe Mark gehört. Mitglied im dazugehörigen Verein ist Olfen schon länger. Das Gebiet des Parks reicht von Olfen bis nach Wesel am Niederrhein. Nun wurde das Gebiet auch großflächig erweitert. „Olfen ist mit einem sehr viel größeren Anteil vertreten und das freut uns sehr“, sagt Dagmar Beckmann. Am 30. August habe sie die Erweiterungsurkunde vom Ministerium erhalten. Die Größe des Parks steigert sich damit um mehr als das Doppelte: Von 938 Km² auf 1978 Km². Olfen sei eine der ersten Kommunen gewesen, die sich für die Erweiterung entschieden hätte.

Hohe-Mark-Steig: Was das Wanderparadies für Olfen bringt

Der damalige Bürgermeister Josef Himmelmann, Friedhelm Kahrs-Ude, Vorstandmitglied des Naturparks Hohe Mark und Lisa Lorenz vom Olfener Stadtmarketing präsentierten 2011 die Schilder, die die Zugehörigkeit zum Naturpark Hohe Mark zeigten. © Ruhr-Nachrichten-Archiv

? Was ist eigentlich ein Naturpark?
Die Definition dazu findet sich im Bundesnaturschutzgesetz. Demnach sind das unter anderem Gebiete, die großräumig sind, überwiegend Naturschutzgebiete oder Landschaftsschutzgebiete sind und sich „wegen ihrer landschaftlichen Voraussetzungen für die Erholung besonders eignen und in denen ein nachhaltiger Tourismus angestrebt wird.“ In Deutschland gibt es insgesamt 105 Naturparks, wie der Verband Deutscher Naturparke (VDN) auf seiner Seite schreibt, 13 davon in NRW.

? Und was ist der Hohe Mark Steig?

Das ist ein 158 Kilometer langer Wanderweg, der durch den Naturpark, also von Olfen bis nach Wesel, führen soll. „Das soll unser Leuchtturmprojekt für den Wandertourismus im Naturpark werden“, sagt Beckmann.

? Welche Vorteile bietet es Olfen, zum Hohe Mark Steig zu gehören?
„Wenn Olfen Bestandteil des Hohe Mark Steig ist, wird das zum Beispiel durch den Deutschen Volkssportverband beworben“, erklärt Aribert Grytzan, Vorsitzender der Haardtrapper Wanderfreunde Datteln e.V.. Das heiße, der Wanderweg werde nicht nur deutschlandweit, sondern auch weltweit ins Netz gestellt. „Wenn jemand aus Amerika zu Besuch in Deutschland ist und gerne wandert, kommt er dann vielleicht nach Olfen“, sagt Grytzan. Die Haardtrapper verkaufen Wanderkarten für den Steverauenweg, auch da zeige sich, dass Wanderer aus ganz Deutschland kommen. „Olfen und Datteln werden richtige Wanderzentren“, ist Grytzan überzeugt.
Dadurch, dass der Wanderweg nach den Kriterien des Deutschen Wanderverbandes zertifiziert werde, gebe es auch eine sichere und eindeutige Orientierung auf den Wegen, heißt es in der Präsentation von Beckmann.
? Wo führt der Wanderweg in Olfen entlang?

Langfristig soll der Anschluss über den Olfener Westen mit dem Startpunkt an der Füchtelner Mühle erfolgen. „Aktuell ärgert uns da aber die Ahsener Brücke“, sagt Beckmann. Da seit der Sperrung der Brücke in 2018 der direkte Weg nach Ahsen versperrt ist, wird der Weg zunächst östlich um die Stadt herum verlaufen. Es soll aber auch für kürzere Touren Angebote geben. Die Haardtrapper hätten bereits Strecken mit sechs, elf und 21 Kilometern zusammengestellt, so Grytzan.

? Ein zweites Element ist eine Radroute. Was hat es damit auf sich?

„Auch die Hohe Mark Radroute führt durch Olfen“, sagt Beckmann. Die Route ist insgesamt 300 Kilometer lang und führt durch das Naturpark-Gebiet. Dabei wird auch auf die Radroute „Rund um Olfen“ zurückgegriffen, die 33 Kilometer umfasst.

? Die Füchtelner Mühle soll eine besondere Rolle spielen. Was heißt das?

Die Füchtelner Mühle ist der Startpunkt des Hohe Mark Steigs. Und daher der „Willkommenspunkt“ in Olfen. „Damit können wir auch bestimmt die Füchtelner Mühle in der regionalen Bedeutung herausheben“, sagte Beckmann. Auch die Stadt möchte in Zukunft die Rolle der Füchtelner Mühle als besonderen Touristenpunkt stärken, sie investiert dort zwei Millionen Euro für den Ausbau eines Touristenpunktes mit einem Informationszentrum für Umweltbildung.

? Wie ist der aktuelle Stand?

„Die Streckenpläne sind abgeschlossen“, sagt Aribert Grytzan. Mitte 2020 solle die Route durch den deutschen Wanderverein qualifiziert werden, so Dagmar Beckmann. Die Vorbereitungen seien abgeschlossen. „Wir sind aktuell in Gesprächen mit der Gastronomie und der Hotellerie, um eben entsprechende Serviceangebote anbieten zu können.“

? Wie teuer wird das?
Die Gesamtkosten inklusive Marketing-Maßnahmen liegen bei rund 1,6 Millionen Euro. Dabei kommen 50 Prozent aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), 30 Prozent kommen vom Land und 20 Prozent vom Regional Verband Ruhr, der sich laut eigenen Angaben auch für Pflege und Erhaltung der Projekte für die nächsten 15 Jahre einsetzt. Die Folgekosten, zum Beispiel für Personal, werden laut Beckmann bei drei und sechstausend Euro im Jahr liegen. Wer wie viel zahlt, stehe aber noch nicht fest.

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