Warum die Schwarzmaulgrundel eine Gefahr für heimische Gewässer ist

Auch in Olfen

Die heimische Fischwelt leidet. Grund ist eine eingeschleppte Art: die Schwarzmaulgrundel. Sie bringt den Tod für viele Fischarten. Die Suche nach Lösungen hat begonnen, doch es muss schnell gehen.

Olfen

, 21.12.2017, 18:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schwarzmaulgrundel-Männchen im paarungsbereiten Gewand: Die Art breitet sich rasant aus. Der Lippeverband hat jetzt vor, Gegenmaßnahmen zu ergreifen – mit Quappen.

Schwarzmaulgrundel-Männchen im paarungsbereiten Gewand: Die Art breitet sich rasant aus. Der Lippeverband hat jetzt vor, Gegenmaßnahmen zu ergreifen – mit Quappen. © picture alliance / dpa

Bachschmerlen sind kaum noch zählbar, die Population der Aale, Hechte, Gründlinge und Rapfen tendiert gegen null. Das zeigt eine Volkszählung unter den Fischarten im Oktober in der Stever und der Lippe. „Besonders die Lippe ist verseucht von der Schwarzmaulgrundel“, sagt Claus Bunte, Vorsitzender des Fischereivereins Olfen. Dabei gehört die Grundel eigentlich gar nicht zu den heimischen Fischen und stellt deshalb die Fischwelt auf den Kopf. „Manche unserer Angler fangen dort an einem ganzen Abend nur Grundeln“, so Bunte.

Das Problem: Die Grundel hat kaum Fressfeinde, vermehrt sich rasant und frisst die Eier der anderen Fischarten. In der Stever hätte sich die Grundel hingegen noch nicht so stark ausgebreitet, sagt Bunte.

Lösungen gesucht



Hier habe man bei der Elektrobefischung mit dem Landesfischereiverband nur vereinzelt kleine Grundeln gefunden.

Die zahlreichen Stauwehre im Verlauf der Stever erschweren es dem Fisch, bis nach Olfen zu gelangen. „Sonst ist das immer ein großer Nachteil für wandernde Fische, aber jetzt profitieren wir auch mal davon.“ Auf Dauer könnte sich die Grundel aber auch im Olfener Gebiet der Stever ausbreiten.

Gelsenwasser, Lippeverband, die Anrainerstädte und der Kreis sowie die Anglerverbände planen für das kommende Jahr ein Spitzengespräch, um Lösungen zu entwickeln. „Wenn sich die Grundel aber einmal ausgebreitet hat, kann man wohl nur noch Schadensbegrenzung betreiben“, sagt Bunte. Problematischer seien aktuell eher die Kormorane. „Sie machen Jagd auf Fische, aber die Grundel ist ihnen zu klein“, so Bunte. Beide gemeinsam könnten einen großen Einfluss auf die einheimischen Arten haben.

Eingeschleppt worden ist die mediterrane Fischart von Frachtschiffen über das Ballastwasser. Die Schwarzmaulgrundel breitete sich so über den Main-Donau-Kanal in den Rhein aus, von dort aus wiederum in den Nebenarmen und ist deswegen auch in der Lippe und den angrenzenden Gewässern zu finden. Das teilt der Landesverband für Umwelt- und Naturschutz auf seiner Internetseite mit.

Quappen sollen helfen



Der Lippeverband weiß um die Schädlinge, die hier nichts zu suchen haben, und versucht, mit mittel- und langfristigen Maßnahmen entgegenzusteuern. Ilias Abawi, Sprecher des Lippeverbandes: „Wir haben an strategischen Stellen der Lippe, zuletzt im Bereich von Wesel und Olfen, eine Million Quappen ausgesetzt.

Es dauert aber, bis sich die Quappen, eine heimische Raubfischart, an vielen Stellen in der Lippe wiederfinden.“ Sie sollen dann die Schwarzmaulgrundel vertilgen.

Lesen Sie jetzt