Wer in Olfen zur Miete wohnt, muss mit höheren Kosten rechnen - es gibt allerdings Kommunen im Kreis, wo der Mietzins noch stärker anzieht. © picture alliance/dpa
Immobilienpreise

Was Wohnen kostet: Ausschuss veröffentlicht neuen Mietspiegel für Olfen

Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte hat den neuen Mietspiegel für die Kommunen im Kreis Coesfeld veröffentlicht. Einige Preise haben sich innerhalb von zwei Jahren stark verteuert.

Mieten oder kaufen – eine Frage, die sich nur schwer beantworten lässt. Denn viele Faktoren spielen eine Rolle: Die Lage des Objekts, die eigene finanzielle Leistungsfähigkeit, die berufliche und die private Perspektive. Hinzu kommt ein überhitzter Immobilienmarkt, unter dem gerade beliebte Orte wie Olfen zu leiden haben – je höher die Nachfrage, desto höher die Preise.

Für den Kauf einer Immobilie ist der Grundstücksmarktbericht des Gutachterausschusses im Kreis Coesfeld eine gute Richtlinie – hier werden die Kaufverträge eines Jahres ausgewertet und daraus Durchschnittpreise für Grundstücke und Immobilien ermittelt. Für Olfen lag der Mittelwert für ein freistehendes Einfamilienhaus mit 800 Quadratmetern Grundstück laut dem aktuellen Bericht 2020 bei 428.000 Euro. Objekte aus den Jahren 1995 bis 2009 schlugen im Durchschnitt mit 366.000 Euro zu Buche, verhältnismäßig günstig waren Gebäude aus den 1950er-Jahren, die im Mittel rund 273.000 Euro (samt Grundstück) gekostet hätten. Der mittlere Kaufpreis pro Quadratmeter Wohnfläche lag in Olfen zuletzt bei 2727 Euro.

Preise in Olfen steigen nur leicht

Wer hingegen nicht kaufen, sondern doch lieber eine Wohnung mieten will, kann sich am Mietspiegel orientieren, der alle zwei Jahre aktualisiert wird. Der Gutachterausschuss hat die aktuellen Übersichten für alle Kommunen des Kreises Coesfeld veröffentlicht. Grundlage der Erhebung sind Daten der Mieter- und Vermieterverbände, wie Haus & Grund oder der Bundesfachverband Immobilienverwalter. Der Mietspiegel ist gültig für nicht preisgebundene Wohnungen, berücksichtigt also beispielsweise keine öffentlich geförderten Projekte.

Für Olfen bringt die aktualisierte Version gute Nachrichten: Die Mieten steigen verglichen mit anderen Kommunen im Kreis nur leicht – der Mittelwert für 80 Quadratmeter Wohnfläche mit einem Baujahr ab 2005 liegt nun bei 6,70 Euro gegenüber 6,60 Euro im Jahr 2018. Andere Kommunen im Kreis Coesfeld trifft es deutlich härter: In Ascheberg steigt der Mittelwert von 5,55 auf 7,15 Euro (plus 29 Prozent), in Nottuln von 5,88 auf 7,70 Euro (plus 32 Prozent).

Ähnlich wie bei den Kaufobjekten sind ältere Wohnungen günstiger. Eine vergleichbare Einheit aus den 1950er-Jahren würde 5,55 Euro pro Quadratmeter kosten, eine Wohnung aus den 1990er-Jahren 6,95 Euro pro. Die Mieten beziehen sich laut Gutachterausschuss auf Wohnungen in zwei- und Mehrfamilienhäusern. Handelt es sich bei dem Mietobjekt um ein Einfamilienhaus, kann das einen Zuschlag von 11 Prozent auf die Miete bedeuten. Zuschläge sind auch für die Lage und die Ausstattung möglich – dazu hat der Gutachterausschuss ein Punktesystem erstellt, das ebenfalls im Mietspiegel einzusehen ist.

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Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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