Wiedersehen - Vitus-Stift Olfen bereitet sich auf Muttertags-Besuche vor

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Für viele Familien gibt es an Muttertag ein freudiges Wiedersehen - ab Sonntag (10. Mai) sind Besuche in Altenheimen möglich. Natürlich auch im Olfener Vitusstift. Die Vorbereitungen laufen.

Olfen

, 06.05.2020, 19:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Situation ist von Woche zu Woche schwieriger geworden: Kinder konnten ihre eigenen Eltern nicht im Pflegeheim besuchen. „Die Isolation des Stiftes ist für unsere Bewohner und Bewohnerinnen schlecht auszuhalten“, sagt Hermann Ahmann, seit wenigen Wochen Interimsleiter des St.-Vitus-Stiftes.

„Da auch die 50 Ehrenamtler, die den sozialen Dienst im ganzen Jahr bei der Einzelbetreuung und zum Beispiel mit der Ausrichtung des regelmäßigen ,Kaffeeklatsches‘ unterstützen, derzeit das Haus nicht betreten dürfen, kommen noch mehr Aufgaben auf das Personal zu“, erklärt er weiter. Das gelte jetzt ganz besonders für die Tage vor Muttertag (10. Mai).

St.-Vitus-Stift baut vier Pavillons für die Besuche auf

Die NRW-Landesregierung hat in dieser Woche beschlossen, dass dann wieder Besuche in Pflegeheimen ermöglicht werden. Um das gut vorzubereiten, haben die Verantwortlichen des Stifts am Mittwoch intensiv beraten - auch unter Beteiligung der Stadtverwaltung. Jetzt steht das Konzept.

  • Auf der Grünfläche vor dem Stift werden drei Pavillons, ein weiterer im Demenzbereich (Richtung Alte Fahrt) aufgebaut.
  • Die Besuchszeit an Muttertag wird auf 20 Minuten je Besucher begrenzt.
  • Maximal dürfen zwei Personen eine Bewohnerin oder einen Bewohner besuchen.
  • Bei bettlägerigen Bewohnern darf nur ein Besucher in „angemessener Schutzkleidung“ das Zimmer betreten.
  • Besuche sind möglich zwischen 9.20 und 11.55 Uhr sowie zwischen 14.30 und 17.40 Uhr.

Um die Besucher gut zu koordinieren, rufen Mitarbeiter des Stifts die nächsten Verwandten der Bewohner an. „Wir haben aktuell 79 Bewohner, in der überwiegenden Mehrzahl Frauen“, sagt Hermann Ahmann. Weil einige Bewohner keine Angehörigen haben, könnten zwischen 60 bis 76 Bewohner Besuch bekommen.

Zahlreiche Bewohner haben mehr als die zwei zulässigen Besucher

Ahmann begründet im Gespräch mit unserer Redaktion auch, warum die vorgesehene Besuchszeit in Olfen kürzer sein wird als vom Land vorgesehen. Viele Bewohner hätten mehrere Angehörige. Da aber nach den Vorgaben des Landes maximal zwei Besucher zulässig sind, sei ein kürzerer Zeitraum festgelegt worden.

Bei allen Bewältigungen des Stift-Alltags steht nach Aussage der Stadt Olfen der Sicherheitsaspekt im Vordergrund.

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Natürlich und besonders bei Neuaufnahmen. „Es gilt das Aufnahmegebot des Landes, das bei Versorgungsengpässen zu Hause oder bei Entlassungen aus Krankenhäusern greift“, erläutert Wilhelm Sendermann.

Der Bürgermeister kündigte zudem für die nächsten Tage eine Entscheidung über die künftige Leitung des Stifts an. „Wir haben vier Bewerber/innen, von denen zwei aus Olfen kommen“, so Sendermann. Spätestens zum 1. Oktober sollen die Geschicke des Stiftes langfristig an eine neue Leitung übergeben werden.

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