Corona dominierte das Jahr 2020 in Olfen - doch es gab auch zahlreiche Ereignisse und Entscheidungen, die für die Zukunft der Stadt wichtig sind. © Neubauer (A)
Statistisches Landesamt

Wohnen in Olfen, Arbeiten im Ruhrgebiet: Neuer Atlas zeigt Pendlerströme

Das statistische Landesamt (IT.NRW) hat den Pendleratlas für 2019 (Stichtag 30. Juni) veröffentlicht. Viele Olfener nehmen demnach lange Wege in Kauf, um zu ihren Arbeitsplatz zu gelangen.

Olfen ist als Wohnort beliebt – die Entwicklung der Stadt zeigt an dieser Stelle seit Jahren nach oben. Wenig überraschend also, dass es deutlich mehr Aus- als Einpendler gibt – also Menschen, die sich jeden Tag auf einen mehr oder weniger langen Weg zur Arbeit in eine andere Stadt aufmachen.

Allerdings kommen auch einige Menschen täglich zur Arbeit nach Olfen. Und da gibt es einige Überraschungen, denn offenbar sind viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bereit, für ihren Job große Distanzen in Kauf zu nehmen und eben nicht nach Olfen zu ziehen. Die weiteste Strecke legt ein Arbeitnehmer aus Emmerich am Niederrhein zurück, sein einfacher Arbeitsweg beträgt 79,7 Kilometer. Auch ein Mann aus dem 78 Kilometer entfernten Kevelaer macht sich laut IT.NRW jeden Tag auf den Weg nach Olfen.

Während es sich hier um Einzelfälle handelt, gibt es auch Gruppen, die sich für einen längeren Arbeitsweg entscheiden. Gleich vier Männer und eine Frau kommen täglich aus Osnabrück – genau wie Kevelaer 78 Kilometer entfernt. 11 Arbeitnehmer und eine Arbeitnehmerin fahren täglich 57 Kilometer einfache Strecke aus Sassenberg nach Olfen, 30 Männer und vier Frauen gar 65 Kilometer aus Rheda-Wiedenbrück.

Jeden Tag nach Drolshagen

Die meisten Einpendler – laut IT.NRW 409 – kommen täglich aus Selm nach Olfen, mit 7,7 Kilometern fast schon ein Katzensprung. Mit Lüdinghausen und Datteln sind zwei weitere direkte Nachbarstädte unter den Einpendler-Hotspots, außerdem deren direkte Nachbarn Oer-Erkenschwick und Recklinghausen.

Die Olfener selbst arbeiten vor allem in Dortmund und Münster. Das statistische Landesamt hat hier 612 beziehungsweise 292 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gezählt, die Olfen jeden Morgen für die Arbeit verlassen. Weitere Hauptziele sind erneut die direkten Nachbarn: Lüdinghausen, Datteln und Selm.

Insgesamt pendeln jeden Tag 5221 Olfenerinnen und Olfener zur Arbeit. Dabei zeigt sich, dass das Ruhrgebiet ein beliebtes Ziel ist: 65 Männer und 45 Frauen aus Olfen pendeln beispielsweise ins 32 Kilometer entfernte Gelsenkirchen, 76 Männer und 32 Frauen zieht es täglich zur Arbeit nach Essen (38 Kilometer). Auch Mülheim (46 Kilometer) und Oberhausen (42) tauchen mehrmals in der Olfener Auspendelstatistik auf.

Die Karte zeigt die größten Pendlerströme aus und nach Olfen im Jahr 2019.
Die Karte zeigt die größten Pendlerströme aus und nach Olfen im Jahr 2019. © Grafik Klose © Grafik Klose

Den Vogel schießt entfernungstechnisch allerdings ein Olfener ab, der laut IT.NRW täglich ins 80 Kilometer entfernte Drolshagen pendelt. Drei weitere Arbeitnehmer nehmen täglich die 78 Kilometer nach Osnabrück für ihren Job in Kauf. Und auch der Wallfahrtsort Kevelaer am Niederrhein taucht in dieser Statistik wieder auf: Ein Olfener hat dort seinen Arbeitsplatz.

Über den Autor
Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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