Wucher am Wertstoffhof? Olfener regen sich auf über hohe Preise für wenig Müll in Olfen

mlzWertstoffhof

10 Euro für einen Eimer Bauschutt oder für sieben leere Aktenordner mussten Olfener Bürger am Wertstoffhof zahlen. „Zu viel“, meinen Kommunalpolitiker. Sie sehen grundsätzliche Probleme.

Olfen

, 04.12.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der neue Wertstoffhof und Olfens Bürger sind noch nicht miteinander warm geworden. Zunächst erschwerten Absperrgitter die umweltgerechte Abfallentsorgung. Das Thema ist mittlerweile erledigt. Dafür gibt es grundsätzliche Probleme bei dem nach Einschätzung der Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld (WBC) „modernsten Wertstoffhof im Kreis Coesfeld“.

Heribert Birken (CDU) musste sich im Bau- und Umweltausschuss zurücknehmen, um seine Kritik am Wertstoffhof nicht zu drastisch formulieren. Er hatte eine Quittung über 10 Euro für die sieben Aktenordner mitgebracht. „Das ist nicht in Ordnung“, sagt WBC-Geschäftsführer Stefan Bölte. „Wir legen Wert auf korrekte Abrechnung.“ Damit hätten in beiden Fällen die Bürger wohl weniger zahlen müssen.

Stadt erwartet auf Wertstoffhof ein „kundenorientiertes Verhalten“

Damit war eine engagierte Diskussion in Gang gebracht. Schnell wurde deutlich, dass sich eine Menge Frust in Olfen angesammelt hat. Bei Bürgern, bei Politikern und der Stadtspitze. „Wir erwarten ein kundenorientiertes Verhalten“, sagte Bürgermeister Wilhelm Sendermann.

Damit hatte er einen wunden Punkt getroffen. „Wir sind dabei, die Mitarbeiter zu sensibilisieren“, sagte Stefan Bölte. Er rief Politiker, Verwaltung und Bürger dazu auf, sich bei Problemen an die Wirtschaftsbetriebe zu melden.

Dazu gehört die Frage, was die Bürger bei Minimengen zahlen sollen. Stefan Bölte berichtete von abgestimmten Gebührensätzen im Kreis. „Wir wollen damit einen Mülltourismus vermeiden.“ Allerdings sei die Stadt Olfen natürlich frei, die Preise zu reduzieren.

Wirtschaftsbetriebe legen erste Abrechnung für Wertstoffhof vor

Die erste Abrechnung für den neuen Wertstoffhof zeigt beispielhaft beim Bauschutt, dass die Ansätze offensichtlich passen. Umgerechnet haben die Bürger von September 2018 bis Oktober 2019 rund 28 Euro je Kubikmeter bezahlt. Die tatsächlichen Entsorgungskosten belaufen sich auf 26 Euro.

Preisliste für den Wertstoffhof in Olfen (auszugsweise): Bauschutt:
  • bis 0,10 Kubikmeter: 4 Euro
  • bis 0,25 Kubikmeter: 9 Euro
  • bis 0,50 Kubikmeter: 15 Euro
  • bis 1,00 Kubikmeter: 28 Euro

Bauholz:
  • bis 0,10 Kubikmeter: 5 Euro
  • bis 0,25 Kubikmeter: 10 Euro
  • bis 0,50 Kubikmeter: 20 Euro
  • bis 1,00 Kubikmeter: 40 Euro
Baumischabfälle:
  • bis 0,10 Kubikmeter: 10 Euro
  • bis 0,25 Kubikmeter: 25 Euro
  • bis 0,50 Kubikmeter: 50 Euro
  • bis 1,00 Kubikmeter: 100 Euro
Grünabfälle (für Bürger, die nicht die allgemeine Abfallentsorgung angeschlossen - wie im Freizeitpark Eversum) und für Gartenbaubetriebe:
  • bis 0,10 Kubikmeter: 5 Euro
  • bis 0,50 Kubikmeter: 10 Euro
  • bis 1,00 Kubikmeter: 20 Euro
  • bis 2,00 Kubikmeter: 40 Euro

Der Überschuss beläuft sich damit für diesen Zeitraum auf rund 7700 Euro. Dem gegenüber stehen aber Abschreibungen der Investition und Personalkosten von rund 50.000 Euro. Die Diskussion über Minimengen ist damit allerdings zumindest in der Olfener Politik nicht abgeschlossen.

Politik beschäftigt sich ein weiteres Mal mit dem Thema

Für die nächste Sitzung des Bau- und Umweltausschusses sollen weitere Daten aufbereitet werden, um danach einen Beschluss zu den Gebühren zu fassen. Die Politik wünscht sich, dass die Mitarbeiter konsequent darauf achten, ob Gewerbetreibende in großem Stil Müll auf dem Wertstoffhof entsorgen.

Für alle Nutzer soll zudem mehr Klarheit dadurch geschaffen werden, dass die Preise für die Entsorgung bestimmter Stoffe wie Bauschutt oder Holz ausgehängt werden.

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