Zweisprachiges Marionettenspiel begeistert Wieschhofschüler

OLFEN Es ist 9.45 Uhr in der Wieschhofschule: Schauspieler Thomas Niekamp von der Bielefelder Niekamp Theater Company ruft sein kleines Hündchen zu sich. In einer Viertelstunde kommen die Schüler und dann muss das Bühnenbild stehen. Gezeigt wird das zweisprachige Marionettenspiel Jack und die Bohnenranke oder auch Jack and the Beanstalk.

20.03.2009, 15:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Von Aufregung keine Spur, die Routine ist zu erkennen. Es ist schon die zweite Vorstellung an diesem Tag. Die erste begann bereits um 8 Uhr. „Für uns heißt das, um 4.30 Uhr in Bielefeld losfahren. 8 Uhr ist nicht die beste Zeit, um Theater zu spielen“, erzählt Thomas Niekamp und zwinkert mit dem linken Auge.   Jetzt wird es laut. Die Kinder kommen und stürmen gleich auf die Bänke zu. „Ich will nach vorne! Darf ich neben dir sitzen? Guck mal die Bühne!“, hört man von allen Seiten. Jetzt ist es an den Lehrerinnen, die Meute zu ordnen und zu sortieren. Die Kleinen nach vorne, die Großen nach hinten. Dann geht es los: Jack und die Bohnenranke oder auch Jack and the Beanstalk, denn das Marionettenspiel ist zweisprachig. „Once upon a time...“ beginnt das Stück. Die Schüler sind still und schauen gebannt zur Bühne. Die Fragezeichen sind zu spüren. „Was will uns der erzählen?“, murmelt ein Junge.  

Die Darsteller klären die Grundschüler auf: „Ihr habt das nicht verstanden? Dabei ist es doch so wichtig, mehrere Sprachen zu sprechen! Jedes Märchen beginnt mit: Es war einmal.“ Nun schiebt sich der Vorhang zur Seite. Die Blicke der Schüler sind gebannt auf die Puppen gerichtet.  Es folgt ein Märchen von Jack und seiner Mutter, der die Kuh Milkywhite gegen Zauberbohnen tauscht. Im Verlauf der Geschichte kommt Jack in das Reich eines gefährlichen Ogers, eines menschenfressenden Riesen. Der Spaß kommt während des ganzen Märchens nicht zu kurz und die Kinder singen kräftig mit, als Jack das Lied „Old McDonald has a farm ia ia oh“ anstimmt.   Das Märchen nimmt seinen Lauf und endet, wie man es von einem Märchen gewohnt ist: „And they lived happily...! Nee halt, wie heißt es auf Olfisch?“, will Thomas Niekamp wissen. Die Kinder wissen Rat: „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute!“ Die Jungen und Mädchen sind glücklich. Das Stück ist vorbei. Auch Hündchen Drops kann endlich wieder aus seinem Versteck rauskommen und seinen Moment auf der Bühne genießen. Nur schade, dass alle Kinder den Raum schon verlassen haben.

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