Armin Krenz hilft, Kinder zu erziehen

Kieler Pädagoge

„Warum macht das Kind das nur?“ Diese Frage hat sich Erzieherin Daniela Rütter schon vielfach gestellt, wenn ihre Schützlinge tobten und brüllten.

RAESFELD

von Von Iris Schmellenkamp

, 05.04.2011, 18:19 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Kieler Erziehungswissenschaftler Armin Krenz

Der Kieler Erziehungswissenschaftler Armin Krenz

Insgesamt 30 Erzieher suchen während des dreitägigen Kurses zu kindlichen Ausdrucks- und Bedeutungswerten den Rat des Wissenschaftlers. Nach einer kurzen Einheit Theorie fordert Krenz sie auf, von eigenen Erlebnissen zu berichten. Die Gesprächsatmosphäre ist locker, vor jedem Teilnehmer steht ein Schildchen mit dem Vornamen. Das kollektive Du hilft, Hemmungen abzubauen. Kinder, die beißen, sich weigern, etwas zu essen oder mit fünf Jahren noch in die Hose machen: Die Liste der Beobachtungen ist lang. Nun ist Armin Krenz am Zug. Er erklärt, was die Kinder eigentlich zum Ausdruck bringen wollen.

Dabei unterscheidet der am Kieler Institut für angewandte Psychologie und Pädagogik tätige Experte zwischen verschiedenen Ausdrucksformen wie Sprache, Malen, Träumen oder der Motorik. „Ich habe 1000 Bedeutungsformen im Kopf“, sagt Krenz. Ihm geht es darum, dass die Teilnehmer die Kinder nicht nur beobachten, sondern auch ihre Denk- und Verhaltensweisen verstehen. Eine Erkenntnis soll sein: „Du musst nicht das Kind verändern, sondern dich selbst.“ Auf diese Weise ließen sich Konflikte vermeiden. Darüber hinaus gibt Krenz Tipps wie zum Beispiel die Eltern in Erziehungsfragen stärker eingebunden werden können.

Der Alltag gebe genug Fragen auf, weiß Krenz: „Verhaltensauffälligkeiten im Sinne von Gewalt oder Mobbing im Kindergartenalter haben dramatisch zugenommen.“ Die Drei- bis Siebenjährigen litten teilweise sogar unter psychisch begründeten Beschwerden wie Migräne oder Erbrechen, berichtet der Forscher. Sein Erklärungsansatz: „Die Kinder fühlen sich überfordert. Das hat mit dem Bildungswahn zu tun.“