Arno Berning, der am 30. November 2020 starb, hat seinen Nachlass der Bürgerstiftung vermacht. © privat
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Arno Berning vererbt Haus an Bürgerstiftung – einige Fragen noch offen

Auch nach seinem Tod sorgt Arno Berning weiter für positive Impulse in der Gemeinde. Sein Erbe hat er der Bürgerstiftung vermacht. Doch einige Fragen sind noch offen.

Arno Berning, Jurist und Dozent an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW, war bis zu seinem Tod am 30. November 2020 seit 1999 ununterbrochen im Rat der Gemeinde Raesfeld. Dem Kreistag gehörte er von 2009 bis 2020 an.

Dass er sich auch für die Bürgerstiftung Raesfeld-Erle-Homer einsetzte, war kein Geheimnis. In seinem letzten Willen hat Berning, der keine nahen Angehörigen hatte, die Bürgerstiftung als Erbin eingesetzt. Überrascht und dankbar nahmen Vorstand und Stiftungsrat diese Nachricht auf. „Wir werden das Erbe von Arno Berning bestimmungsgemäß verwenden und sein Andenken in Ehren halten“, so Vorsitzende Jutta Bonhoff.

Stiftungskapital „deutlich erhöht“

Bislang lag das Stiftungskapital bei rund 215.000 Euro – durch die Erbschaft, im Wesentlichen Bernings Einfamilienhaus, werde das Stiftungskapital „deutlich erhöht“, so der Vorstand, ohne eine Summe zu nennen. Wie bei Stiftungen vorgeschrieben, dürfen Zinserträge oder Mieteinnahmen für gemeinnützige Zwecke in Raesfeld ausgegeben werden, das Kapital muss erhalten bleiben.

Ob das Haus im Raesfelder Ortskern verkauft oder vermietet werden soll, könne derzeit noch nicht beantwortet werden. Bevor Entscheidungen getroffen und umgesetzt werden könnten, seien vom ehrenamtlichen Vorstand noch viele Fragen zu klären. Heiko Gudel, der mit Philipp Holtschlag im Stiftungsvorstand für die Finanzen verantwortlich ist, nimmt an, dass bis zur Klärung, auch unter Berücksichtigung der aktuell geltenden Kontakteinschränkungen, noch einige Zeit vergehen wird.

Die Bürgerstiftung weist auf die Bedingungen hin, die für das Spenden oder Vererben des Nachlasses an gemeinnützige Organisationen gelten. „Viele, die keine Kinder oder nahe Verwandte haben, sind oft unsicher, wem das eigene Vermögen vermacht werden soll. Manche wissen auch nicht, dass ihr Erbe später hoch versteuert wird. Denn Geschwister, Nichten oder Neffen kommen beim Erben nicht wie Kinder in den Genuss von hohen Steuerfreibeträgen.“ Ein für gemeinnützige Zwecke gestiftetes Erbe sei hingegen von der Erbschaftssteuer befreit.

Testament schwierig zu formulieren

Das Testament biete die Möglichkeit, ein positives Vermächtnis zu hinterlassen und die Zwecke der Bürgerstiftung zu unterstützen. „Vermögen, Grundbesitz oder Wertgegenstände kommen dadurch dauerhaft dem Heimatort zugute. Nicht nur materielle Werte, sondern auch persönliche Ideale können so weitergeben werden.“ Es sei für Laien aber nicht einfach, „ein rechtskräftiges Testament zu formulieren, das allen Wünschen gerecht wird und nicht anfechtbar ist“. Die Bürgerstiftung gebe gerne Auskunft, bei konkreten Rechtsfragen könnten erfahrene Rechtsanwälte oder Notare hinzugezogen werden.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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Berthold Fehmer

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